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Paramount verfilmt Cyberpunk 2077, während KI das Kino umbaut

Paramount Pictures produziert laut Deadline einen Realfilm nach dem Videospiel Cyberpunk 2077, während das Studio seine Fusion mit Warner Bros. Discovery abschließt. Der Schritt zeigt, wie die großen Studios weiter auf bekannte Spielmarken setzen, während Werkzeuge der künstlichen Intelligenz die Produktionsabläufe zunehmend prägen.

KulturAnalyseClara LindnerVeröffentlicht: 9. Oktober 20267 Min. LesezeitQuellen 8
Paramount verfilmt Cyberpunk 2077, während KI das Kino umbaut

Am 8. Oktober meldete The Verge, dass Paramount Pictures eine Realfilm-Adaption von CD Projekt Reds Science-Fiction-Spiel Cyberpunk 2077 vorbereitet. Die Ankündigung bestätigt, dass das Studio eine große Franchise-Marke vorantreibt; die Großfusion mit Warner Bros. Discovery unter dem Namen Skydance hat es gerade abgeschlossen. Zu Erscheinungsdatum oder Besetzung gibt es noch keine Angaben.

Deadline hatte die Geschichte zuerst gebracht und vermerkt, dass Lorenzo di Bonaventura, bekannt als Produzent der Transformers-Filme, das Projekt als Produzent begleiten wird. CD Projekt Reds Co-CEO Michał Nowakowski erklärte gegenüber The Verge, das Studio sei "excited about Paramount as a future partner who shares our creative ambitions for the Cyberpunk franchise". Das Spiel hat sich nach den jüngsten Angaben des Unternehmens mehr als 40.000.000 Mal verkauft. Damit gibt es bereits ein breites Publikum für eine Kinofassung.

Schnittstelle zwischen Spiel und Kino

Die Adaption von Cyberpunk 2077 kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Grenze zwischen Videospiel und Film immer unschärfer wird. Die Marke wurde bereits als Netflix-Anime umgesetzt, dessen zweite Staffel noch in diesem Monat starten soll. Zudem arbeitet CD Projekt Red an einer Fortsetzung, intern "Cyberpunk 2" genannt, an der laut Studio 184 Menschen beschäftigt sind. Paramount ist nicht das einzige Studio mit Spielverfilmungen: Es arbeitet außerdem an einem Call-of-Duty-Film für 2.028 und an einem Street-Fighter-Film, der am 16. Oktober anläuft.

Studios sehen den Wert bestehender Fangemeinden und komplexer Erzählungen, die in interaktiven Medien erprobt wurden.

The Verge merkte an, dass Cyberpunk 2077 trotz des holprigen Starts im Jahr 2.020 für CD Projekt Red zu einem großen Erfolg geworden ist. Der Trend spiegelt einen breiteren Wandel der Branche, in dem etablierte Spielmarken als Grundlage für neue Film- und Fernsehinhalte dienen. Die Entscheidung, die Geschichte auf die Leinwand zu bringen, deutet darauf hin, dass Studios auf ein Publikum setzen, das die Vorlage bereits kennt.

KI in der Produktionskette

Während der Paramount-Deal eine klassische Grünlicht-Entscheidung ist, durchläuft die Filmindustrie insgesamt einen technologischen Umbau, den künstliche Intelligenz antreibt. Die South China Morning Post berichtete am 4. Oktober, dass mehr als 90 Prozent der 430.000 Microdramas, die in den ersten acht Monaten des Jahres in China online gingen, KI-generiert waren. Die Zeitung beruft sich auf Angaben der National Radio and Television Administration. Die Zahl zeigt, wie schnell KI in Teilen des Marktes vom Versuchswerkzeug zur primären Produktionsmethode geworden ist.

Produzenten haben es nun schwer, sich in einem Markt zu behaupten, der von ähnlich aussehenden Produktionen überschwemmt wird.

Ein bemerkenswertes Beispiel für die Reichweite von KI: Die Schauspielerin Joey Wong kehrte über eine KI-Rekonstruktion ihrer Rollen in A Chinese Ghost Story und Green Snake auf die Leinwand zurück, erstellt von NetEase. Das zwei Minuten lange Video zeigt, wie KI heute Auftritte wiederauferstehen lassen oder neu erfinden kann. Das wirft Fragen zu Rechten, zum Abbild einer Person und zum Wesen der Schauspielerei im digitalen Zeitalter auf. Gegenüber der South China Morning Post sagten Kreative, die Herausforderung habe sich verschoben: weg von billig produzierten Videos, hin zur Abgrenzung in einem überfüllten Feld.

Auch Ben Affleck hat über die Folgen von KI fürs Filmemachen gesprochen. Firstpost berichtete am 9. Oktober, dass seine Ausführungen dazu viral gingen. Er sagte, die Technik könne das Filmemachen verändern, betonte aber, sie ersetze menschliche Kreativität nicht. Viele in der Branche sehen das ähnlich und betrachten KI als Werkzeug zur Verbesserung, nicht als Ersatz. The Guardian berichtete am 7. Oktober über das Potenzial von Biopics über Tech-Größen wie Zuckerberg, Musk und Altman, die öffentliche Wahrnehmung dieser Personen zu prägen. Dieses Genre könnte künftig selbst stärker mit KI-Unterstützung entstehen.

Technische und logistische Verschiebungen

Auch die Herstellung von Filmen ist von technologischen und lieferkettlichen Veränderungen betroffen. Tom's Hardware meldete am 8. Oktober, dass GlobalFoundries und TSMC eine fünfjährige Vereinbarung im Wert von 2.000.000.000 Dollar geschlossen haben. Danach fertigt GlobalFoundries in den Vereinigten Staaten Silizium-Interposer für TSMCs fortschrittliche CoWoS-Verpackungstechnik. Das ist zunächst eine Entwicklung der Halbleiterbranche, hat aber Folgen für die Hardware, die moderne visuelle Effekte und KI-Renderfarmen antreibt. Die Serienproduktion soll in der ersten Hälfte von 2.028 hochgefahren werden. Das könnte die Versorgung mit Hochleistungsrechnern stabilisieren, die für die Postproduktion großer Filme nötig sind.

InfoQ veröffentlichte am 9. Oktober einen Artikel über Cloudflare K2, einen serverlosen Event-Streaming-Dienst auf Basis von R2-Objektspeicher. Das ist eine Technologie für Entwickler, doch die zugrunde liegenden Prinzipien skalierbarer Datenverarbeitung mit geringer Latenz werden für die Verwaltung großer Datenmengen in der Filmproduktion immer wichtiger, etwa bei Rohmaterial, Metadaten und KI-generierten Assets. Große Datenmengen effizient zu verarbeiten und zu streamen wird für Produktionsteams mit verteilten Arbeitsabläufen zur Kernanforderung.

MIT Technology Review erörterte am 8. Oktober die Rolle industrieller KI auf dem Weg zu sichereren autonomen Systemen. Der Artikel behandelt industrielle Umgebungen, doch die Konzepte von Sicherheit, Zuverlässigkeit und menschlicher Aufsicht lassen sich direkt auf den KI-Einsatz der Filmbranche übertragen. Je komplexere Aufgaben KI-Systeme übernehmen, von der Terminplanung bis zu visuellen Effekten, desto dringlicher braucht es solide Governance- und Sicherheitsrahmen. Der Artikel betont, dass verantwortungsvoller Einsatz im Zentrum der nächsten Automatisierungswelle steht. Diesen Grundsatz dürften Filmstudios übernehmen, wenn sie KI stärker in ihre Abläufe integrieren.

Dynamik auf dem Weltmarkt

Die Filmbranche bewegt sich auch in geopolitischen und wirtschaftlichen Verschiebungen. Tech.eu berichtete am 8. Oktober, dass das Vereinigte Königreich und Deutschland einen Industrie-Technologiekorridor gestartet haben, um Wachstum bei KI und Deeptech zu beschleunigen. Die Initiative, getragen von Unternehmen wie Siemens und Bosch, soll die Zusammenarbeit bei KI, Robotik und Quantentechnologie stärken. Sie hat nichts direkt mit Film zu tun, kann aber die Verfügbarkeit von Talenten und Technologie in wichtigen europäischen Produktionszentren beeinflussen. Der Korridor soll neue Arbeitsplätze schaffen und Investitionen in wachstumsstarke Technologieunternehmen ankurbeln. Europäische Filmproduktionen könnten so neue Möglichkeiten für fortschrittliche KI-Werkzeuge bekommen.

In den Vereinigten Staaten verändert die Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery das Wettbewerbsumfeld. The Verge merkte an, dass der Zusammenschluss unter dem Namen Skydance Paramount erhebliche Größe und Ressourcen verschafft. Diese Konsolidierung kann zu größeren Budgets für prestigeträchtige Projekte wie den Cyberpunk-2077-Film führen, wirft aber auch Fragen zur Vielfalt der Inhalte und zu den Machtverhältnissen in der Branche auf. Während Studios fusionieren und KI-Werkzeuge sich verbreiten, wird das Gleichgewicht zwischen kreativer Kontrolle und technischer Effizienz zum bestimmenden Thema der kommenden Jahre.

Die Produktion des Street-Fighter-Films, der am 16. Oktober startet, und des Call-of-Duty-Films für 2.028 werden erste Tests dieser neuen Lage. Sie werden zeigen, wie Studios KI nutzen können, um Kosten und Zeitpläne zu steuern, ohne die kreative Integrität zu verlieren, die das Publikum erwartet. Der Erfolg dieser Projekte dürfte beeinflussen, wie schnell andere Studios ähnliche Abläufe übernehmen.

Fazit

Der Deal zwischen Paramount und Cyberpunk 2077 ist ein wichtiges Ereignis der Filmbranche und belegt das weitere Zusammenwachsen von Spiel und Kino. Er ist zugleich Teil eines größeren Trends, in dem KI jeden Schritt der Produktion verändert, von der Drehbuchentwicklung bis zur Postproduktion. Die Branche steht an einer Weggabelung: Technischer Fortschritt eröffnet neue Möglichkeiten, bringt aber auch Fragen zu Ethik, Beschäftigung und kreativer Kontrolle mit sich. Wie gut Studios sich anpassen und erneuern, wird für ihren Erfolg entscheidend sein.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Trends entfalten. Mit dem bald startenden Street-Fighter-Film und dem Cyberpunk-2077-Film in früher Entwicklung bietet sich der Branche mehrfach die Gelegenheit, das Potenzial KI-gestützter Produktion zu zeigen. Die Reaktion von Publikum und Kritik wird Aufschluss darüber geben, wohin das Filmemachen im KI-Zeitalter steuert.

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Quellen

8
  1. 01Paramount is making a Cyberpunk 2077 filmEN
  2. 02Quality over quantity: China’s AI microdrama producers battle viewer fatigueEN
  3. 03GlobalFoundries to produce silicon interposers for TSMC's CoWoS in the USEN
  4. 04Cloudflare K2 Builds Event Streams on R2 Object StorageEN
  5. 05Building a safer path to autonomous industrial AIEN
  6. 06UK and Germany launch industrial tech corridor to accelerate AI and deeptech growthEN
  7. 07SafeWorld emerges from stealth to build, deploy robot safety simulation technologiesEN
  8. 08Jabil discusses the pace of humanoid robot development and productionEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Clara Lindner

Clara Lindner

Kultur, Küche und Lebensstil

Clara Lindner schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und arbeitet dabei vor allem mit Primärquellen, Archiven und eigenen Vor-Ort-Besuchen. Bei Küchengeschichten prüft sie Rezeptangaben gegen historische Kochbücher und vergleicht Mengen- und Zeitangaben mehrerer Ausgaben. Für Kultur- und Geschichtstexte spricht sie mit Kuratoren, Designern und Gastronomen und wartet auf Festivalprogramme sowie Ausstellungskalender, um Termine und Werklisten abzugleichen. Ihre Festivalmarathons, Independent-Kino und Filmarchive nutzt sie, um film- und kulturgeschichtliche Bezüge in ihren Stücken zu prüfen. Sie veröffentlicht keine Angaben, die sie nicht selbst nachrecherchiert hat.

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