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Strom und Kühlung für Rechenzentren: Warum die neuesten Lösungen Gasturbinen, Bußgelder und der Orbit sind

Die Goodman Group hat am Montag, dem 28. September, bestätigt, dass sie ihr 1,2 Milliarden australische Dollar teures Rechenzentrumsprojekt „Project Mars“ in Lane Cove in Sydney zurückzieht. Als Grund nennt das Unternehmen ein verändertes regulatorisches Umfeld. Der Schritt fällt mitten in einen wachsenden Streit darüber, wie Rechenzentren mit Strom versorgt und gekühlt werden, von nicht genehmigten Gasturbinen in New Jersey bis zu einem Server mit vier Chips, den Google am 1. Oktober ins All fliegen will.

TechnologieErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 7
Strom und Kühlung für Rechenzentren: Warum die neuesten Lösungen Gasturbinen, Bußgelder und der Orbit sind

Die Goodman Group teilte dem Planungsministerium von New South Wales mit, dass sie das Projekt nicht weiterverfolgen werde, berichtet ABC News. Das Umfeld aus Politik und Regulierung für große Rechenzentrumsprojekte habe sich „deutlich verändert“, erklärte der Entwickler. Außerdem habe man Rückmeldungen aus der Nachbarschaft berücksichtigt.

Das dreigeschossige Bauwerk sollte rund 20 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt stehen. Zur Lane Cove West Public School waren es 160 Meter. Die liberale Senatorin Sarah Henderson hatte Ben McGilp, den General Manager für Projektentwicklung bei Goodman, zum Rückzug gedrängt. Sie tat das in der ersten Anhörung eines Untersuchungsausschusses des Bundesparlaments zu Rechenzentren und KI.

Der Strom ist das schwierigere Problem.

In New Jersey verhängte die Umweltbehörde des Bundesstaates gegen DataOne ein Bußgeld von 1,1 Millionen Dollar. Wärmebildaufnahmen einer Drohne, die The Guardian und Floodlight News beschafft hatten, zeigten, dass 45 von 62 Gasturbinen ohne Genehmigung liefen, meldete Ars Technica am 24. September. Keine der Anlagen hatte eine Genehmigung, obwohl sie mit 1.982 kW liefen. Das ist mehr als das 50-Fache der Schwelle von 37 kW, ab der der Bundesstaat eine Genehmigung verlangt. DEP-Behördenleiter Ed Potosnak nannte es die größte Zwangsmaßnahme, die der Bundesstaat je gegen ein Rechenzentrum ergriffen habe. DataOne hat 45 Tage Zeit, Genehmigungen zu beantragen oder den Betrieb einzustellen, darf die Motoren während des Verfahrens aber weiterlaufen lassen. „Wir werden die Luftreinhaltungsgenehmigungen für die temporären Generatoren beantragen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens der New York Times. DataOne sei mit dem Bußgeld „nicht einverstanden“, fügte er hinzu.

Auch Firmen, die eigene Kraftwerke versprochen hatten, denken um. Crusoe ist ein Rechenzentrumsbauer für KI aus Denver, der 3,9 Milliarden Dollar eingesammelt hat. Von dem Plan, für 1,25 Milliarden Dollar 29 der 42-MW-Superpower-Turbinen von Boom Supersonic zu kaufen, hat sich das Unternehmen verabschiedet, meldete TechCrunch am 25. September. Boom-Chef Blake Scholl bestätigte die Trennung in einem Beitrag auf X. Crusoe-Sprecher Andrew Schmitt sagte, die Energiepläne des Unternehmens hätten sich „nicht geändert“. Man wolle weiterhin Turbinen einsetzen, „nur nicht die von Boom“. Der Verlust des ersten Kunden ist ein Rückschlag für Boom, das im vergangenen Jahr 300 Millionen Dollar eingesammelt hat, um das Geschäft mit stationären Kraftwerken kommerziell aufzubauen.

Kühlung ohne Netz und ohne Planet

Googles Antwort auf Kühlung und Strom ist, die Atmosphäre zu verlassen. Ars Technica meldete am 24. September, dass der erste Satellit des Projekts Suncatcher, MVP, am 1. Oktober an Bord einer Falcon 9 von SpaceX als Mitfluglast startet. Das kühlschrankgroße Gerät trägt vier TPUs von Google und Solarpaneele, die etwa ein Kilowatt liefern, genug für eine Mikrowelle. Google hat das Raumfahrzeug nicht gebaut; es stammt von der Satellitenbildfirma Planet Labs.

Tom's Hardware merkte an, dass die Chips jeweils nur etwa 15 Minuten laufen. Danach müssen sie abschalten, damit die Radiatoren hinterherkommen. Googles Kühlkonzept nutzt ein formbares Wärmeleitmaterial, das die Chips mit Wärmerohren aus Aluminium und Kupfer verbindet. Diese Rohre geben die Wärme an den Weltraum ab, denn Lüfter haben keine Luft, die sie bewegen könnten. Strahlung ist die andere Gefahr: Sie kann Bits in den Chips umkippen, und Googles vorläufige Lösung ist, die Chips regelmäßig neu zu starten.

„Um ganz offen zu sein: Wir erwarten nicht, dass wir in den nächsten Jahren etwas haben werden, das sich sinnvoll betreiben lässt“, sagte James Manyika, Senior Vice President of Research bei Google, der New York Times.

Die Politik auf der Erde dürfte das Tempo ohnehin bestimmen. WIRED meldete am 27. September, dass das Klima in der lokalen Opposition kaum eine Rolle spielt. Wasser, Stromrechnungen, Lärm und Luftverschmutzung stehen weiter oben. In Australien argumentieren Behördenvertreter, der Widerstand sei ein Import aus den USA. Belinda Dennett, Chefin von Data Centres Australia, sagte im März, die USA hätten 5.400 Rechenzentren und 53,7 GW Kapazität, Australien dagegen 252 und 1,4 GW. The Guardian merkte an, dass Australien auf 100.000 Einwohner gerechnet knapp unter einem Rechenzentrum liegt, in den USA sind es 1,5.

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Quellen

7
  1. 01Controversial Sydney data centre project pulled amid community angerEN
  2. 02New Jersey fines data center $1.1M after drone pics expose 62 gas generatorsEN
  3. 03Crusoe abandons $1.25B plan to use Boom turbines at AI data centersEN
  4. 04Google's first Suncatcher orbital data center test launches October 1EN
  5. 05Google's orbital AI data center test packs four TPUs and 1,000W of solar powerEN
  6. 06The Data Center Backlash Should Also Be a Climate Reckoning. It Isn't YetEN
  7. 07Australian backlash to datacentres is faux import from US, officials sayEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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