Südafrikas Wettbewerbsgericht genehmigt Hariths FlySafair-Kauf für 7 Mrd. Rand mit Auflagen
Südafrikas Wettbewerbsgericht hat den Kauf von 100 % an FlySafair durch das Harith Aviation Consortium unter Auflagen genehmigt. Der Deal soll rund 7 Mrd. Rand wert sein. Harith bestätigte die Genehmigung am 29. Oktober, die Anordnung des Gerichts ist auf den 27. Oktober datiert.

Käufer ist das Harith Aviation Consortium. Die in Johannesburg ansässige Harith General Partners führt die Erwerbsgesellschaft an. Sie ist ein Infrastrukturinvestor mit 3 Mrd. Dollar verwaltetem Vermögen. Die Transaktion löst den irischen Leasinggeber ASL Aviation Holdings ab. Die Kontrolle über Safair Holdings, die Muttergesellschaft von FlySafair, geht damit an eine südafrikanische Investorengruppe aus dem Bereich der schwarzen Wirtschaftsförderung über. Harith und verbundene Unternehmen unterzeichneten den Kaufvertrag im Februar 2026.
Das Gericht gibt grünes Licht
Für Passagiere ändert sich auf dem Papier wenig. FlySafair will nach eigenen Angaben am Niedrigpreismodell und am bestehenden Management festhalten. Zu Änderungen bei Tarifen oder Flugplänen hat die Airline nichts angekündigt. Für konkurrierende Fluggesellschaften sind die Auflagen wichtiger. Harith hält bereits eine Beteiligung am Lanseria International Airport. Die Sicherungen sollen verhindern, dass FlySafair dort bevorzugt behandelt wird. Abgeschlossen ist der Deal nicht. Ausstehende regulatorische Genehmigungen und Lizenzfragen sind noch offen.
News24 berichtete, der Deal würde rund 15 % von Hariths Portfolio ausmachen. Finanziert würde er über Fremd- und Eigenkapital. Harith erklärte, der Abschluss werde für Ende 2026 erwartet, vorbehaltlich der ausstehenden Genehmigungen und aufschiebenden Bedingungen.
Die Berichte zum Datum der Bekanntgabe weichen voneinander ab. Getaway nannte Mittwoch, den 28. Oktober. Rustourism News und 2oceansvibe nennen den 27. Oktober als Datum der Anordnung und den 29. Oktober als Hariths Bestätigung.
Warum 60 % Marktanteil zählen
Rustourism News berief sich auf Branchenschätzungen, nach denen FlySafair mehr als 60 % der Sitzplatzkapazität im südafrikanischen Inlandsflugverkehr stellt. Getaway nannte für denselben Anteil Bloomberg-Zahlen. Business Day beschreibt die Airline als größte Fluggesellschaft des Landes nach Marktanteil, bei etwa 60 %.
Den Passagierbetrieb nahm die Airline 2014 mit zwei Flugzeugen auf. Heute betreibt sie laut Daten von ch-aviation 41 Flugzeuge: fünf B737-400, eine B737-400(C) und 35 B737-800. Mit AerCap hat sie Leasingverträge über drei B737-8 unterschrieben. Es sind ihre ersten 737 MAX, vorgesehen ab dem ersten Quartal 2028.
Das Streckennetz umfasst 10 inländische Ziele. Dazu kommen fünf internationale Strecken, die Johannesburg und Kapstadt mit Nachbarländern verbinden.
Für Harith ist der Kauf eine der größten Investitionen in 20 Jahren Firmengeschichte. Das Transportportfolio umfasst bereits Lanseria und Traxtion. Business Day beschreibt Traxtion als größten privaten Bahnbetreiber Afrikas. Zum Portfolio gehört außerdem eine Beteiligung an der Neugestaltung des Grenzpostens Beitbridge. Business Day schrieb, die FlySafair-Transaktion passe zu einer Strategie, die von der Eigentümerschaft an Anlagen zur Eigentümerschaft an den Verbindungen zwischen ihnen führt.
Die Auflagen zu Lanseria
Harith General Partners hält rund 37 % am Lanseria International Airport bei Johannesburg. Diese Beteiligung machte aus einem Airline-Verkauf einen Wettbewerbsfall. Das Gericht untersagte gemeinsame Direktoren von Lanseria und FlySafair. Das Verbot gilt, solange Harith direkt oder indirekt an beiden Unternehmen beteiligt ist.
Harith muss sich zudem aus Entscheidungen von Lanseria zu Preisen, Slot-Vergabe, Vorfeldzugang und anderen Flughafenanlagen oder Diensten heraushalten, die konkurrierende Airlines brauchen. Die übliche Aufsicht als Anteilseigner bleibt erlaubt, vorbehaltlich von Vorkehrungen zum Schutz vertraulicher Daten, wie 2oceansvibe berichtete.
Die Anordnung verlangt faire, angemessene und diskriminierungsfreie Bedingungen für Leistungen an konkurrierende Airlines. Eine Best-Efforts-Pflicht gilt für Leistungen der Lanseria-Gruppe. Der Austausch geschäftlich sensibler Informationen ist eingeschränkt. Das betrifft nicht öffentliche Streckendetails, Flugpläne, Kosten und Expansionspläne. CemAir hatte das Gericht gebeten, die Übernahme zu blockieren oder strengere Auflagen zu verhängen, wie Getaway berichtete. Die Competition Commission, das Beratungsgremium des Gerichts, hatte im Juli 2026 eine Genehmigung unter Auflagen empfohlen.
Arbeitsplätze und Eigentumsregeln
Die Fusionsparteien entlassen wegen der Fusion drei Jahre nach Umsetzung keine Mitarbeiter. Ausgenommen sind freiwilliges Ausscheiden und rechtmäßige Kündigungen. Solche Kündigungen brauchen betriebliche Gründe, die nichts mit der Fusion zu tun haben.
Inländische Airlines müssen nach den Regeln der Zivilluftfahrt zu mindestens 75 % in südafrikanischem Besitz sein. 2024 stellte der Domestic Air Services Council fest, dass FlySafair gegen diese Regel verstößt. Trusts und Unternehmen, nicht Personen, hielten 75 % der Stimmrechte, nach einer Beschwerde des Konkurrenten Lift. Business Day berichtete, ASL Aviation Holdings habe bei der Gründung von Safair 2014 direkt 25 % behalten und 75 % bei lokalen Haltern platziert. Der Safair Investment Trust hielt rund 50 %, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 25 %.
Wie es weitergeht
Harith erklärte, die Parteien arbeiteten die verbleibenden regulatorischen Genehmigungen und aufschiebenden Bedingungen ab. FlySafair warnte in seiner Ankündigung im Februar, südafrikanisches Eigentum werde die Fragen vor den Lizenzbehörden nicht automatisch lösen. Diese Behörden prüfen die vorgeschlagene Struktur nach ihren eigenen gesetzlichen Vorgaben, wie 2oceansvibe berichtete. Für die verbleibenden Genehmigungen gibt es keine veröffentlichte Frist. Harith nennt öffentlich nur Ende 2026.
Elmar Conradie, Vorstandsvorsitzender von FlySafair, zeigte sich erfreut. Er nannte die Entscheidung des Gerichts einen bedeutenden Meilenstein für die Transaktion. Marketingchef Kirby Gordon sagte gegenüber ch-aviation, der Fokus der Airline liege weiter auf dem Service, den die Passagiere bereits nutzen:
Unser Fokus bleibt auf dem Tagesgeschäft. Wir wollen Südafrikanern einen Flugservice bieten, der bezahlbar, effizient und einfach zu nutzen ist.
Weder Harith noch FlySafair haben gesagt, was die Auflagen für die Tarife bedeuten. Zu Änderungen bei Ticketpreisen, Flugplänen oder Buchungsbedingungen infolge der Genehmigung hat die Airline nichts angekündigt.
Quellen
10- 01Harith consortium gets Competition Tribunal approval for FlySafair acquisitionEN
- 02Harith's R7bn FlySafair deal cleared for final take-offEN
- 03FlySafair Takeover Approved: What It Means for South African TravelersEN
- 04FlySafair secures antitrust approval for Harith takeoverEN
- 05Harith wins approval to buy FlySafair in major South African aviation dealEN
- 06FlySafair cleared for Harith takeoverEN
- 07FlySafair's 100% Buyout Clears Tribunal, But The Deal Isn't DoneEN
- 08Estonia approves 24/7 robotic pharmacies, paving the way for a European firstEN
- 09Churchill Capital XI shareholders approve $2.5B Agility Robotics humanoid SPACEN
- 10Federal Reserve Board announces approval of application by The Bank of Nova ScotiaEN
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