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Ukraine nimmt Drohnenangriffe auf russische Raffinerien wieder auf

Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum Sonntag die Raffinerie Kstowo in Brand gesetzt, meldeten russische Staatsmedien. Damit begannen die Angriffe erneut, die nach Angaben des Kremls schon am Freitag wieder eingesetzt hatten, trotz des Drucks aus den USA vor den für den 10. und 11. November in Abu Dhabi angekündigten Gesprächen.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Ukraine nimmt Drohnenangriffe auf russische Raffinerien wieder auf

Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum Sonntag die Raffinerie Kstowo in der Oblast Nischni Nowgorod in Brand gesetzt, meldeten russische Staatsmedien am 1. November. Kurz zuvor hatte ein schwerer Angriff eine weitere große Raffinerie in der Oblast Samara getroffen, die Rosneft gehört, wie russische Staatsmedien berichteten. Vertreter des Kremls erklärten, die ukrainischen Angriffe auf Russland hätten am Freitag wieder begonnen, und beklagten, Kiew ignoriere die Wünsche der USA inzwischen "einfach".

Das Wall Street Journal hatte berichtet, die Ukraine habe dem Druck des Weißen Hauses nachgegeben und die Bombardierung der russischen Energieinfrastruktur eingestellt. Ukrainische Vertreter sagten dem Kyiv Independent, sie hätten einer Forderung von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des US-Präsidenten, nie zugestimmt, die Angriffe auf Raffinerien 30 Tage lang auszusetzen. Selenskyj erklärte, die Ukraine habe die Angriffe auf russische Ölraffinerien drei Tage lang gestoppt, nachdem Trump am 11. Oktober einseitig eine Energiewaffenruhe ausgerufen hatte. Russland habe die ukrainische Energieinfrastruktur während dieser "Waffenruhe" weiter angegriffen.

Trump macht Wolodymyr Selenskyj für den Anstieg der globalen Kraftstoffpreise verantwortlich und hob im vergangenen Monat die US-Sanktionen gegen russischen Diesel auf, berichtete der Guardian. Der Kyiv Independent berichtete, Trump schiebe die hohen globalen Kraftstoffpreise fälschlich den ukrainischen Angriffen zu statt seinem Krieg gegen den Iran.

Selenskyj hat die Angriffe auf die Raffinerien nicht bestätigt. Er sagte, ukrainische Einheiten hätten einen Rüstungsbetrieb in der russischen Oblast Rostow getroffen, in dem Raketen hergestellt werden, und ein Pantsir-Raketensystem sei zerstört worden.

US-Gasplan und LNG-Importe der EU

Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff schlugen vor, russische Erdgasverkäufe nach Europa über Pipelines wiederherzustellen, die durch die Ukraine verlaufen, berichtete das Wall Street Journal. Ein US-Vermittler würde das Gas verkaufen, um EU-Sanktionen zu umgehen, und Kiew würde Transitgebühren auf den alten Pipelines einnehmen. Beamte regten an, die Erlöse auf ein Treuhandkonto zu leiten, damit der Kreml sie nicht zur Finanzierung seines Krieges nutzen könne.

Der Independent berichtete, US-Vertreter hätten den Plan zurückgestellt, nachdem Kiew unter dem Druck Trumps die Angriffe auf russische Raffinerien eingestellt habe. Kiew habe die Angriffe wieder aufgenommen, nachdem Moskau sich geweigert habe, Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu beenden. Ukrainische Vertreter hatten bestritten, Kushners 30-Tage-Forderung zugestimmt zu haben. Die Unterhändler des Weißen Hauses glauben, die Aussicht auf eine Rückkehr russischen Gases auf den europäischen Markt gebe Wladimir Putin einen Anreiz, die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur zu beenden, berichtete der Independent.

Die EU hat gesetzlich festgelegt, alle Käufe von russischem Erdgas bis Ende 2027 zu beenden. Dennoch importierte sie in den ersten neun Monaten 2026 eine Rekordmenge von 12.180.000 Tonnen russischen Arktis-LNG, wie aus einer Analyse von Kpler-Daten durch Urgewald hervorgeht, die der Independent zitierte. Der Independent führte den Rekord auf Verzögerungen beim LNG-Verbot zurück: Kurzfristige Verträge, die vor dem 17. Juni 2025 unterzeichnet wurden, wurden ab April dieses Jahres verboten, neue russische Importverträge ab dem 18. März 2026. Dadurch blieb eine neunmonatige Lücke für kurzfristige Verträge, die zwischen diesen Daten geschlossen wurden. Langfristige Verbote für russisches LNG werden erst 2027 verhängt.

Der Staatenbund zahlte allein im dritten Quartal 2026 schätzungsweise 1.920.000.000 Euro für LNG aus Russlands Jamal-Projekt. Die geschätzte Gesamtrechnung für die ersten neun Monate liegt bei bis zu 7.880.000.000 Euro, berichtete der Independent.

Wie die Pause scheiterte

Obwohl Selenskyj sagte, die ukrainischen Einheiten hätten keine Anweisung erhalten, Angriffe auf russische Raffinerien zu unterlassen, ließ das Tempo der Angriffe in den vergangenen Wochen stark nach, berichtete der Kyiv Independent. Die letzten Angriffe vor der Wiederaufnahme galten der Raffinerie Rjasan am 15. Oktober und Sankt Petersburg am 18. Oktober.

Russische Regionen begannen, Beschränkungen für den Benzinverkauf aufzuheben, als das Tempo der Angriffe nachließ. Im Oktober wurde der freie Kraftstoffverkauf in 15 Regionen wieder aufgenommen, darunter die besetzte Krim und Sewastopol, wo die Lage am schlimmsten war, berichtete Iswestija. Beschränkungen gelten weiterhin in der Oblast Tambow, wo die Behörden begrenzen, wie viel Kraftstoff eine Person kaufen darf, und das Befüllen von Kanistern verbieten. In einigen Bezirken der Oblast Leningrad gibt es weiterhin Versorgungsprobleme.

Was die Ukraine fordert

Am 1. November sagte Selenskyj, die Ukraine werde aufhören, russische Ölraffinerien zu treffen, wie Trump es verlangt habe, wenn Washington Kiew Patriot-Abfangraketen liefere. In einem Interview mit Fox News sagte Selenskyj: "Wir haben gesagt, wenn ihr wollt, dass wir Russlands Raffinerien nicht angreifen, dürfen sie unser Energiesystem nicht angreifen. Eine andere Alternative: Gebt uns Patriot-Raketen, wir finden das Geld, nicht nur Hilfe."

Russland setzte die Angriffe auf ukrainische Energieanlagen fort. Vier ukrainische Regionen wurden in der Nacht von Russland getroffen, in Hunderttausenden Haushalten fiel dadurch der Strom aus, sagte Selenskyj. In Kiew gab es am Sonntag Stromausfälle von acht bis zehn Stunden, nachdem ein wichtiges Wärmekraftwerk beschädigt worden war. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Moskau habe in der Nacht mit 433 Drohnen angegriffen, 371 davon seien zerstört oder unterdrückt worden.

Selenskyj sagte, Russland habe im Oktober 54.400 Soldaten als getötet und verwundet zu beklagen gehabt. Das sei die höchste Monatszahl seit Beginn des umfassenden Krieges. Er sagte, die Ukraine habe im vergangenen Monat 96,2 Quadratkilometer zurückerobert, 10,4 Quadratkilometer mehr, als Moskau erobern konnte.

Gespräche in Abu Dhabi

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff schrieb auf X, die USA würden am 10. und 11. November in Abu Dhabi Gespräche zwischen Russland und der Ukraine vermitteln. Dabei gehe es um Sicherheitsvereinbarungen nach dem Krieg, Deeskalation und humanitäre Bemühungen. Washington hatte gehofft, vor den für Mitte November in Abu Dhabi geplanten dreiseitigen Friedensverhandlungen eine Energiewaffenruhe ankündigen zu können, berichtete der Independent.

Das Kiewer Internationale Soziologische Institut veröffentlichte am 28. Oktober eine Umfrage. Sie ergab, dass die meisten Ukrainer wollen, dass Kiew weiterhin russische Raffinerien angreift, selbst wenn die USA mit einem Ende der Unterstützung drohen.

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Quellen

28
  1. 01Ukraine defies Trump to resume attacks on Russian oil refineriesEN
  2. 02Trump 'pushing to restore Russian gas sales to Europe through Ukrainian pipelines'EN
  3. 03Russia's fuel shortages ease as Ukraine faces Trump pressure to halt refinery strikesEN
  4. 048 people killed in Ukraine after massive Russian strikesEN
  5. 05Kherson Ceasefire Ends As Russia-Ukraine Truce Expires In Oleshky AreaEN
  6. 06Longest truce of Ukraine war ends in KhersonEN
  7. 07Ukraine’s drone strikes spur hasty Russian plans for underground data centersEN
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  9. 09 Putin demands Russian data centers supply capacity to the state in wake of Ukraine drone attacks EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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