US-Senat blockt Datacenter-Energiegesetz, Texas-Richter kritisieren Gaswerk für Meta
Der US-Senat hat am Mittwoch das Ratepayer Protection Act abgelehnt. Die Abstimmung endete 57 zu 43, drei Stimmen unter der nötigen Schwelle von 60. Gleichzeitig empfahlen Verwaltungsrichter in Texas, das Gaswerk von El Paso Electric für das 10-Milliarden-Dollar-Datacenter von Meta nur dann zu genehmigen, wenn Verbraucher vor den Kosten geschützt werden.

Das Ratepayer Protection Act scheiterte am Mittwoch mit 57 zu 43 Stimmen. Es fehlten drei Stimmen für die erforderliche Mehrheit von 60 im von den Republikanern kontrollierten Senat. Vier Demokraten stimmten laut The Guardian mit den Republikanern: Maggie Hassan aus New Hampshire, Amy Klobuchar aus Minnesota sowie die beiden Georgia-Senatoren Jon Ossoff und Raphael Warnock. Das Repräsentantenhaus hatte den Gesetzentwurf Anfang des Monats mit fast einstimmiger Mehrheit verabschiedet.
Das Gesetz hätte Stromversorger verpflichtet, Standards zu prüfen, damit Datacenter die Kosten für Netzausbau, Erzeugung und Verteilung selbst tragen. Diese Kosten würden sonst oft auf Haushalte und Unternehmen abgewälzt. Chuck Schumer, der demokratische Führer im Senat, nannte den Entwurf "zahnlos" und meinte, er "treffe völlig daneben". Er kritisierte zudem ein Treffen zwischen Präsident Trump und Tech-Executives am Dienstag, das laut Schumer eine "moralisch bindende" Vereinbarung zu KI-Kontrollen hervorgebracht habe. "Auf 'Selbstregulierung' zu bauen, ist der Weg, der uns in diese Lage gebracht hat", sagte Schumer im Plenum.
Die Abstimmung fand in derselben Woche statt, in der Verwaltungsrichter der Public Utilities Commission of Texas einen vorläufigen Beschluss zur Stromversorgung des 10-Milliarden-Dollar-Datacenters von Meta im Nordosten von El Paso veröffentlichten. Die Anlage hat eine Leistung von 1 Gigawatt.
El Paso Electric plant den Bau einer 366-Megawatt-Erdgasanlage namens McCloud. Sie besteht aus 813 modularen Generatoren des Anbieters Enchanted Rock, jeweils mit 450 Kilowatt Leistung. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich laut Inside Climate News auf 499 Millionen Dollar. Die Richter befanden, dass das Versorgungsunternehmen Alternativen zum Gaswerk nicht ausreichend geprüft und keine Ausschreibung an Auftragnehmer ausgeschrieben habe.
Sie stellten zudem fest, dass Wurldwide, eine Tochtergesellschaft von Meta, die im Antrag genannt ist, den Prozess gesteuert habe. "Die Auswahl des Projekts wurde durch den vorgegebenen Zeitplan und die Präferenzen von Wurldwide sowie deren Einverständnis, die Investitions- und Betriebskosten zu tragen, getrieben", schrieben die Richter. Sie empfahlen die Genehmigung nur unter der Bedingung, dass El Paso Electric diese Kosten nicht auf die Stromkunden überwälzt. Ohne diese Bedingung empfahlen sie die Ablehnung.
Die finale Entscheidung liegt bei den fünf Kommissaren der PUCT. Für die Abstimmung über den Antrag ist noch kein Termin angesetzt.
Verónica Carbajal, eine Organisatorin der Sembrando Esperanza Coalition in El Paso, die Kommentare von über 1.000 Menschen gegen den Antrag eingereicht hatte, sagte gegenüber Inside Climate News: "Wir sind enttäuscht. Wenn der Staat dies wirklich ernst nehmen würde, würde die Kommission alles ablehnen, was mit Datacentern zu tun hat."
El Paso Electric behauptete zunächst, Solarenergie würde das Meta-Datacenter versorgen. Im Dezember beantragte das Unternehmen stattdessen den Bau des Gaswerks. Die Anlage soll Meta in den ersten fünf Jahren exklusiv versorgen und sich dann an das breitere Übertragungsnetz anschließen. Meta übernimmt die Kosten für diese ersten fünf Jahre, danach könnten Stromkunden zur Zahlung aufgefordert werden.
Der Fall ist ungewöhnlich, da das westliche Texas eine der wenigen Regionen des Bundesstaates ist, die außerhalb des Stromnetzes des Electricity Reliability Council of Texas liegen. Versorger dürfen in ERCOT keine Kraftwerke besitzen, aber außerhalb des Netzgebiets gelten andere Regeln. Deshalb konnte El Paso Electric diesen Vorschlag unterbreiten. Krysti Shallenberger, Research- und Kommunikationsmanagerin beim Energy & Policy Institute, sagte gegenüber Inside Climate News: "Was wir bei El Paso Electric sehen, haben wir auf dem Wettbewerbsmarkt nicht unbedingt beobachtet. Nämlich einen Versorger, der plant, ein teures Gaswerk [für ein Datacenter] zu bauen, das in seine Bilanzsumme eingeht. Er kann damit Gewinn machen."
Die Zahlen hinter dem Ausbau
Die finanzielle Dimension der Projekte, die diese Debatte über Strom und Kühlung befeuern, ist Gegenstand eines am Dienstag veröffentlichten Berichts von Bain & Company. Die Beratungsgesellschaft schätzt, dass die KI-Branche bis 2031 6.000.000.000.000 Dollar jährlichen Umsatz generieren muss, um die steigenden Kapitalinvestitionen in Datacenter-Infrastruktur zu rechtfertigen. Die jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur könnten bis 2031 1.500.000.000.000 Dollar erreichen. Neue Produktentwicklungen, einschließlich Suche, Werbung, Autonomie und physische KI, sollen laut Prognosen 4.200.000.000.000 Dollar beitragen. Für die Produktivität in Unternehmen werden 1.000.000.000.000 bis 1.400.000.000.000 Dollar benötigt. Konsumentennahe Dienste sollen 200.000.000.000 bis 400.000.000.000 Dollar beitragen. "Die Ökonomie der KI-Infrastruktur verlangt Billionen neuen Umsatzes über Produktivitätsgewinne hinaus", sagte David Crawford, Vorsitzender der globalen Technologiepraxis von Bain und Hauptautor des Berichts.
Bain merkte auch an, dass die Größe und die Kosten von Datacentern sich in etwa alle 12 bis 16 Monate verdoppeln. Das Unternehmen zitierte Zahlen der Forschungsfirma Epoch AI für die Prometheus-Anlage von Meta in Ohio: 600 MW zu geschätzten 24.000.000.000 Dollar im Jahr 2025, mit einer Prognose von bis zu 2 GW und 80.000.000.000 Dollar bis 2027, 5 GW mit bis zu 175.000.000.000 Dollar bis 2029 und 9 GW mit 200.000.000.000 Dollar bis 2030.
Strom ist nicht die einzige Einschränkung. Google plant, einen experimentellen Satelliten namens MVP an Bord einer SpaceX Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien zu starten, um einen KI-Datacenter-Betrieb im Orbit zu testen, berichtete Tom's Hardware am 26. September. Der Satellit trägt vier Tensor Processing Units und Solarpaneele, die eine Leistung von einem Kilowatt liefern.
Überhitzung begrenzt die Chips auf Laufzeiten von etwa 15 Minuten, bevor sie zum Abkühlen heruntergefahren werden müssen. Der Orbit-Server soll jedoch KI-Anfragen für bis zu ein Jahr bearbeiten und bis zu sechs Jahre im Orbit bleiben. Googles Antwort auf durch Strahlung verursachte Bit-Fehler besteht vorerst darin, die Chips regelmäßig neu zu starten. Das Unternehmen hat zudem ein Kühlsystem entwickelt, das Wärme direkt in den Weltraum abführt. James Manyika, Senior Vice President of Research bei Google, sagte dem New York Times: "Wir erwarten, um ehrlich zu sein, nicht, dass wir in den nächsten Jahren etwas nützlich Betriebstüchtiges haben werden."
Regulatoren und Anwohner leisten Widerstand
In Europa reichte Lighthouse Reports am Montag eine formelle Beschwerde gegen die Europäische Kommission ein, zuerst von POLITICO berichtet. Die Klage wirft der EU-Exekutive vor, die Energie- und Wasserverbräuche einzelner Datacenter zu verschleiern. Die Beschwerde wurde unter Berufung auf die Aarhus-Konvention eingereicht, ein völkerrechtlicher Vertrag, der der Öffentlichkeit Rechte auf Informationen und Beteiligung an Umweltentscheidungen einräumt. Im November steht der erste Test an, wenn der Compliance Committee der Aarhus-Konvention über die Zulässigkeit entscheidet. Die Kommission reagierte nicht auf die Anfrage von POLITICO um Stellungnahme.
Laut Zahlen der Kommission nutzten die europäischen Datacenter im Jahr 2025 20,7 Terawattstunden Strom, etwa so viel wie der gesamte Verbrauch Kroatiens, sowie mehr als 8 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspricht einem Anstieg des Stromverbrauchs um 26 Prozent und des Wasserverbrauchs um 52 Prozent gegenüber 2024. Die Gesamtwerte basieren auf unvollständigen Daten und wurden nur aggregiert veröffentlicht, nachdem ein Gesetz aus dem Jahr 2024 es Brüssel und den EU-Hauptstädten nach Lobbying durch Tech-Firmen verboten hatte, Informationen über einzelne Datacenter offenzulegen. Ein neues Transparenz-Label, das letzte Woche vorgestellt wurde, wird Betreiber ab nächstem Sommer verpflichten, Energieeffizienz, Wasserverbrauch und den Anteil an sauberem Strom von A bis G zu bewerten. Lighthouse Reports argumentiert jedoch, dass die Regeln den gesamten Energieverbrauch weiterhin verbergen.
In Australien bestätigte die Goodman Group am Montag, dass sie dem NSW Department of Planning mitgeteilt habe, das 1.200.000.000 Australische Dollar teure Projekt Mars Datacenter in Lane Cove nicht weiter zu verfolgen, und verwies auf "Veränderungen im regulatorischen Umfeld", berichtete ABC News. Das dreistöckige Projekt lag etwa 20 Meter vom nächsten Haus und 160 Meter von der Lane Cove West Public School entfernt. Goodman erklärte, das politische und regulatorische Umfeld für den großflächigen Bau von Datacentern habe sich "deutlich verändert" und man habe das Feedback aus dem Planungsprozess, einschließlich der Ansichten der lokalen Gemeinschaft, berücksichtigt.
Sanaa Shah, Senior Campaigner bei Sweltering Cities, sagte gegenüber dem ABC: "Es ist ein klares Zeichen für den wachsenden Widerstand der Gemeinschaft gegen Datacenter. Das beobachten wir im ganzen Land."
Der Netzausbau bleibt die andere Hälfte des Stromproblems. Der am Mittwoch vorgestellte Energie-Genehmigungsgesetzentwurf des US-Senats könnte den Bau von Hochspannungsleitungen vereinfachen, so Canary Media. Eine vom Center for Climate and Energy Solutions in Auftrag gegebene Analyse ergab, dass die Reformen bis 2035 einen Netzausbau ermöglichen könnten, der die Kosten für die Stromlieferung im Vergleich zu einem Business-as-usual-Szenario um etwa 7.000.000.000 Dollar senkt. Das ist eine Nettoeinsparung nach Abzug von 1.900.000.000 Dollar neuen Investitionskosten in Übertragungsnetze. Zudem könnten die Stromrechnungen für Haushalte um etwa 1.100.000.000 Dollar sinken.
Ashna Aggarwal, Direktorin für Analyse bei Greenline Insights, die das Studie durchführte, sagte, die Modellierung zeige, dass die Reformen fast 100 Gigawatt mehr an Wind-, Solar- und Batteriespeicherkapazität sowie fast 40 GW zusätzliche überregionale Übertragungskapazität ermöglichen könnten. Rob Gramlich, Präsident der Beratungsfirma Grid Strategies, sagte: "Wenn der Kongress das Übertragungsnetz des Landes ausbauen und entlasten will, sind das die politischen Änderungen, die das schaffen können."
Ob irgendetwas davon im Gesetzgebungsprozess ankommt, ist eine andere Frage. Das Repräsentantenhaus ist durch Speaker Mike Johnson bis nach den Zwischenwahlen im November vertagt. Der Senat wird seine Arbeit am Freitag beenden, woraufhin die Senatoren in ihre Bundesstaaten zurückkehren, um Wahlkampf zu führen. Das am Mittwoch gescheiterte Datacenter-Energiegesetz war eine der letzten Abstimmungen, die im Senat vor diesem Termin erwartet wurden.
Quellen
7- 01Senate Democrats block datacenter energy bill, saying 'toothless' legislation 'misses the mark'EN
- 02Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10 Billion Meta Data CenterEN
- 03AI needs $6tn in annual revenue to justify data centre boom, Bain saysEN
- 04Google's orbital AI data center test packs four TPUs and 1,000W of solar powerEN
- 05EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
- 06Controversial Sydney data centre project pulled amid community angerEN
- 07Senate permitting bill could greatly expand power lines and clean energyEN
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