Wearables und KI bestimmen eine volle Woche in der digitalen Gesundheitsforschung
Am 1. Oktober berichtete STAT, dass die Fachzeitschrift Science eine Sonderausgabe zur Frauengesundheit veröffentlicht hat. Die Autorinnen argumentieren, dass geschlechtsabhängige Unterschiede bei Krankheiten noch immer kaum verstanden sind. Eine separate Studie ergab unterdessen, dass KI-gestützte Krankenhauskodierung zusätzliche Kosten von 942 Millionen Dollar verursacht hat.

Am 1. Oktober berichtete STAT, dass die Fachzeitschrift Science eine Sonderausgabe zur Frauengesundheit veröffentlicht hat. Herausgegeben wurde sie von einem rein weiblichen Team (Yevgeniya Nusinovich, Sacha Vignieri, Joana Osório und Sarah Ross), das politische Angriffe auf Frauenrechte und Mittelkürzungen als Motive nannte. Die Ausgabe behandelt geschlechtsspezifische Mechanismen von Schmerz sowie den Einfluss der XX- und XY-Chromosomen auf Altern und Krankheit. Laut STAT leiden Frauen etwa doppelt so häufig an funktionellen Schmerzen wie Männer. Die Autorinnen schrieben, „Frauen warten verzweifelt auf konkrete Antworten, die helfen könnten, den üblichen Ansatz abzuschaffen, ihre Beschwerden als reine Einbildung abzutun.“
Das ist der jüngste Eintrag in einem Dossier, das von Wearable- und KI-Gesundheitsstudien dominiert wird. Die meisten davon erschienen in den letzten 72 Stunden.
Am selben Tag meldete STAT, dass eine geplante Neufassung der National Health Interview Survey mehrere Fragen zu Behinderungen streichen und den Fragebogen für Erwachsene von 482 auf 150 Fragen kürzen soll. Rund 25.000 Haushalte sollen ein Formular per Post erhalten. Katy Neas, Vorstandsvorsitzende der Interessenvertretung The Arc, nannte die Änderungen einen „Kopfkratzer“ und sagte STAT: „Wenn wir die Regierung nicht als vertrauenswürdige Datenquelle haben, die Fragen über echte Menschen und deren echte Erfahrungen stellt, werden wir nie bessere [Gesundheitsergebnisse] erreichen.“ Ein kürzlich erschienenes Paper, an dem Statistiker der CDC mitgeschrieben haben, legt nahe, dass frühere Erhebungen möglicherweise 75% der Menschen mit geistigen und Entwicklungsbeeinträchtigungen übersehen haben.
KI in der Abrechnung, nicht nur in der Versorgung
CNBC berichtete am 1. Oktober, dass die Blue Cross Blue Shield Association die zusätzlichen Kosten durch KI-gestützte medizinische Kodierung in Krankenhäusern auf knapp 1 Milliarde Dollar (942 Millionen Dollar) für ihre Gesundheitspläne zwischen 2023 und 2025 schätzt. Luke Chalker, Senior Vice President für Produkt und Datenwissenschaft bei der BCBSA, sagte CNBC, etwa 70%, also 653 Millionen Dollar, entfielen auf zusätzliche Diagnosen, ohne dass sich die Behandlung geändert habe. Den gesamten Anstieg der KI zuzuschreiben, vermied er.
Christopher Whaley, Gesundheitsökonom an der Brown University, sagte CNBC, KI scheine „die bestehenden und zugrunde liegenden Abrechnungsanreize im System zu beschleunigen und sie gewissermaßen leichter nutzbar zu machen.“ Endpoints News fasste dieselbe Debatte am 1. Oktober knapp zusammen: „Bei allem Gerede über das Potenzial der KI, Gesundheitskosten zu senken, scheint sie das Gegenteil zu bewirken.“
Geld floss auch anderswo in der digitalen Gesundheit. Endpoints News berichtete am 1. Oktober exklusiv, dass Parakeet Health 10 Millionen Dollar eingesammelt hat, um die Patientenansprache per KI-Telefonanrufen, Textnachrichten und E-Mails zu automatisieren. Der Versicherungs-Startup Devoted Health sammelte fast 1,2 Milliarden Dollar ein, nachdem er Hunderttausende neue Mitglieder im Seniorenalter gewonnen hatte.
Auf der Forschungsseite ergab eine kleine Pilotstudie der UC San Francisco, veröffentlicht am 23. September in JAMA Psychiatry und finanziert von den National Institutes of Health, dass 20 Teilnehmer, die ihre Aufnahme hochverarbeiteter Lebensmittel um mehr als 85% senkten, mittlere bis große Verbesserungen bei drei Depressionsmaßen zeigten. Die Angstwerte besserten sich leicht. Seniorautor Andrew Krystal sagte, die Studie habe „die Machbarkeit erfolgreich belegt, diese Forschung in einer größeren Studie durchzuführen.“
Eine weitere Studie unter Leitung des Barcelona Institute for Global Health und der Universität Aarhus, veröffentlicht in JAMA Psychiatry und von ScienceDaily aufgegriffen, untersuchte mehr als 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche in Dänemark. Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht erhielten zu Beginn des Studienzeitraums 54% häufiger später eine ADHS- oder Autismusdiagnose. Am Ende sank dieser Wert auf 17%. Erstautor Magnus Elias Tarp sagte, die Botschaft sei „nicht, dass diese Risikofaktoren keine Bedeutung mehr haben“. Vielmehr ähnelten neu diagnostizierte Menschen heute stärker der Allgemeinbevölkerung als noch vor einem Jahrzehnt.
Patente, Kabel und digitale Souveränität
Geschichten über Hardware und Infrastruktur rundeten die Woche ab. Die South China Morning Post berichtete am 1. Oktober, chinesische Unternehmen hätten 2024 laut einer Studie von LexisNexis 44% der weltweiten Drohnen-Patentanmeldungen gestellt, US-Firmen 17%. Nach Wert lagen beide Länder jedoch etwa gleichauf. DJI hielt nur 4% der gesamten Patentwerte, nach etwa 24% Ende 2018. Tom's Hardware meldete am 30. September, die Disc-to-Digital-Funktion von Xbox sei für alle Spieler verfügbar. Sie erlaubt das Spielen ohne Disc, doch wer die Disc verkauft oder verschenkt, kann die digitale Lizenz verlieren.
Data Center Dynamics berichtete am 1. Oktober, SoftBank habe den Kauf von DigitalBridge für rund 3,1 Milliarden Dollar abgeschlossen und den Infrastrukturinvestor damit von der Börse genommen. DigitalBridge verwaltet mehr als 108 Milliarden Dollar an Vermögenswerten. Data Center Knowledge meldete am 30. September, Digital Realty plane eine Kabelanlandestation in seinem Rechenzentrum LAX12 in El Segundo, Kalifornien. Der Betrieb soll 2028 beginnen.
Der Bericht „Digital Sovereignty: From Policy Ambition to Executive Imperative“ des Capgemini Research Institute, am 1. Oktober von Il Sole 24 Ore aufgegriffen, befragte 1.300 Führungskräfte großer Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen. 93% hatten digitale Souveränität auf Vorstandsebene diskutiert, doch 59% hielten vollständige Souveränität für unrealistisch. In Italien hatten 94% das Thema auf Vorstandsebene besprochen, 66% nannten vollständige Souveränität unrealistisch. Monia Ferrari, CEO von Capgemini in Italien, sagte der Zeitung: „Zu glauben, man könne alle Abhängigkeiten beseitigen, ist unrealistisch.“
Zwei weitere Meldungen stehen weiter hinten. heise online berichtete am 1. Oktober, das deutsche Führungszeugnis sei ab 1. Oktober als PDF über das BundID-Postfach verfügbar, zum gleichen Preis von 13 Euro wie die Papierfassung. IEEE Spectrum berichtete am 21. September über HERMES, ein Kurzwellen-Digitalfunkprojekt der gemeinnützigen Organisation Rhizomatica, das verschlüsselte Daten ohne Satelliten oder Relaisstationen überträgt.
Quellen
15- 01Top journal's special issue on women's health casts spotlight on menopause and painEN
- 02As CDC redesigns annual health survey, it removes questions about disabilitiesEN
- 03Health insurer points finger at AI as nearly $1 billion in questionable hospital charges appearEN
- 04Is AI jacking up healthcare costs?EN
- 05Parakeet Health raises $10M to automate patient outreachEN
- 06Insurer startup Devoted Health raises $1.2B as it revs up growthEN
- 07Could quitting ultra-processed food boost your mental health?EN
- 08ADHD and autism diagnoses have surged. A massive study may help explain whyEN
- 09China leads drone patent volume but US matches quality as start-ups drive innovation: studyEN
- 10Xbox Disc to Digital feature rolls out to all Xbox playersEN
- 11SoftBank closes DigitalBridge acquisitionEN
- 12Digital Realty Plans Cable Landing Station at Los Angeles Data CenterEN
- 13Due aziende su tre dicono di no alla sovranità digitale totaleIT
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