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Zhejiang öffnet den Spotmarkt für Netzbatterien, die USA geben 1,9 Milliarden Dollar für Netztechnik

Die chinesische Provinz Zhejiang lässt unabhängige Batterien auf der Netzseite am Strom-Spotmarkt handeln. Grundlage ist eine Mitteilung vom 23. September, über die pv magazine berichtet. Sie umfasst 40 Projekte mit insgesamt 2,54 GW/5,1 GWh. Drei Tage zuvor hatte das US-Energieministerium angekündigt, 1,9 Milliarden Dollar in 31 Projekte für fortschrittliche Netztechnik zu stecken.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20265 Min. LesezeitQuellen 5
Zhejiang öffnet den Spotmarkt für Netzbatterien, die USA geben 1,9 Milliarden Dollar für Netztechnik

Zwei Nachrichten über Netzausgaben fielen diese Woche nur wenige Tage auseinander, in zwei sehr unterschiedlichen Stromsystemen. Die eine ist eine Marktregeländerung im Osten Chinas. Die andere ist eine Bundesförderrunde in den Vereinigten Staaten. In beiden Fällen geht es darum, mehr aus Hardware herauszuholen, die die Netze schon haben oder gerade einbauen.

Die neuere der beiden kam aus Hangzhou. Die Regulierungsbehörden der Provinz Zhejiang haben den provinziellen Strom-Spotmarkt für unabhängige Batterien auf der Netzseite geöffnet, berichtete pv magazine am 26. September. Der Bericht beruft sich auf eine Mitteilung vom 23. September. Herausgegeben haben sie das Zhejiang-Büro der chinesischen Nationalen Energiebehörde, die Provinzkommission für Entwicklung und Reform und das Provinz-Energieamt. Danach registrieren sich Speicherprojekte, rechnen ab und erfüllen technische Zugangsvoraussetzungen nach einem festgelegten Regelwerk. Sie planen ihren Einsatz selbst und entscheiden täglich, ob sie im Energiemarkt oder mit Nebenleistungen zur Frequenzregelung Geld verdienen. Projekte mit Stromlieferverträgen für Endkunden können über die Handelsplattform aussteigen, bevor sie einsteigen. Wer nicht als Speicher registriert ist, wird nach Angaben der Regulierungsbehörde im normalen Netzbetrieb grundsätzlich nicht abgerufen.

Eine der Mitteilung beigefügte Projektliste umfasst 40 Projekte mit insgesamt 2,54 GW/5,1 GWh.

Die Zahlen hinter der Politik sind konkret. Von den 40 Projekten sind 28 mit zusammen 2,13 GW/4,27 GWh bereits im kommerziellen Betrieb und werden zentral abgerufen. Damit qualifizieren sie sich für beide Märkte. Sechs weitere laufende Projekte mit insgesamt 0,11 GW/0,22 GWh dürfen nur in den Energiemarkt. Zhejiang will den Speicher ab dem 1. Januar 2027 auf Preis-Mengen-Gebote umstellen.

Der Kontext zählt so viel wie die Regel. pv magazine verbindet den Schritt mit der Entscheidung Chinas von 2025, die Speicherpflicht für Erneuerbare-Anlagen zu streichen, und mit dem im Februar festgelegten Kapazitätspreisboden für netzgroße Speicher. Mit anderen Worten: Speicher in China wird von einer Pflicht, die an Erneuerbare gekoppelt war, zu einem kommerziellen Vermögenswert, der sich im Abruf rechnen muss.

Washington finanziert Kabel, Sensoren und Steuerung

In den USA kommt das Geld vom Bund, und der Mechanismus sind Zuschüsse statt Marktdesign. Am Donnerstag kündigte das Energieministerium 1,9 Milliarden Dollar für 31 Projekte in 26 Bundesstaaten an, im Rahmen seines SPARK-Förderprogramms. Das berichtete Canary Media am 24. September. SPARK wurde im vergangenen Jahr geschaffen, um Mittel umzuwidmen, die der Kongress im bipartisan-Infrastrukturgesetz von 2021 bewilligt hatte. Die beteiligten Versorger haben gemeinsam 3,35 Milliarden Dollar an Eigenmitteln zugesagt, womit sich die Gesamtinvestition auf 5,25 Milliarden Dollar beläuft, heißt es in demselben Bericht. Zu den Empfängern gehören American Electric Power, CenterPoint Energy, Duke Energy, Eversource Energy, Rocky Mountain Power und PPL Electric Utilities sowie vier kommunale Versorger und ländliche Elektrogenossenschaften in Arizona, New Mexico und North Carolina.

Was die Projekte kaufen, ist überwiegend Ausrüstung. Viele werden fortschrittliche Leiterseile einsetzen, Kabel, die leichter, stärker und leistungsfähiger sind als die Aluminium-Stahl-Leitungen, die im größten Teil des Netzes liegen. So kann die Kapazität entlang bestehender Trassen steigen, ohne neue Masten. Andere installieren Systeme zur dynamischen Leitungsbewertung. Sie schätzen die tatsächliche Kapazität einer Leitung Stunde für Stunde ein, mithilfe von Sensoren an Masten, Geräten an Kabeln oder allein mit Software.

Energieminister Chris Wright erklärte am Donnerstag, die Zuschüsse würden "mehr aus der Infrastruktur herausholen, die wir bereits haben, mehr Strom über das Netz bewegen und dazu beitragen, bezahlbaren, zuverlässigen und sicheren Strom zu liefern, der den amerikanischen Wohlstand für Jahrzehnte befeuern wird". Canary Media merkte an, das Programm sei ein seltener Punkt, an dem die Regierungen Trump und Biden in der Energiepolitik übereinstimmen. Von Trump berufene Amtsträger haben allerdings Milliarden für andere Förderungen aus der Biden-Ära blockiert.

Zwei Projekte dominieren die Liste nach Größe. Ein 1,2 Milliarden Dollar schweres Projekt unter Leitung des Colorado Energy Office und ein 832 Millionen Dollar schweres Projekt des Oklahoma Office of Management and Enterprise Services erhielten jeweils einen Zuschuss von 250 Millionen Dollar. Beide zielen darauf, die Kapazität für den Stromaustausch zwischen dem östlichen und dem westlichen US-Netz zu erweitern. Julia Selker, Geschäftsführerin der Working for Advanced Transmission Technologies Coalition, sagte Canary Media, die Zuschüsse würden "phänomenale" Erfahrungen bringen. Die bundesweite Kostenteilung sei ein gutes Geschäft für die Stromkunden, argumentierte sie.

Warum die Verbreitung hinterherhinkt

Die Technologien sind nicht neu. Canary Media berichtet, Studien des DOE, von Versorgern, Netzforschungsorganisationen und Think-Tanks für saubere Energie hätten Nutzen gefunden, der die Einsatzkosten weit übersteigt. Einige Pilotprojekte reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück.

Die Verbreitung blieb dennoch langsam, aus zwei Gründen, die der Bericht klar benennt: Versorger sind vorsichtig bei ungewohnter Technologie, und sie haben keinen Anreiz, Alternativen zum Bau von Netzanlagen zu wählen, mit denen sie regulierte Gewinne erzielen. Gleichzeitig stehen sie unter Druck, die steigenden Kosten für Upgrades zu begrenzen, die bereits die Kundenpreise nach oben treiben.

Zhejiangs Problem ist anderer Art. Seine Regeln zwingen Speicher, um Erlöse zu konkurrieren. Die Projekte auf der Liste tragen damit Abruf- und Preisrisiko statt einer garantierten Rendite. Die Provinz erklärte, sie werde die Teilnahme weiter beobachten und die Marktbetreiber zu schärferer Aufsicht drängen.

Keine der beiden Entwicklungen beantwortet die Nachfragefrage, die unter beiden liegt. An denselben Tagen, an denen diese beiden Geschichten liefen, wies die Branchenberichterstattung darauf hin, dass Rechenzentren und Elektrifizierung die Netze schneller belasten, als Kapazität hinzukommt. In mehreren Märkten herrscht zudem Druck auf die Strompreise. Zusätzliche Kapazität durch bessere Kabel, bessere Sensoren und besser bezahlte Batterien hilft an der Marge. Ein neues Kraftwerk ersetzt sie nicht.

Die Volvo- und Trucker-Nachrichten der vergangenen Woche zeigen, wohin ein Teil dieser Nachfrage läuft. CleanTechnica berichtete am 27. September, Volvos neue Elektro-Schwerlastreihe habe auf der IAA Transportation in Hannover den International Truck of the Year 2027 gewonnen. Der FH Aero Electric soll bis zu 700 Kilometer pro Ladung schaffen und Megawatt-Laden unterstützen. Electrek berichtete am 26. September, das Joint Venture JUNA von Scania und sennder habe seinen 110. elektrischen Sattelschlepper in Betrieb genommen, mit Plänen für bis zu 40 weitere bis Jahresende.

Ars Technicas Bericht über Teslas Semi-Marktstart am Donnerstag nannte die Einschränkung unverblümt: Die Lkw brauchen ein landesweites Netz spezieller Megawatt-Lader. Auf Teslas Website waren zwei solche öffentlichen Lader im Raum Los Angeles in Betrieb, während das Unternehmen 30 bis Jahresende plant. Das ist dasselbe Problem wie in Zhejiang, nur in anderer Form. Die Fahrzeuge, die Batterien und die Kabel gibt es. Der Netzanschluss und das Erlösmodell entscheiden, ob sie genutzt werden.

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Quellen

5
  1. 01Chinese province moves grid-side batteries into spot marketEN
  2. 02Advanced grid tech gets a $1.9B DOE boostEN
  3. 03Volvo's Electric Trucks Win International Truck of the Year 2027 at IAAEN
  4. 04JUNA puts more than 100 Scania electric semi trucks to workEN
  5. 05Tesla's big electric truck faces an even bigger infrastructure challengeEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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