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Agility-Aktionäre stimmen 2,5-Milliarden-Dollar-SPAC zu, während die Barreserve der Humanoiden auf 465 Millionen Dollar schrumpft

Die Aktionäre von Churchill Capital Corp XI haben am 2. November der Fusion mit Agility Robotics zugestimmt, berichtet The Robot Report. Der Deal ebnet dem Digit-Hersteller den Weg an die Nasdaq unter dem Kürzel AGLT.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 8
Agility-Aktionäre stimmen 2,5-Milliarden-Dollar-SPAC zu, während die Barreserve der Humanoiden auf 465 Millionen Dollar schrumpft

Mehr als 84 Prozent der auf der außerordentlichen Hauptversammlung abgegebenen Stimmen befürworteten den Deal, meldet The Robot Report. Der Abschluss der SPAC-Transaktion ist für den 4. November vorgesehen, der Handel soll am 5. November beginnen. Die Aktie von Churchill Capital schloss am 2. November fast 14 Prozent höher.

Das Geld ist kleiner als angekündigt. Der Transaktion soll Agility nun rund 465 Millionen Dollar Bruttokapital vor Kosten einbringen. Das liegt unter den mehr als 620 Millionen Dollar, die bei der Ankündigung der Fusion im Juni veranschlagt worden waren. The Robot Report schlüsselte die revidierte Summe am 30. Oktober auf. Etwa 164 Millionen Dollar stammen aus dem Treuhandkonto von Churchill, rund 201 Millionen Dollar aus einer PIPE unter Führung von Foxconn und 100 Millionen Dollar aus Eigenkapital, das Agility nach der ursprünglichen Ankündigung eingesammelt hat. Der ursprüngliche Deal bewertete Agility mit einem Pre-Money-Equity-Wert von 2,5 Milliarden Dollar. Die Altaktionäre bringen ihre Anteile in das fusionierte Unternehmen ein, statt Bargeld zu nehmen.

Bei einem Humanoiden-Unternehmen zählt nicht mehr das Demo-Video. Es zählt die Zahl der Einsätze.

Agility zufolge arbeiten Digit-Roboter bereits in 9 Kundenumgebungen. Logistik und Fertigung sind die wichtigsten kommerziellen Märkte. Die längste Partnerschaft besteht mit GXO Logistics, das 2023 mit Agility zusammenkam. 2024 unterzeichneten beide einen mehrjährigen Robots-as-a-Service-Vertrag für Digit im GXO-Werk in Flowery Branch, Georgia, wo der Roboter Behälter auf Förderbänder hebt. Im Oktober kündigten die Unternehmen die Ausweitung auf GXO-Standorte in Statesville, North Carolina, und Lebanon, Tennessee an. Dort sollen die Einsätze Anfang 2027 mit Digit 4 beginnen, bevor der Wechsel zu Digit 5 folgt.

Als Nächstes kommt die Fertigung. Der Landmaschinenhersteller AGCO unterzeichnete im Oktober eine kommerzielle Vereinbarung, um Digit ab 2027 in seinem Werk in Hesston, Kansas, zu testen. Zu den ersten Aufgaben gehören das Sortieren und Stapeln von Teilen und das Abstellen von Behältern für die Lagerung. Agility gibt außerdem an, mehr als 300 Millionen Dollar an verbindlichen Mehrjahresbestellungen für Digit 5 zu haben, die im September vorgestellte nächste Generation. Erste Kunden sollen das Gerät in der ersten Hälfte von 2027 erhalten, die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende jenes Jahres angepeilt. The Robot Report schränkt ein, dass die Mehrjahressumme kein laufender Umsatz ist. Sie hängt von vertraglichen Meilensteinen und Produktspezifikationen ab.

Der Börsengang fällt in ein verändertes politisches Klima. Am 29. Oktober berichtete Ars Technica, Präsident Trump habe Roboterimporte zur Bedrohung der nationalen Sicherheit erklärt. The Robot Report befasste sich am selben Tag mit der Section-232-Feststellung des Weißen Hauses zu im Ausland hergestellten Robotern. Keine der beiden Schlagzeilen sagt, welche Zölle folgen, falls überhaupt welche. Die Kostenwirkung auf einen US-Montierer, der ausländische Bauteile kauft, ist damit noch unklar.

Die Konkurrenz bewegt sich auf demselben Feld. Xpengs Vizepräsident Gu Jie sagte am 28. Oktober, die Feststoffbatterien für den Humanoiden Iron seien in die Kleinserienfertigung gegangen, meldet CnEVPost. Der Roboter selbst bleibt in der Vorserie vor einem geplanten Produktionsstart zum Jahresende und Auslieferungen 2027. In Paris sammelte Bleu Robotics 5 Millionen Euro Pre-Seed ein, angeführt von Contrarian Ventures und OVNI Capital, berichtete Sifted am 29. Oktober. Das Unternehmen verspricht den Fabrikeinsatz nach etwa 20 Minuten Training. Am 28. Oktober zeigte Tom's Hardware, wie JR East eine auf einem Bahnwagen montierte Maschine mit Kettensägen- und Greifarmen testet. Sie wird derzeit ferngesteuert und räumt Äste von den Gleisen.

Am Verbraucherende sind die Zahlen noch dünn. Heise meldete am 3. November, die Datenbank RoboterAtlas habe zum Ende Oktober 49 humanoide Roboter von 41 Unternehmen gelistet. Davon stammten 26 aus China, zehn aus den USA und drei aus Deutschland. 28 richteten sich an Unternehmen und 18 an Forschung und Bildung. Nur 16 waren für private Haushalte gedacht.

Agilitys nächste Prüfung ist die, die öffentliche Märkte anlegen. Lesen sich 9 Kundenstandorte und eine Bilanz von 465 Millionen Dollar als Geschäft und nicht als Fahrplan?

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Quellen

8
  1. 01Churchill Capital XI shareholders approve $2.5B Agility Robotics humanoid SPACEN
  2. 02Humanoid developer Agility now expects to raise $465M in SPAC dealEN
  3. 03Trump declares robot imports a national security threatEN
  4. 04White House makes Section 232 determination regarding foreign-made robotsEN
  5. 05Solid-state batteries for Xpeng's Iron humanoid robot enter small-batch productionEN
  6. 06The French robotics startup promising to deploy industrial humanoids after just 20 minutes of trainingEN
  7. 07Japan experiments with autonomous AI chainsaw-wielding robotsEN
  8. 08Humanoide Roboter: Welche sind in Deutschland erhältlich und was kosten sie?DE

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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