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Batterien geben den Ton an bei All Energy Australia, während US-Versorger auf Gas setzen

Australien hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 neun große Batterieprojekte mit insgesamt 2,3 GW / 7,1 GWh installiert, berichtete pv magazine am 3. November von der Messe All Energy Australia in Melbourne. Das ist mehr als die 2 GW / 5,1 GWh, die im gesamten Jahr 2025 hinzukamen.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20268 Min. LesezeitQuellen 6
Batterien geben den Ton an bei All Energy Australia, während US-Versorger auf Gas setzen

Batterien, nicht Auktionen, gaben in diesem Jahr den Ton an bei All Energy Australia. Die Fachmesse in Melbourne lief am 28. und 29. Oktober. Der Bericht von pv magazine vom 3. November nennt mehr als 22.000 Besucher, rund 5.000 mehr als 2025. Mehr als 490 Aussteller füllten die Hallen.

Die Zahlen hinter diesem Selbstvertrauen sind Speicherzahlen. Neun Batterieprojekte im Netzmaßstab mit 2,3 GW / 7,1 GWh gingen laut pv magazine im ersten Halbjahr 2026 ans Netz. Im gesamten Jahr 2025 waren es 2 GW / 5,1 GWh. Weitere 13 Projekte mit insgesamt 1,6 GW / 6,5 GWh erreichten im selben Halbjahr die Finanzierungszusage. Kein anderer Teil des australischen Markts kam im gleichen Zeitraum an dieses Bautempo heran. Das erklärt, warum die Messehalle eher von Speicheranbietern als von Erzeugungsentwicklern geprägt war.

Im Wohnbereich wurden in den 15 Monaten seit dem Start des staatlichen Programms Cheaper Home Batteries mehr als 550.000 Heimspeicher installiert. Das Programm bezuschusst laut pv magazine rund 30 Prozent der Kosten einer förderfähigen Anlage. Seit dem ersten Ansturm hat sich das Wachstum beruhigt. Die Anbieter auf der Messe wollten das Segment dennoch nicht als reif bezeichnen.

"Der Wohnbereich hat sich in den vergangenen Monaten stabilisiert, aber in diesem Segment steckt noch viel Potenzial", sagte Sudeesh V, Vertriebsmanager bei EP Cube, auf der Veranstaltung. Er nannte South Australia, Western Australia, Queensland und das Northern Territory als Regionen mit Spielraum. In Melbourne und Sydney flacht das Wachstum ab.

Was die Schlagzeilen zu Auktionen übersehen

Wer erneuerbare Energien über Ausschreibungsergebnisse verfolgt, findet im Bild von All Energy eine nützliche Korrektur. Der Speicherausbau in Australien wird weniger von der Auktionsgestaltung getrieben als von einer Haushaltsförderung und, am Netzende, von Erlösen aus dem Markt und aus Verträgen. Am nächsten kommt einem Auktionssignal noch die Entscheidung der Bundesregierung, die Fördergrenze des Small-scale Renewable Energy Scheme von 100 kW auf 1 MW anzuheben. Diese Änderung weitet die Small-scale Technology Certificates auf Anlagen mittlerer Größe aus und senkt deren Anschaffungskosten laut pv magazine um rund 20 Prozent. Das ist ein Zertifikatssystem, keine wettbewerbliche Ausschreibung. Es zielt auf Gewerbedächer, nicht auf die Warteschlange der Großanlagen.

Der Unterschied zählt, wenn man die Welle von Auktionsmeldungen liest, die diese Woche aus Europa und Asien kommen. Kapazitätsmechanismen und umgekehrte Auktionen leisten in diesen Märkten echte Arbeit. In Australien fließt das Geld über einen anderen Kanal.

Sally Bogle, Vizepräsidentin für erneuerbare Energien und Strom bei Rystad Energy, sagte vor dem Publikum in Melbourne, Batteriespeicher erlebten "eine sehr, sehr deutliche Durchdringung". Sie nannte Speichersysteme "eine Silberkugel für den Strommarkt". Sie betonte ihre Rolle bei der Eindämmung der Abregelung von Solarstrom am Tag: "Es erlaubt einer Solar- oder Windanlage, ihr Asset wirklich maximal zu nutzen und den Netzanschluss zu optimieren."

Arizona geht den anderen Weg

Nicht jeder Markt bewegt sich in dieselbe Richtung. Am Freitag reichten Tucson Electric Power und Arizona Public Service ihre Integrated Resource Plans für 2026 ein. Das sind die 15-Jahres-Pläne, mit denen die Bundesstaaten die Beschaffung der Versorger steuern. CleanTechnica berichtete am 2. November, dass beide fossile Brennstoffe ins Zentrum des Plans stellen. APS hat laut dem Bericht von CleanTechnica von allen Versorgern in Arizona das meiste geplante Erdgas und fügt bis 2041 über 4.000 MW hinzu. Dazu gehören das geplante Kraftwerk Desert Sun und der Ausbau von Redhawk, der acht neue mit Methangas befeuerte Turbinen im Maricopa County errichten würde. Der Versorger hat außerdem eine Verlängerung des Kohleliefervertrags unterzeichnet, die das Kraftwerk Four Corners bis 2038 am Netz hält. Ein früherer Plan, 2031 auszusteigen, wird aufgegeben.

Dazu gehört ein Tarifverfahren. APS bittet die Arizona Corporation Commission um eine Tariferhöhung von 14 Prozent, die die durchschnittliche Haushaltsrechnung um rund 240 Dollar pro Jahr erhöhen würde, berichtete CleanTechnica. TEP will die Blöcke 1 und 2 seines Kraftwerks Springerville bis 2031 von Kohle auf Gas umstellen, statt sie stillzulegen. Außerdem plant das Unternehmen 300 MW neue fossile Gaserzeugung. TEP hatte sich zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 80 Prozent bis 2035 verpflichtet. In seinem Plan erklärt es nun, dass es dieses Ziel nicht erreichen wird.

Sandy Bahr, Direktorin des Sierra Club Grand Canyon Chapter, kritisierte die Eingaben: "Diese Versorger schützen ihre eigenen Bilanzen, statt die wirtschaftlichsten Entscheidungen für die Tarifzahler wie Sie und mich zu treffen." Beide Pläne gehen zur Genehmigung an die Arizona Corporation Commission. Die Öffentlichkeit kann Stellungnahmen abgeben.

Der Kontrast zu Australien ist scharf. Ein Markt baut in sechs Monaten schneller Batterien zu als in einem ganzen Jahr. Er subventioniert Heimspeicher in großem Umfang. Der andere verlängert Kohle und baut Gasturbinen, und die Regulierungsbehörde ist die einzige Kontrolle.

Wahlzettel als die andere Auktion

In den Vereinigten Staaten sind einige der folgenreichsten Energieentscheidungen dieser Woche überhaupt keine Auktionen. Canary Media stellte am 30. Oktober fünf Volksabstimmungen zusammen, über die am Wahltag entschieden wird. Zwei davon betreffen direkt, wie Projekte für saubere Energie gebaut und bezahlt werden. Kaliforniens Proposition 45 würde für die meisten staatlichen Umweltprüfungen nach dem California Environmental Quality Act eine Frist von 365 Werktagen setzen, ausgenommen den Bau fossiler Anlagen. Befürworter argumentieren, das beschleunige saubere Energie und andere Infrastruktur. Gegner sagen, es beschneide die Mitsprache indigener Gruppen bei Projekten. In Michigan würde Proposition 2 weiter gehen als jeder andere Bundesstaat und Versorgergeld aus Wahlen heraushalten. Sie würde politischen Aktionskomitees, die von Versorgern finanziert werden, Spenden an Kampagnen verbieten. Auch Führungskräfte der Versorger und ihre Familien dürften nicht mehr spenden. Versorger haben laut dem Energy and Policy Institute, zitiert von Canary Media, mindestens 215.000 Dollar für die Ablehnung ausgegeben.

Eugene in Oregon stimmt über eine Abgabe für Unternehmen mit 1.000.000.000 Dollar oder mehr Bruttogewinn auf nationaler Ebene und mindestens 500.000 Dollar innerhalb der Stadt ab. Das Geld soll in Elektrifizierung und Ausbildung für Arbeitsplätze im Bereich saubere Energie fließen. Colorados Amendment 82 würde ein Recht auf Erdgas zum Kochen und Heizen in die Staatsverfassung schreiben, unterstützt von der konservativen Gruppe Advance Colorado. Ann Arbor in Michigan erwägt, einen kommunalen Versorgungsausschuss zu schaffen. Dieser Ausschuss könnte übernehmen, was der Versorger DTE Energy an Netzvermögen in der Stadt besitzt, ein Schritt, der Gegnern zufolge bis zu 1.000.000.000 Dollar kosten könnte.

Eugene ist bereits auf einem anderen Weg vorangegangen. Am Mittwoch, 28. Oktober, stimmte der Stadtrat mit 6 zu 1 für eine Verordnung zur Offenlegung des Home Energy Score, berichtete CleanTechnica. Damit ist Eugene nach Portland, Hillsboro, Milwaukie und Bend die fünfte Stadt in Oregon mit einer solchen Regel. Die Politik verlangt eine Bewertung des Energieverbrauchs, wenn ein Haus zum Verkauf angeboten wird. Sie bewertet das Haus auf einer Skala von eins bis zehn und listet empfohlene Verbesserungen und verfügbare Förderungen auf. Mehr als 1.000.000 Einwohner Oregons, fast jeder vierte, leben laut dem Bericht inzwischen in einer Gemeinde mit einer Offenlegungsregel.

"Die Abstimmung ist ein wichtiger Schritt, um Emissionen aus Gebäuden anzugehen, Energiekosten zu senken und die Ziele der Climate Recovery Ordinance der Stadt zu erreichen, die Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren", sagte Bethany Cotton, Naturschutzdirektorin bei Cascadia Wildlands. Dylan Plummer, stellvertretender Direktor der Clean Heat Campaign des Sierra Club, verknüpfte die Verordnung mit dem Urteil des Ninth Circuit von April 2023, das Eugenes Verordnung zur Elektrifizierung von Wohngebäuden für ungültig erklärte. Er nannte diese Entscheidung einen Rückschlag für lokale Klimapolitik.

CATL, Google und die Nachfrage hinter den Geboten

Die Speichernachfrage verändert auch die Unternehmensstrategie. CATL, der größte Batteriehersteller der Welt, hat bei Batteriewechsel und Energiespeichern nachgelegt. Das Unternehmen sucht neue Wachstumsfelder angesichts von Preiskämpfen und Druck auf die Rentabilität, berichtete die South China Morning Post am 31. Oktober. Die Zeitung merkte an, dass Nio beim Wechseln bereits gut etabliert ist. BYD hat seine Position bei Energiespeichersystemen gestärkt. Lucas Zhang Liutong, Direktor der Hongkonger Beratung WaterRock Energy Economics, sagte der SCMP, der Wettbewerb in beiden Bereichen sei "bereits ziemlich intensiv".

Auf der Nachfrageseite erklärten Google und Voltus am Donnerstag, 22. Oktober, sie wollten ein Gigawatt Kapazität virtueller Kraftwerke in PJM Interconnection erreichen. Das ist das Zehnfache des Ziels von 100 MW, das die Unternehmen im Juni gesetzt hatten, berichtete Canary Media. In PJM sind die Kosten, um genug Strom für die Spitzenlast zu sichern, in den vergangenen Jahren um mehr als das Achtfache gestiegen. Der Netzbetreiber prognostiziert bis Anfang der 2030er Jahre 30 bis 34 GW neue Nachfrage durch große Lasten. Das System erreichte zuletzt einen Spitzenwert von 162,6 GW.

Voltus-Chefin Dana Guernsey sagte, die ersten 100 MW seien "immer der erste Bissen" gewesen. Das Unternehmen sichert sich Zusagen von Kunden, den Energieverbrauch zu senken oder Batteriestrom zu liefern, bis 2040. Das reicht weit über den Dreijahreshorizont der Kapazitätsauktion von PJM hinaus. Voltus verwaltet landesweit mehr als 9 GW Demand Response und Kapazität virtueller Kraftwerke. Nach einer Kapitalerhöhung von 225.000.000 Dollar Anfang Oktober hat es sich 20 GW bis 2030 zum Ziel gesetzt.

Nichts davon ist ein Auktionsergebnis im engeren Sinn. Es ist jedoch dieselbe Grundfrage: Wer wird dafür bezahlt, gesicherte Kapazität bereitzustellen, und für wie lange. Australien antwortet mit Batterien und einer Haushaltsförderung. Arizona antwortet mit Gas, Kohle und einem Tarifverfahren. PJM antwortet mit Verträgen über Demand Response, die bis 2040 reichen. Die Ausschreibungskalender werden weiter Schlagzeilen produzieren. Die aufschlussreicheren Zahlen dieser Woche kamen von einer Messehalle in Melbourne und zwei Eingaben von Versorgern in Phoenix.

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Quellen

6
  1. 01Key takeaways from All Energy Australia 2026EN
  2. 02More of the Same Expensive Dependence on Fossil Fuels in TEP and APS 2026 Energy PlansEN
  3. 035 ballot proposals that could drive or derail clean energyEN
  4. 04Eugene Becomes 5th Oregon City to Adopt Home Energy Score RequirementEN
  5. 05Can battery swapping and energy storage power CATL's next phase of growth?EN
  6. 06Google plans big virtual power plant in energy-strapped PJM gridEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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