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Healeys erster Haushalt lässt 15 Mrd. Pfund fiskalischen Spielraum

John Healeys erster Haushalt am 28. Oktober ließ für 2029-30 einen Spielraum von 15 Mrd. Pfund gegenüber seinen Fiskalregeln, nach rund 24 Mrd. Pfund im März. Die Renditen britischer Staatsanleihen gaben nach, das Pfund bewegte sich kaum.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 9
Healeys erster Haushalt lässt 15 Mrd. Pfund fiskalischen Spielraum

Der Haushalt lässt ein dünneres Polster

Finanzminister John Healey legte am 28. Oktober 2026 seinen ersten Haushalt vor. Das Office for Budget Responsibility schätzte den fiskalischen Spielraum für 2029-30 auf 15 Mrd. Pfund, unter den im März prognostizierten 24 Mrd. Pfund, sagte Healey. Der Spielraum ist der Betrag, um den die Regierung die Ausgaben erhöhen oder die Steuern senken kann, ohne ihre eigenen Fiskalregeln zu verletzen. Für 2030-31 soll er auf 22 Mrd. Pfund steigen.

Der Haushalt entsprach dem vorsichtigen Kurs, den Anleger erwartet hatten. Die Rendite zehnjähriger Gilts fiel laut Tradeweb um 2,1 Basispunkte auf 5,321%. Das Pfund lag 0,1% niedriger bei 1,3291 Dollar und gab gegenüber dem Euro um 0,2% auf 0,8374 je Euro nach. Damit bewegte es sich kaum gegenüber dem Stand vor dem Haushalt.

Reaktion am Giltmarkt

Die Rendite dreißigjähriger Gilts fiel um etwa 4,5 Basispunkte auf rund 5,70%, wie Berichte von Reuters und Dow Jones meldeten. Die Rendite zehnjähriger Gilts sank am 29. Oktober auf ein Fünfwochentief, berichtete CurrencyNews. Am 30. Oktober stieg das Pfund um 0,4% auf 1,3429 Dollar und war damit laut Reuters die stärkste wichtige Währung des Tages. Im Oktober steuerte das Pfund auf ein Plus von rund 1% zu, den ersten Monatsanstieg seit August. Im Jahresverlauf lag es aber weiterhin rund 0,6% im Minus.

Die Erleichterung folgte auf eine angespannte Phase. Die Rendite dreißigjähriger Gilts überschritt am 1. Oktober die Marke von 6% und erreichte am 7. Oktober mit etwa 6,03% ihren Höchststand seit 1998, meldete Admiral Markets. Die Rendite zehnjähriger Gilts erreichte Anfang Oktober laut LSEG-Daten ein 19-Jahres-Hoch von 5,527%. Das Pfund berührte am 14. Oktober mit 1,3137 Dollar seinen Tiefststand des Jahres 2026.

Fiskalregeln und Schätzungen vor dem Haushalt

Healey bekräftigte sein Bekenntnis zu den Fiskalregeln und zum Wahlversprechen der Labour-Partei, die Einkommensteuer nicht zu erhöhen. Die Regeln verlangen, dass die Schuldenquote am BIP bis 2029-30 sinkt und die laufenden Ausgaben ausgeglichen sind. So soll die Regierung nicht ständig Kredite für den Alltagsbetrieb aufnehmen.

Vor dem Haushalt schätzte Pantheon Macroeconomics, der Spielraum sei bereits von 23,6 Mrd. Pfund zur Frühjahrserklärung auf rund 13 Mrd. Pfund gefallen, weil ein globaler Ausverkauf bei Anleihen die Renditen nach oben trieb. Das war eine Schätzung vor dem Haushalt. Die Zahl des OBR nach dem Haushalt lag bei 15 Mrd. Pfund für 2029-30, unter seiner März-Prognose von 24 Mrd. Pfund. Pantheon bezifferte die jährliche Konsolidierung, die nötig wäre, um den Spielraum vom März wiederherzustellen, auf 11 Mrd. Pfund.

Warum Gilts für Hypotheken und Kredite zählen

Der zehnjährige Gilt ist laut CurrencyNews ein Referenzwert für die Hypothekenpreise und die Kreditkosten der Regierung. Festzinshypotheken werden auf Basis von Swap-Sätzen bepreist. Diese leiten sich aus den Erwartungen über die künftige Entwicklung der Gilt-Renditen ab, nicht direkt aus dem zehnjährigen Gilt. Sinkende Gilt-Renditen können mit der Zeit zu etwas günstigeren Festzinshypotheken führen. Eine wahrscheinliche Zinserhöhung der Bank of England am 5. November könnte einen Teil dieses Vorteils wieder aufheben.

Das OBR prognostizierte für dieses Jahr zusätzliche 14 Mrd. Pfund an Zinszahlungen auf Schulden. Das Debt Management Office teilte mit, sein Nettofinanzierungsbedarf werde 2026-27 bei 258,6 Mrd. Pfund liegen, 7,4 Mrd. Pfund mehr als die Schätzung von 251,2 Mrd. Pfund im April. Es kürzte zudem die geplante Emission langlaufender Gilts, was laut Admiral Markets half, die Renditen 20- und 30-jähriger Anleihen zu senken.

Maßnahmen im Haushalt und Reaktion der Analysten

Der Haushalt enthielt Entlastungen für Haushalte bei den Energierechnungen und zusätzliche Steuern für Banken und Glücksspiel. Außerdem schuf er ein steuerfreies Sparkonto für Erstkäufer von Wohnungen und senkte die Schwelle für die Unternehmerfreistellung bei der Kapitalertragsteuer. Der Bankenzuschlag wurde für 15 Monate auf 6% verdoppelt. Britische Bankaktien legten am Tag des Haushalts zu, da die Erhöhung als verkraftbar galt.

Kathleen Brooks, Forschungsleiterin bei XTB, sagte laut Reuters, "der Anleihemarkt nennt das einen sehr langweiligen Haushalt". Lale Akoner, Analystin bei eToro, sagte, die gedämpfte Reaktion von Pfund und Gilts deute darauf hin, dass der Haushalt die Erwartungen weitgehend erfüllte und Anleger beruhigte, ohne die Aussichten Großbritanniens wesentlich zu verändern. Harry Woolman von Validus Risk Management sagte, die meisten wichtigen Maßnahmen seien im Vorfeld angekündigt worden, angesichts des begrenzten fiskalischen Spielraums und des geringen politischen Handlungsspielraums.

"Von hier aus dürften Inflation und die Erwartungen an die Bank of England für das Pfund und die Kreditkosten wichtiger werden", sagte Akoner.

Wie es weitergeht

Die Bank of England sollte am 5. November über die Zinsen entscheiden. Vor dem Haushalt erwarteten die Märkte weitgehend eine Erhöhung im November, doch der Haushalt könnte ändern, wie viele weitere Erhöhungen folgen. Die Bank beließ den Leitzins im September mit sechs zu drei Stimmen bei 3,75%, wobei drei Verantwortliche eine sofortige Erhöhung auf 4% bevorzugten. Die britische Inflation stieg auf 3,5%, die Kerninflation lag bei 2,8% und die Dienstleistungsinflation bei 3,7%. Höhere Inflation treibt auch die Zinslast der Regierung nach oben.

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Quellen

9
  1. 01Pound Heads for First Monthly Gain Since August as Gilt Yields Ease After Healey's BudgetEN
  2. 02Gilt Yields Ease, Sterling Falls Slightly in Muted Reaction to U.K. Budget (Update)EN
  3. 03UK Budget 2026: Bond Market Has Already Halved Healey's Fiscal Room for Tax RisesEN
  4. 04What bond managers are watching this BudgetEN
  5. 05UK Budget 2026: inflation, BoE rate hikes and gilt yieldsEN
  6. 06Bond Market Punishes Burnham’s ‘Fiscal Flexibility’ as UK Yields Hit G7 HighEN
  7. 07Russia and US seek to block plan for binding rules on autonomous weaponsEN
  8. 08EU budget battle paralyzes Brussels on AI chips, the Arctic and agricultureEN
  9. 09Learn the rules: The hacker mindsetEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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