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Spire Healthcare stimmt Übernahme für 1,03 Mrd. Pfund durch Toscafund-Konsortium zu

Spire Healthcare hat am Montag einer Barübernahme für 1,03 Mrd. Pfund durch Tulip UK zugestimmt, ein von Toscafund angeführtes Konsortium. Der Preis liegt bei 250 Pence je Aktie, damit geht der größte private Klinikbetreiber Großbritanniens in private Hand.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 9
Spire Healthcare stimmt Übernahme für 1,03 Mrd. Pfund durch Toscafund-Konsortium zu

Angebotsbedingungen

Das Angebot liegt bei 250 Pence in bar je Spire-Aktie. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von rund 2,31 Mrd. Pfund. Gemessen am Schlusskurs von 150,4 Pence am 13. Mai, dem letzten Handelstag vor der Ankündigung des möglichen Angebots, entspricht das einem Aufschlag von 66,2 Prozent. Der Vorstand empfahl das Barangebot einstimmig.

Spire ist der größte private Klinikbetreiber Großbritanniens und Mitglied des FTSE 250. Das Unternehmen betreibt 38 Kliniken in England, Wales und Schottland, darunter die Claremont in Sheffield und St Anthony's im Süden Londons. Seine Kliniken und Praxen behandelten 2025 nach Angaben des Guardian 1,36 Millionen Patienten. Spire unterhält zudem ein Netz privater Hausärzte und bietet betriebliche Gesundheitsdienste für mehr als 1 400 Arbeitgeber an.

Strategische Prüfung

Der Übernahme ging eine strategische Prüfung voraus, die Spire im vergangenen September angekündigt hatte. Damals teilte das Unternehmen mit, es spreche mit mehreren Parteien über einen möglichen Verkauf. Der Vorstand erklärte, das Barangebot biete den Aktionären einen sicheren Wert. Die Prüfung umfasste Gespräche mit mehr als 60 möglichen Käufern über rund acht Monate. Dem Guardian zufolge war Toscafund bereits zweitgrößter Anteilseigner von Spire, größter ist Mediclinic, eine in Südafrika gegründete private Gesundheitsgruppe. Spire hatte zuvor mit Bridgepoint und Triton verhandelt, beide zogen sich im März zurück.

Pläne des Käufers

Tulip UK Bidco wird unter anderem von Fonds getragen, die von Toscafund Asset Management und Ares Management verwaltet oder beraten werden. Toscafund wurde im Jahr 2000 von Martin Hughes gegründet. Der Käufer erklärte, als Privatunternehmen könne Spire langfristiger investieren. Die Pläne konzentrieren sich auf das Kerngeschäft mit Kliniken sowie auf Technologie, künstliche Intelligenz und digitale Patientendienste. Die private Eigentümerschaft verschaffe zudem besseren Zugang zu Kapital für Wachstum, einschließlich möglicher Fusionen und Übernahmen.

Die Käufer kündigten nach Abschluss eine weitere einjährige Prüfung an, die zu Änderungen in Spires hausärztlichen Geschäften führen könnte. Laut dem Angebot von Tulip UK könnte das die Zahl der Beschäftigten im Netz privater Hausärzte verringern, falls Teile des Geschäfts veräußert werden.

Spire erklärte, das Angebot falle in eine Phase von Kostendruck, vor allem durch die Inflation, und gedämpfter Anlegerstimmung an den britischen öffentlichen Märkten. Debbie White, designierte Vorsitzende, sagte, die langfristigen Aussichten der privaten Gesundheitsversorgung in Großbritannien seien stark. Der Kostendruck sei jedoch erheblich, unter anderem durch höhere Beiträge zur National Insurance und einen höheren nationalen Mindestlohn. Der Vorstand sei überzeugt, dass die Übernahme das bestmögliche Ergebnis für die Aktionäre sei.

Martin Hughes, Vorstandschef von Toscafund, verwies auf die Erfolgsbilanz seines Fonds bei Gesundheitsunternehmen, die er beim Wachsen und bei Verbesserungen unterstützt habe. Er ergänzte:

"Als Privatunternehmen hätte Spire die Freiheit, langfristig zu planen, und die Beweglichkeit, schneller zu handeln: in seine Kliniken und seine Mitarbeiter zu investieren, neueste Technologie einzusetzen und neue Maßstäbe in der Patientenversorgung zu setzen."

Die Spire-Aktie legte am Montag im frühen Handel um 3,2 Prozent auf rund 246 Pence zu und blieb damit unter den 250 Pence des Angebots.

Der Guardian berichtete, der Deal komme trotz Bedenken wegen einer schleichenden Privatisierung des Gesundheitssystems zustande. Die Zeitung verwies auf eine Studie vom April, nach der private Unternehmen, die Dienstleistungen für den NHS erbringen, darunter Gesundheitsversorgung und Beratung, in den vergangenen zwei Jahren 1,6 Mrd. Pfund Gewinn gemacht haben.

Personalveränderungen

Parallel zur Übernahme kündigte Spire Veränderungen in der Führung an. Justin Ash geht nach neun Jahren als Vorstandschef in den Ruhestand. Vizevorsitzender Sir David Sloman übernimmt die Rolle des Vorstandschefs vorübergehend, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Sir Ian Cheshire scheidet als Vorsitzender aus, Debbie White übernimmt das Amt kommissarisch.

Nach Abschluss will Bidco den früheren Vorstandschef der Circle Health Group, Paolo Pieri, zum Vorsitzenden bestellen und einen neuen dauerhaften Vorstandschef benennen, der Spire unter privater Eigentümerschaft führen soll.

Genehmigungen

Die Übernahme soll über einen gerichtlich bestätigten Scheme of Arrangement umgesetzt werden. Voraussetzung sind die Zustimmung der Aktionäre, des Gerichts und der Aufsichtsbehörden.

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Quellen

9
  1. 01Spire Healthcare agrees £1.03 billion takeover as management reshufflesEN
  2. 02Spire Healthcare agrees to be taken private in £1bn takeover dealEN
  3. 03UK's biggest private hospital firm Spire agrees £1bn takeover by hedge fundEN
  4. 04Spire Healthcare agrees £1bn takeover by hedge fundEN
  5. 05Single-payer health care system proponents were thrown a big bone this electionEN
  6. 06Healthtech: Europe’s 10 most-funded companies in H1 2026EN
  7. 07STAT+: What the midterms could mean for the future of health AIEN
  8. 08Ellipsis Health buys Kouper Health to act on AI voice callsEN
  9. 09CVSS 10.0 LXD, MicroCloud Flaw Lets Attackers Impersonate Trusted Clients Without a Private KeyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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