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Dänisches Modell: Der Atlantikstrom kann sich erholen, wenn sich die Erwärmung umkehrt

Eine am 14. Oktober in Science Advances veröffentlichte Studie des Dänischen Meteorologischen Instituts fand keinen unumkehrbaren Kipppunkt für die Atlantische Umwälzzirkulation. Die Strömung könnte wieder an Stärke gewinnen, wenn sich die globale Erwärmung umkehrt.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20265 Min. LesezeitQuellen 13
Dänisches Modell: Der Atlantikstrom kann sich erholen, wenn sich die Erwärmung umkehrt

Kein Kipppunkt im Modell

Die Atlantische Umwälzzirkulation könnte sich nach einer starken Abschwächung erholen, wenn die globalen Temperaturen sinken. Das geht aus einer Studie des Dänischen Meteorologischen Instituts hervor, die in Science Advances erschienen ist. Das Team fand in seinem Modell keinen Hinweis auf einen unumkehrbaren Kipppunkt, anders als in manchen früheren Arbeiten. Vorgestellt wurde die Studie am Mittwoch, dem 14. Oktober, wie Reuters berichtete.

Die AMOC bringt warmes Wasser von den Tropen nordwärts in Richtung Arktis. Diese Strömung trägt dazu bei, dass die Winter in Europa mild bleiben. Sie verteilt Wärme über den Planeten und prägt das Wetter weit über den Atlantik hinaus. Eine schwächere Strömung würde die europäischen Winter, die Niederschläge und den Meeresspiegel verändern.

In der Simulation schwächt sich die AMOC bei etwa 7 Grad globaler Erwärmung von rund 17.000.000 Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf etwa 6.000.000 ab, also auf etwa ein Drittel ihrer Stärke. Der Rückgang verlaufe allmählich und nicht als Schwellenwert, heißt es in der Studie.

Der Erstautor Chuncheng Guo sagte:

„In unserem Modell sehen wir keinen Kipppunkt, der zu einem Zusammenbruch führt. Die AMOC schwächt sich allmählich ab, aber wir stellen fest, dass sie sofort wieder ihre Stärke erreicht, wenn die globale Erwärmung umgekehrt wird."

Ein Stresstest, keine Prognose

Die 7 Grad Erwärmung liegen weit über den aktuellen Projektionen für den Erwärmungstrend und weit über der Schwelle von 1,5 Grad, zu der sich die Regierungen im Pariser Abkommen von 2015 verpflichtet haben. Die Studie nutzte sie, um das System unter extremen Bedingungen zu untersuchen.

Guo sagte außerdem, die Abkühlungsrate, die nötig wäre, um die AMOC umzukehren, übersteige das, was mit heutiger Technik möglich sei. Die Arbeit stützt sich auf ein einziges Klimamodell, und die Autoren forderten, es gegen andere Modelle zu prüfen. Eine Erholung könnte, selbst wenn sie einsetzt, mehrere Jahrhunderte dauern. Die Folgen einer geschwächten Strömung würden bestehen bleiben.

Was das Modell nicht wiederherstellt

Der grönländische Eisschild schwächt die Strömung, weil er kaltes Süßwasser in den Nordatlantik einbringt. Ist er erst geschmolzen, lässt er sich nicht wiederherstellen, selbst wenn sich der Erwärmungstrend umkehrt, heißt es in der Studie. Die Forscher schätzten, dass nach einem Anstieg um 1,5 Grad langfristig rund 20 cm Meeresspiegelanstieg durch das Schmelzen Grönlands zu erwarten sind.

Eine gestörte AMOC würde nach Angaben der Studie weiterhin die globalen Niederschlagsmuster destabilisieren und den Meeresspiegelanstieg an den Küsten beschleunigen. Willem Huiskamp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der nicht beteiligt war, sagte, eine stabilere AMOC wäre eine gute Nachricht. Er bezweifelte jedoch, dass die reale Strömung so stabil ist, wie manche Modelle nahelegen.

Warum das Ergebnis zählt

Das Ergebnis befeuert die Debatte darüber, ob die AMOC einen unumkehrbaren Zusammenbruch erlebt. Eine Arbeit aus dem Jahr 2023 in Nature Communications legte ein mögliches Zeitfenster für einen Zusammenbruch zwischen 2037 und 2109. Die dänische Studie klärt den Zeitpunkt nicht, deutet aber darauf hin, dass die Zirkulation wieder an Stärke gewinnen kann, wenn die Erwärmung umgekehrt wird.

Die Umweltorganisation der Vereinten Nationen erklärte im September, die globalen Temperaturen würden die Schwelle von 1,5 Grad binnen weniger Jahre überschreiten. Die Forscher drängten auf schnelleres Handeln, um die Emissionen einzudämmen. Guo sagte, sich auf eine künftige Abkühlung zu verlassen, sei riskanter, als die Erwärmung jetzt zu verhindern.

„Statt darauf zu hoffen, dass es zu einer globalen Abkühlung kommt, ist es eine viel, viel sicherere Strategie, die Erwärmung von vornherein zu vermeiden."

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Quellen

13
  1. 01Key Atlantic currents could collapse this century, but the risk is missing from almost all national climate plans - new studyEN
  2. 02Atlantic Ocean current could recover from global warming damageEN
  3. 03Atlantic current shows steady decline, with scientists warning collapse could amplify global warming and disrupt climate systemsEN
  4. 04Greenland Ice melt and the future of Atlantic Ocean circulationEN
  5. 05Atlantic Ocean currents can recover from severe climate weakening, study findsEN
  6. 06Atlantic Ocean currents could recover after severe climate weakening, study findsEN
  7. 07Atlantic Ocean currents can recover from severe climate weakening, study findsEN
  8. 08The Atlantic Current (AMOC) is slowing down: confirmation comes from satellitesEN
  9. 09A slowing Atlantic current could unleash stronger California storms - Science DailyEN
  10. 10Congo launches energy supply study into economic zones, industriesEN
  11. 11Reasoning-Trace Overflow in Code Generation: An Empirical Study of Explicit Reasoning ModelsEN
  12. 12A Comparative Study of Importance Attribution to Columns in Deep Learning over Relational DatabasesEN
  13. 13Studying Fraudulent North Korean IT WorkersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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