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Perus Kulturministerium meldet 38 Tote auf unversehrter Grabplattform der Chimú in Chan Chan

Perus Kulturministerium teilte am 8. September 2026 mit, Archäologen hätten im Komplex Utzh An von Chan Chan eine unversehrte Grabplattform mit den Überresten von 38 Personen gefunden. Die Grabbeigaben hoher Würdenträger blieben mehr als sechs Jahrhunderte weitgehend ungestört.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 34
Perus Kulturministerium meldet 38 Tote auf unversehrter Grabplattform der Chimú in Chan Chan

Die Plattform in Utzh An

Die Plattform liegt in Utzh An, der ummauerten Anlage, die früher als Gran Chimú Palast bekannt war. Sie besteht aus einer zentralen Kammer, die von zwei größeren Seitenkammern flankiert wird.

Die zentrale Kammer ist etwa 1,2 Meter breit und fünf Meter tief. Eine Treppe führt rund 2,5 Meter hinab, und in der Kammer gibt es eine Nische. Darin lagen eine Person sowie Gegenstände aus Muschelschalen und Metall, wie Jorge Meneses, der leitende Archäologe des Projekts, laut Archaeology sagte.

Jede Seitenkammer ist etwa 1,5 Meter breit und acht Meter lang und reicht 3,5 Meter unter die Arbeitsoberfläche. In einer lagen Waffen und Metallembleme, aber keine menschlichen Überreste. In der anderen kamen bislang 20 Personen zutage. Weitere 18 Menschen wurden an anderer Stelle der Plattform gefunden, womit die Gesamtzahl 38 beträgt.

Warum die Plattform bedeutend ist

Das Kulturministerium leitete die Arbeiten, ausgeführt wurden sie vom Sonderprojekt Archäologischer Komplex Chan Chan. Das Ministerium nannte den Fund außergewöhnlich, weil die Gräber und ihr Inhalt mehr als sechs Jahrhunderte weitgehend ungestört überdauerten. AOL berichtete, das Ministerium habe erklärt, die Stätte sei historischen Plünderungen entgangen.

Meneses sagte, vieles, was Forscher über die Gräber der Chimú-Elite wüssten, stamme von Plattformen, die seit der Kolonialzeit geplündert und beschädigt worden seien. Die dort entnommenen Objekte gelangten in Museums- und Privatsammlungen, sodass die Informationen über ihren ursprünglichen Kontext lückenhaft blieben.

HeritageDaily schrieb, die neue Plattform biete eine seltene Gelegenheit, die Überreste und Artefakte in der Lage zu untersuchen, in der sie vor etwa 600 Jahren niedergelegt wurden.

HeritageDaily wertete die Objekte als starken Beleg dafür, dass die Anlage mit hochrangigen Mitgliedern der Chimú-Gesellschaft verbunden war. Dazu zählen feine metallene Ohrenschmuckstücke, Halsketten und Kopfschmuck, geschnitzte Holzkisten mit Metallapplikationen, Ketten aus Meeresmuscheln und Quarz, Waffen und zeremonielle Gegenstände. Bei mehreren Personen fanden sich Spuren roten Pigments an den Köpfen.

Laut dem Ministerium war roter Farbstoff in andinen Gesellschaften heiligen Bestattungen hoher Würdenträger vorbehalten. Dieselbe Farbe wurde auf mehreren Keramikobjekten nachgewiesen. Das Ministerium erklärte, dies stütze die Deutung, dass die dort Bestatteten zur Chimú-Elite gehörten.

AOL berichtete, das Ministerium habe die Artefakte als Zeugnis hohen Statusreichtums und als Beleg für einen "deutlichen stilistischen Einfluss der Inka" beschrieben.

Chan Chan und die Chimú

Chan Chan war die Hauptstadt der Chimú-Zivilisation und eine der größten präkolumbischen Städte Südamerikas, wie AOL berichtete. Die UNESCO führt sie als Weltkulturerbe. Das Gelände umfasst nach Angaben der UNESCO und National Geographics etwa 13 Quadratkilometer, die höchste Einwohnerzahl erreichte bis zu 40.000. Die Chimú hielten die Stadt bis zur Eroberung durch die Inka im Jahr 1.470.

Die gestreckte Bestattung

Ein Skelett im hinteren Teil einer Kammer lag voll ausgestreckt und nicht angehockt oder sitzend angehockt. Dieser Unterschied ist der Punkt, den Archäologen noch nicht erklären können. Eine Möglichkeit ist, dass die Person Opfer eines Opferrituals war. Eine andere, dass die Lage einen erheblichen Unterschied im sozialen Rang zu den übrigen auf der Plattform Bestatteten widerspiegelte. Meneses sagte, die Person sei am Boden einer der Kammern gefunden worden.

Weitere Untersuchungen der Überreste sind nötig, bevor Forscher entscheiden können, ob die Befunde eine der beiden Deutungen stützen. Identität, Status und Todesumstände der Person sind bislang ungeklärt.

Wie es weitergeht

Jahrhunderte der Feuchtigkeit an der Küste haben die Knochen und organischen Materialien äußerst fragil gemacht. Fachleute dokumentieren jede Bestattung vor der Bergung mit hochpräziser Photogrammetrie, wie HeritageDaily berichtete. Das Ministerium datiert die Plattform auf mehr als 600 Jahre.

Die Plattform liefert starke Belege dafür, wie die Chimú ihre hochrangigen Toten bestatteten. Warum eine Person gestreckt lag, erklärt sie noch nicht.

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Quellen

34
  1. 01Excavations reveal elite Chan Chan funerary platform - HeritageDailyEN
  2. 02Archaeologists uncover 600-year-old Chan Chan burial complex in Peru, along with 38 high-status individualsEN
  3. 03Burial Platform Excavated at Peru's Chan ChanEN
  4. 04600-Year-Old Burial Complex Revealed in PeruEN
  5. 05Chan Chan: Peru's Vast Adobe Empire Near TrujilloEN
  6. 06Chan Chan’s Desert Walls Still Hold Peru’s Oldest StoryEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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