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Mobilfunknetze als Sensoren: Ericssons ISAC-Drohnenerkennung und die Frage nach dem privaten 5G

Ericsson hat am 2. November mitgeteilt, dass seine Technologie Integrated Sensing and Communication niedrig fliegende Drohnen mit bestehenden Mobilfunknetzen erkennen und verfolgen kann. Erste Piloten nur für Sensorik starten 2027, breitere Einsätze folgen ab 2028.

TechnologieErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 3. November 20264 Min. LesezeitQuellen 11
Mobilfunknetze als Sensoren: Ericssons ISAC-Drohnenerkennung und die Frage nach dem privaten 5G

The Register berichtete am 2. November über die Ankündigung. Es ist der bislang konkreteste kommerzielle Zeitplan dafür, Mobilfunkinfrastruktur in ein verteiltes Sensornetz zu verwandeln. Laut Ericsson braucht das System sensorfähige Funkgeräte, eigene Rechenleistung und Software. Es ergänzt Radar, statt es zu ersetzen.

Das Prinzip ist einfach. Sendet ein Funkstandort, empfangen mehrere andere Standorte das Signal, das von einer Drohne reflektiert wird. Das Netz wertet diese Reflexionen aus, bestimmt daraus eine Position und verfolgt sie.

The Register zitiert Ian Fogg, Research Director bei CCS Insight. Mobilfunknetze eigneten sich dafür, weil ihre Antennen bereits niedrige Höhen abdeckten, in denen Drohnen fliegen. Ein 6G-Verfahren auf Basis eines Standards könnte die Genauigkeit verbessern, weil dann Basisstationen verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Dieser Punkt zur Interoperabilität ist der entscheidende. Ein Sensormarkt auf proprietären Funkgeräten sieht ganz anders aus als einer auf einem gemeinsamen Standard. Fogg verortet die Genauigkeitsgewinne auf der Seite der Standards, nicht bei der Hardware eines einzelnen Anbieters.

Zwei Tests, eine Woche

Die kommerzielle Nachricht kam zeitgleich mit militärischen Tests. Tom's Hardware berichtete am 2. November, dass die NATO ihre Übung Digital Backbone Experimentation, DiBaX 2026, zwischen dem 19. und dem 30. Oktober in Lettland durchführte. Die Übung untersuchte, ob 5G-Türme fliegende Objekte passiv erkennen und verfolgen können. Derselbe Artikel erwähnt, dass AT&T und Ericsson die Drohnenerkennung per Netzwerksensorik über ein 5G-Netz in der Nähe einer großen Sportstätte in den USA vorführten.

Hier kommt die Branche der privaten Netze ins Spiel. Eine Erkennungsfunktion, die ein Verteidigungsministerium kauft, ist ein Produkt. Dieselben Funkgeräte in einer Fabrik, einem Hafen oder auf einem Flughafengelände sind ein anderes. Ericssons eigene Darstellung in The Register zielt auf das zweite. Nach Fogg kann Sensorik auch Boote in einem Hafen, Verkehrsmuster oder Wetter erfassen. Tom's Hardware bringt den naheliegenden Einwand. Der Artikel warnt, 5G-Masten könnten zu einem noch attraktiveren Ziel werden, wenn sie zugleich als Sensoren dienen. Preise nennt keines der beiden Medien. Für die kleinen Piloten hat Ericsson keine Genauigkeitswerte veröffentlicht.

Auch die Nachfrageseite bewegt sich

Der Vorstoß in die Sensorik fällt nicht in einen ruhigen Markt. Light Reading berichtete am 29. Oktober, dass die tägliche Nutzung multimodaler KI in Indien Prognosen zufolge von heute 22% auf 43% im Jahr 2030 steigt, gegenüber einer globalen Prognose von 30%, unter Berufung auf eine Studie von Ericsson ConsumerLab. Der Artikel zitiert Nitin Bansal, Managing Director von Ericsson für Indien und Leiter des Netzgeschäfts für Südostasien, Ozeanien und Indien. Er sagt, die Netze seien bereit für KI, müssten aber für die Anforderungen jeder Anwendung optimiert werden.

Der Uplink ist in Gebäuden und an Zellenrändern schwächer, weil Telefone mit viel geringerer Leistung senden als Basisstationen.

Diese Einschätzung stammt von Arun Menon von MTN Consulting, ebenfalls in Light Reading. Sie ist wichtig für alle, die Sensorik oder KI-Verkehr in einem privaten 5G-Netz planen. Die schwache Stelle ist die Geräteseite, nicht der Turm.

Optik und Quantentechnik laufen parallel. Light Reading berichtete am 29. Oktober, dass Lumen drei Initiativen angekündigt hat. Eine ist die Arbeit mit Emerald AI, um KI-Workloads je nach verfügbarer Leistung zwischen Standorten zu verschieben. Eine weitere ist Forschung mit der Ohio State University zur Quantenkonnektivität über Glasfaser. Die dritte ist quantenresistente Sicherheit über ein SASE-Produkt auf Basis von Fortinet. Derselbe Artikel nennt eine Prognose von Gartner. Bis 2030 zwingen demnach die Stromgrenzen von Rechenzentren 75% der Leiter von Infrastruktur und Betrieb dazu, die Platzierung von KI-Workloads energiebewusst vorzuschreiben.

Wie die Hardware aussieht

Auf der Chip-Seite listet der Rundblick von Semiconductor Engineering vom 3. November neue Arbeiten auf. Eine stammt von imec und der Vrije Universiteit Brussel zu den eingebetteten Emissionen von 2.5D- und 3D-Skalierung in gechipten GPUs. Eine weitere ist ein Papier von Materials Center Leoben, PVA TePla und ASE zur KI-basierten Bildverbesserung bei der Erkennung von Defekten an Flip-Chip-Verbindungen. Der Wochenrückblick vom 30. Oktober ergänzt, dass ASE für 2027 eine Verdopplung des Umsatzes mit Advanced Packaging erwartet. Außerdem prüft TSMC Berichten zufolge eine Preiserhöhung um 20% für CoWoS.

Nichts davon ist privates 5G, aber es ist die Lieferkette darunter. Diensteanbieter testen die Sensorik-Idee bereits im eigenen Umfeld. Turkcell erprobte am 22. Oktober kamerafreie 5G-Sensorik in einem privaten Netz, wie eine Schlagzeile in einer Kontextliste zeigt.

Unbewiesen bleibt der Maßstab. Ericssons Piloten 2027 sind klein und nur auf Sensorik ausgelegt. Wie viele Kunden unterschrieben haben, hat das Unternehmen nicht gesagt. Die NATO-Übung in Lettland lief zwölf Tage. Aus beidem eine Flächendeckung für ein ganzes Land zu machen oder für eine Fabrikhalle, hat bislang niemand öffentlich gezeigt.

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Quellen

11
  1. 01Ericsson says it can detect, track drones using only mobile networksEN
  2. 02Military explores commercial 5G networks for enemy drone defenseEN
  3. 03AI traffic growth could strain India's networks as telcos face monetization challengeEN
  4. 04Lumen redefining networking for AI and quantum eras with three new initiativesEN
  5. 05Chip Industry Technical Paper Roundup: Nov. 3EN
  6. 06Chip Industry Week In ReviewEN
  7. 07What is Starshield? A look at SpaceX's military satellite networkEN
  8. 08Ukrainian startup, GomSpace test satellite for future communications networkEN
  9. 09CVSS 10.0 LXD, MicroCloud Flaw Lets Attackers Impersonate Trusted Clients Without a Private KeyEN
  10. 10Cloudflare Reports 18.2 Million Network-Layer DDoS Attacks in Q3, Up 38%EN
  11. 11FCC moves to knock down copper network retirement roadblocks in CaliforniaEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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