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Waaree verdoppelt Modulkapazität in Texas auf 3,2 GW, während Cloud- und Speichernachfrage das Angebot verknappen

Waaree Solar Americas hat am 29. Oktober in seinem Werk in Brookshire, Texas, die kommerzielle Produktion auf zwei neuen Modullinien mit je 800 MW aufgenommen. Die Jahreskapazität des Standorts verdoppelt sich damit auf 3,2 GW, wie pv magazine am 3. November berichtete. In derselben Woche kamen härtere Zahlen von der Nachfrageseite: Die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur erreichten im dritten Quartal nach Angaben von Synergy Research Group 168.000.000.000 Dollar, und Apples Fertigungsrechnung stieg um 33.000.000.000 Dollar, weil die Speicherpreise kletterten.

TechnologieAnalyseKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20268 Min. LesezeitQuellen 7
Waaree verdoppelt Modulkapazität in Texas auf 3,2 GW, während Cloud- und Speichernachfrage das Angebot verknappen

Die Linien in Texas sind kein Pilotprojekt. Jede bringt 800 MW Jahreskapazität. Waaree zufolge hat der Vorstand die Erweiterung im April 2025 genehmigt. Die Produktion beliefert jetzt US-Entwickler, Versorger und EPC-Auftragnehmer. Das Unternehmen begründet die Investition mit den Handelsmaßnahmen nach Section 232, die die Wirtschaftlichkeit importierter Module verändert haben.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen lohnt sich. Der Umsatz aus dem US-Fertigungsgeschäft von Waaree erreichte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 13.000.000.000 INR (146.000.000 Dollar), nach 7.320.000.000 INR ein Jahr zuvor, wie pv magazine berichtet. Das US-Inlandsgeschäft machte 43,8% des Auftragsbestands von 592.000.000.000 INR aus, gegenüber rund 36% am Ende des Vorquartals. Der konsolidierte Umsatz aus dem operativen Geschäft stieg im selben Quartal um 23,9% auf 75.180.000.000 INR.

„Die veränderte Handelspolitik hat die Argumente für lokale Fertigung gestärkt, und genau dort haben wir investiert“, sagte Sunil Rathi, ein Direktor der Waaree Group, in Äußerungen, die pv magazine wiedergab. „Mit Brookshire bei 3,2 GW und dem Ausbau in Arizona bedienen wir amerikanische Kunden aus amerikanischen Fabriken, und unser US-Auftragsbestand wächst weiter jedes Quartal.“

Waaree erweitert zudem sein Modulwerk in Arizona von 1 GW auf 1,6 GW. Das soll die gesamte US-Modulkapazität im Geschäftsjahr 2027 auf 4,8 GW bringen. Der weltweite Modulauftragsbestand liegt über 25 GW. In Indien will das Unternehmen die Solarzellenkapazität im Geschäftsjahr 2027 von 5,4 GW auf 15,4 GW erhöhen. Außerdem plant es, im Geschäftsjahr 2028 ein Werk für Ingots und Wafer mit 10 GW in Betrieb zu nehmen.

Das andere Ende der Kette: China geht ins Ausland

Am selben Tag meldete pv magazine, dass der chinesische Zellenhersteller Yingfa Ruineng in Indonesien ein Werk mit 7,5 GW vorgestellt hat, das n-Typ-TOPCon-Zellen produziert. Es ist die erste Fertigungsbasis des Unternehmens im Ausland, zu den drei in China kommt sie hinzu. Zusammen kommen die vier auf eine effektive Kapazität von 51,5 GW, darunter 45,5 GW n-Typ-TOPCon, nach Zahlen, die das Unternehmen veröffentlichte.

Das Werk ist auf Indonesiens 100-GW-Solarprogramm und auf die lokalen Content-Regeln ausgerichtet. „Für Projektentwickler, Auftragnehmer und Modulhersteller kann lokale Zellproduktion kürzere Lieferwege, engere technische Abstimmung und mehr Flexibilität bei der Versorgungsplanung bieten“, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme, die pv magazine zitierte. Die lokale Fertigung soll indonesischen Modulherstellern helfen, die TKDN-Anforderung des Landes zu erfüllen, vorbehaltlich der Zertifizierung.

Yingfa Ruineng lag in der ersten Hälfte des Jahres 2026 nach Angaben des Forschungsunternehmens InfoLink bei den weltweiten Solarzellen-Auslieferungen auf Platz zwei, hinter Tongwei. Zwei Ankündigungen an einem Tag beschreiben dieselbe Neuordnung, wo Module und Zellen gefertigt werden. Die eine baut Kapazität innerhalb der US-Zollmauer auf, die andere außerhalb Chinas.

Rechenleistung ist die engere Grenze

Solarkapazität wächst nach veröffentlichten Zeitplänen. Die Kapazität von Rechenzentren nicht. Die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturdienste erreichten im dritten Quartal 2026 168.000.000.000 Dollar, ein Plus von 55% gegenüber dem Vorjahr, nach einem Bericht von Synergy Research Group, über den Data Center Knowledge berichtete. Der Markt hat sich in acht Quartalen verdoppelt. Auf KI-spezifische Dienste entfällt inzwischen rund ein Drittel des Gesamtumsatzes.

John Dinsdale, Chefanalyst bei Synergy, sagte gegenüber Data Center Knowledge, drei Faktoren trieben den Anstieg: ans Netz gehende Kapazität, höhere Preise und eine Verschiebung hin zu teureren KI-Diensten. „Ein großer Teil der zusätzlichen Kapazität, die gerade online geht, zielt gezielt auf wertvollere, höherpreisige KI-Dienste“, sagte er. Amazon hielt 26% der weltweiten Cloud-Infrastrukturumsätze, Microsoft 19% und Google 16%. Microsoft und Google wuchsen schneller als Amazon. Neoclouds wie CoreWeave, Crusoe und Nebius gehörten zu den am schnellsten wachsenden Anbietern außerhalb der Top drei.

Die Baupipeline hinter diesen Umsätzen ist groß, aber langsam. Der August-Bericht von CBRE zu den Trends bei nordamerikanischen Rechenzentren, zitiert von Data Center Knowledge, zählte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 7.481 MW im Bau in acht Hauptmärkten, 24,8% mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als 80% waren vorvermietet, gegenüber 74,3% ein Jahr zuvor. Stromengpässe verschoben die Fertigstellungstermine immer weiter. Der Halbjahresbericht von JLL vom August bezifferte den Anteil der Hyperscaler an der nordamerikanischen Mieternachfrage auf 59%, mit 28 GW eigengenutzter Kapazität im Bau, Neoclouds auf 11% und KI-Unternehmen auf 7%. Dell'Oro Group prognostizierte im August, dass die weltweiten Investitionen in Rechenzentren bis 2030 3.000.000.000.000 Dollar übersteigen würden, so derselbe Beitrag von Data Center Knowledge. Das sind Prognosen, keine Aufträge.

Was AWS sagt und wo Analysten widersprechen

Amazon-CEO Andy Jassy sagte, die große reservierte Kapazität von AWS sei bis 2027 weitgehend ausverkauft, ein guter Teil von 2028 bereits vergeben. Das Unternehmen halte Reserven für On Demand, EC2 und Bedrock frei. InfoQ berichtet, Jassy habe die Äußerungen in einem Video-Podcast mit dem Mitgründer von Andreessen Horowitz, Ben Horowitz, und dem General Partner Erik Torenberg gemacht, über den Reuters am 23. Oktober berichtete. „2027 ist weitgehend ausverkauft“, sagte Jassy laut InfoQ. „Wir lassen immer einen gewissen Teil für On Demand und unseren Inferenzdienst Bedrock oder EC2, aber die großen Blöcke sind weitgehend weg. Ein guter Teil von 2028 ist vergeben.“

Der Cloud-Analyst David Linthicum widersprach dieser Darstellung. Er sagte gegenüber InfoQ, die Berichterstattung übertreibe die Lage. Er unterschied zwischen vorab reservierten Kapazitätsblöcken und dem, was ein Unternehmen im Alltag zuteilen kann. „Natürlich vermute ich, dass ich heute noch in die AWS-Konsole gehen und GPU-Kapazität für KI-Workloads zuteilen kann“, sagte er. „Vielleicht nicht den exakten riesigen, vorab reservierten Hyperscale-Block, den ein großer Modellanbieter für die nächsten drei Jahre will, aber das ist nicht dasselbe wie ‚AWS ist ausverkauft‘.“

„Wir sehen seit etwa einem Monat bei der Arbeit einen starken Anstieg der Probleme mit Rechenkapazität, allein bei gewöhnlichen EC2-Instanzen. Von Spot-Instanzen ganz zu schweigen, wir haben Mühe, genug On Demand zu bekommen.“

Dieser Kommentar eines Entwicklers, der auf Reddit als cbigsby schreibt und von InfoQ zitiert wird, zielt auf gewöhnliche Instanztypen, nicht auf Trainingscluster an der Spitze. InfoQ merkte zudem an, dass AWS im Januar die Preise für Capacity Blocks for ML in jeder Region einheitlich um rund 15% erhöht hat. Das betraf die GPU-Instanzen P5en, P5e, P5 und P4d sowie Trn2 und Trn1. Jassy sagte, die Kapazität für 2026 sei bereits vergeben. Amazon könne über die rund 220.000.000.000 Dollar an Investitionen hinausgehen, die für dieses Jahr geplant sind, ohne dass das Kapital schlecht eingesetzt wäre, so InfoQ.

Die Rechnung kommt in Bauteilen

Beim Speicher wird aus der Kapazitätsknappheit ein Posten in der Bilanz. Tom's Hardware berichtete am 3. November unter Berufung auf Reuters, Apple rechne im Dezemberquartal mit höheren Speicherkosten. CEO John Ternus nannte die Steigerungen „beispiellos“. Bisher hat das Unternehmen den Schock mit zu niedrigeren Preisen gekauften Beständen, Einsparungen an anderer Stelle und Preiserhöhungen bei einigen Produkten abgefedert, darunter Mac und iPad Ende Juni und iPhone im September. Tom's Hardware bezifferte den Anstieg der Fertigungsrechnung auf 33.000.000.000 Dollar in wenigen Monaten.

Apple erwartet, dass Speichereinkäufe bis 2027 teurer werden. „Für das Dezemberquartal erwarten wir noch höhere Speicherkosten, teilweise ausgeglichen durch einige Faktoren“, sagte Ternus laut der Darstellung von Tom's Hardware zum Reuters-Bericht. Die Bauteilinflation, die auf die Gerätemargen drückt, ist dieselbe Angebotsknappheit, die die Rechenzentren füllt.

Regierungen behandeln diese Knappheit als Infrastruktur. Tom's Hardware berichtete am 2. November unter Berufung auf Reuters, Präsident Wladimir Putin habe die Betreiber nichtstaatlicher Rechenzentren in Russland angewiesen, 10% der Kapazität für staatliche IT-Infrastruktur bereitzuhalten, mit 24 Stunden Vorlauf. Die Anweisung folgt auf ukrainische Drohnenangriffe. Anfang Oktober trafen Drohnen Russlands größtes Rechenzentrum, eine Anlage mit 63 MW, die so stark beschädigt wurde, dass Module außer Betrieb genommen wurden. Zwei Wochen später wurde das Rechenzentrum des Finanzministeriums getroffen, in dem Berichten zufolge Steuerdatenbanken und andere staatliche Registerdaten liegen. Nach dem ersten Angriff meldeten Nutzer Probleme mit Yandex Mail, Disk, Documents, Pay und Market, obwohl Yandex erklärte, die wichtigsten Dienste seien online geblieben.

Wohin der Silizium als Nächstes geht

Die weiter reichende Frage ist, wie Chips selbst entworfen und gebaut werden. Auf einem Wissenschaftsforum in Shanghai sagte Chen Yunji, Mitgründer des KI-Chipherstellers Cambricon Technologies, am 30. Oktober voraus, KI und Chipdesign würden zusammenwachsen, bis der Entwurfsprozess automatisiert ist. „In den [nächsten] 10 Jahren ist die wichtigste Entwicklung ... die RSI-Technik (recursive self-improvement) für künstliche Intelligenz, bei der KI-Modelle KI-Modelle verbessern und KI-Chips KI-Chips verbessern“, zitierte ihn die South China Morning Post.

Zusammengelesen beschreiben die Offenlegungen dieser Woche Kapazität, die an mehreren Orten zugleich entsteht. Da sind Modullinien in Texas, Zellwerke in Indonesien, Rechenzentren in ganz Nordamerika und Druck in der Speicherlieferkette, den noch keine Fabrikankündigung gelöst hat. Die US-Zahlen von Waaree sind die belastbarsten der Runde. Sie kommen mit einem Produktionsstart, einer Kapazitätszahl und einer Quartalsumsatzzeile. Der Rest ist entweder auf dem Papier ausverkauft, im Bau oder bis 2030 prognostiziert.

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Quellen

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  1. 01Waaree doubles Texas solar module manufacturing capacity to 3.2 GWEN
  2. 02Yingfa Ruineng establishes 7.5 GW PV manufacturing plant in IndonesiaEN
  3. 03Apple faces unprecedented memory cost increases as RAM prices continue to surgeEN
  4. 04Putin demands Russian data centers supply capacity to the stateEN
  5. 05Cloud Revenue Hits $168B as AI Capacity ExpandsEN
  6. 06AI, fuelled by advanced chips, set to power semiconductor manufacturing: industry veteranEN
  7. 07AWS Capacity Largely Sold out through 2027, with On-Demand Headroom ReservedEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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