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GM rüstet Werk in Tennessee für LMR-Batterien um, Elektro-Lkw-Absatz auf Rekordhoch

General Motors hat am 29. September mitgeteilt, dass das Ultium-Cells-Werk in Spring Hill, Tennessee, auf die Fertigung von lithium-mangan-reichen Batteriezellen umgerüstet wird. Der Konzern setzt damit auf eine günstigere Chemie, während der weltweite Absatz von Elektro-Lkw einen Rekord erreicht.

AutoAnalyseSven AlbrechtVeröffentlicht: 30. September 20266 Min. LesezeitQuellen 10
GM rüstet Werk in Tennessee für LMR-Batterien um, Elektro-Lkw-Absatz auf Rekordhoch

Am 29. September kündigte General Motors an, die Batteriefabrik Ultium Cells in Spring Hill, Tennessee, umzurüsten. Dort sollen künftig Zellen mit einer LMR-Formel entstehen, also lithium manganese-rich. Das Unternehmen erklärt, die Chemie liefere bessere Leistung zu niedrigeren Kosten, und verspricht sich davon mehr Output für seine kommenden Elektrofahrzeuge. Das berichtet CleanTechnica über die Ankündigung.

Bemerkenswert ist der Schritt, weil GM sein EV-Angebot im vergangenen Jahr zurückgefahren hat. Zuvor war der Bundeszuschuss von 7.500 Dollar für Elektroautos weggefallen. Danach verlagerte der Hersteller seinen Schwerpunkt auf stationäre Energiespeicher mit der kostengünstigen LFP-Formel, also lithium-iron-phosphate.

Kurt Kelty, Vizepräsident für Batterien und Nachhaltigkeit bei GM, sagte, Batterien mit hohem Nickelanteil blieben im Programm für Märkte, in denen große Reichweite zählt. LMR dagegen ziele auf Bezahlbarkeit. Das Unternehmen beziffert seine Investitionen in LFP und LMR bis 2030 auf 2.000.000.000 Dollar. Ultium Cells ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit LG Energy Solution, die Ankündigung umfasst Pouch- und prismatische Zellformate.

GM ist nicht der einzige Hersteller, der diese Chemie verfolgt. Mangan kommt auf der Erde häufig vor und ist billiger als andere Batteriematerialien. Ford gehört zu den anderen Autobauern, die Geld in die LMR-Forschung stecken, so CleanTechnica. Bekannte Probleme sind die kurze Lebensdauer und der Spannungsabfall, an deren Lösung die Branche arbeitet.

Rekordquartal bei Elektro-Lkw, China dominiert

Während die Politik für Pkw-Elektroautos in den USA stockt, kommt das schwere Segment in Bewegung. Der weltweite Absatz mittelschwerer und schwerer Elektro-Lkw erreichte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekord von 158.000 Fahrzeugen. Das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, meldet BloombergNEF. Praktisch alle davon waren batterieelektrisch.

Mehr als neun von zehn der in diesem Zeitraum weltweit verkauften Elektro-Lkw gingen nach China. Elektro-Lkw machen inzwischen rund 20 Prozent aller Lkw-Verkäufe weltweit aus. In Europa lag der Anteil bei 5,5 Prozent aller Lkw-Verkäufe. Höher war er in Norwegen und der Schweiz, über 10 Prozent erreichte er in Dänemark, den Niederlanden und Schweden, so BNEF.

Der Markt für batterieelektrische Lkw in den USA ist laut BNEF fast zum Stillstand gekommen. Als Gründe nennt das Institut politische und kostenseitige Gegenwinde. Dennoch bemerkten Branchenvertreter, die die Forschungsfirma befragte, dass der Tesla Semi wettbewerbsfähig bepreist erscheint, zwischen 250.000 und 300.000 Dollar pro Fahrzeug. In manchen Einsatzprofilen könnte er die Gesamtbetriebskosten vergleichbarer Diesel-Lkw unterbieten.

BNEF verweist auch auf die Ladeökonomie: Betreiber müssten etwa 0,10 bis 0,22 Dollar pro Kilowattstunde verlangen, um ihre Investition in Megawatt-Ladestationen wieder hereinzuholen. Die Auslastung schwankt derzeit stark. Auch die Finanzierung verschiebt sich. Transaktionen werden zunehmend gegen den vertraglich vereinbarten Transportbetrieb eines Lkw abgesichert und nicht mehr allein gegen dessen Wiederverkaufswert. Das ist eine Abkehr von den Gepflogenheiten bei der Finanzierung von Diesel-Lkw.

US-Batterie-Start-ups setzen auf Natrium-Ionen

Auf der Pkw-Seite wird die Batterielieferkette von Grund auf neu aufgebaut. Die BBC berichtete am 29. September, dass das in San Diego ansässige Unternehmen Unigrid eine Natrium-Ionen-Batterie mit neun Kilowattstunden für Haushalte verkauft. Die ersten 100 Einheiten sind ausgeliefert, bis Jahresende will das Unternehmen 1.000 Stück ausliefern. Mitgründer und Geschäftsführer Darren Tan sagte der BBC, die Nachfrage sei gestiegen, als Hitzewellen Europa trafen. Anfragen kamen aus Spanien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.

Natrium-Ionen-Zellen sind attraktiv, weil sie günstiger zu bauen und zu betreiben sein könnten als Lithium-Ionen-Zellen. Sie fangen seltener Feuer und arbeiten bei Temperaturen bis minus 40C. China führt die Welt bei der Fertigung von Natrium-Ionen-Zellen an. Unigrid verwendet derzeit in China gefertigte Zellen. Tan sagte, das Unternehmen könne künftig zu US-Zellen wechseln, zu anderen Kosten.

Es gibt eine Sicherheitsdebatte. Die Batterie von Unigrid nutzt Chrom-3 in der Kathode. Professorin Dame Clare Grey von der University of Cambridge, Mitgründerin der Batteriefirma Nyobolt, sagte der BBC, unter bestimmten Bedingungen könne sich aus Chrom-3 Chrom-6 bilden, ein giftiges, krebserregendes Material. Ivana Hasa von der University of Warwick, die keine Verbindung zu Unigrid hat, stimmte zu, dass die Umwandlung bei sehr hohen Ladezuständen möglich ist. Sie sagte aber, sie lasse sich durch Spannungskontrolle eindämmen, und nannte die Sicherheitstests zur Zellchemie sehr vielversprechend. Tan sagte, die Sorge sei übertrieben, bei Tests durch Dritte sei kein Chrom-6 entstanden.

Rechenzentren, Wasser und das Netz

Der Batteriebedarf ist nicht die einzige Stromgeschichte. Eine einjährige Studie von Lighthouse Report mit Trouw und anderen europäischen Medien ergab, dass die große Mehrheit der Rechenzentren in Europa ihren Umweltfußabdruck geheim hält. Das berichtete NL Times am 30. September. In den Niederlanden veröffentlicht weniger als ein Viertel der größeren Rechenzentren Daten zu Strom- und Trinkwasserverbrauch. Die europäische Energieeffizienzrichtlinie verlangt eine Berichterstattung für Standorte mit mindestens 500 Kilowatt installierter Leistung.

Der niederländische Branchenverband Dutch Datacenter Association zählte Ende vergangenen Jahres 186 kommerzielle Rechenzentren dieser Größe in den Niederlanden. Die Netherlands Enterprise Agency hat Daten zu nur 104 von ihnen. Öffentliche Zahlen gibt es zum Stromverbrauch von 44 Zentren und zum Wasserverbrauch von 47. Statistics Netherlands zufolge verbrauchten Rechenzentren 2024 in den Niederlanden 5.100.000.000 Kilowattstunden, 4,6 Prozent des nationalen Stromverbrauchs. Der Netzbetreiber TenneT rechnet bis 2030 mit 10 bis 15 Prozent.

Ein Projekt zeigt, wie die Last entsteht. Inside Climate News berichtete am 30. September, dass Verwaltungsrichter der Public Utilities Commission of Texas empfahlen, den Antrag von El Paso Electric auf den Bau einer 366-Megawatt-Erdgasanlage namens McCloud zu genehmigen. Die Anlage soll Metas 10.000.000.000 Dollar teures 1-Gigawatt-Rechenzentrum im Nordosten von El Paso mit Strom versorgen. Die Genehmigung soll aber nur unter der Bedingung gelten, dass das Versorgungsunternehmen Kapital- und Betriebskosten nicht auf die Tarifkunden abwälzt. Die Richter stellten fest, dass das Unternehmen Alternativen nicht ausreichend geprüft und keine Ausschreibung vorgenommen hatte. Die fünf Kommissare haben noch keinen Termin für eine Abstimmung angesetzt.

Im Hintergrund wirbt auch Toyota für Elektro-Lkw. Am 30. September berichtete Electrek, dass Toyota auf dem Flugfeld Bentwaters in Suffolk einen 1.675 Pfund schweren Wohnwagen aus 30 Fuß Höhe auf das Dach seines Hilux BEV fallen ließ. Der Anlass war eine Umfrage auf Reddit, der Wagen fuhr anschließend davon. Der Hilux BEV hat eine 59,2-kWh-Batterie, eine WLTP-Reichweite von bis zu 160 Meilen, 278 PS und einen britischen Grundpreis von 42.170 Pfund vor Mehrwertsteuer.

Die Richtung ist also uneinheitlich. GM steckt Geld in eine günstigere Chemie in Tennessee, Elektro-Lkw verkaufen sich in China und Europa in Rekordzahlen, und US-Start-ups experimentieren mit Natrium-Ionen. Doch dieselbe Woche brachte Belege dafür, dass der Strom, den diese Fahrzeuge und Rechenzentren brauchen werden, weiterhin schlecht erfasst ist.

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Quellen

10
  1. 01GM Really Wasn't Kidding About Those New LMR EV BatteriesEN
  2. 02The Electric Trucking Market's Record Rise: Three Things to KnowEN
  3. 03The start-ups hoping to return battery making to the USEN
  4. 04Most data centers refusing to say how much water, electricity they useEN
  5. 05Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10 Billion Meta Data CenterEN
  6. 06Toyota dropped a 1,675 lb caravan on its electric truck, and it drove off unfazed [Video]EN
  7. 07Tesla patents 'Electric Fan Car' with 4 ducted fans ahead of Roadster revealEN
  8. 08Is The US Going To End DEAD LAST In Vehicle Electrification?EN
  9. 09Can the World Hit 35% Electrification by 2035?EN
  10. 10So You Think You Could Be an Electrician?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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