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Hacker greifen erneut Kühlgeräte europäischer Supermärkte an, Brüssel richtet Taskforce ein

Die EU-Kommission hat am 3. November eine Taskforce mit ENISA und Europol eingesetzt, nachdem eine zweite Welle von Cyberangriffen auf Supermarkt-Kühlgeräte bekannt wurde. Am selben Tag erklärte das britische National Cyber Security Centre, es habe mit betroffenen Unternehmen zusammengearbeitet und sehe nur geringe Auswirkungen im eigenen Land.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Hacker greifen erneut Kühlgeräte europäischer Supermärkte an, Brüssel richtet Taskforce ein

Eine Sprecherin bestätigte gegenüber CNBC, dass die EU-Kommission am 3. November eine interinstitutionelle Taskforce mit ENISA und Europol eingesetzt hat, um die Angriffe auf Kühlanlagen zu untersuchen. Die Kommission stehe in direktem Kontakt mit den nationalen Behörden.

Für Kundinnen und Kunden geht es unmittelbar um leere Regale und weggeworfene Ware. Für den Handel liegt die Schwachstelle dort, wo ein mit dem Internet verbundener Regler einen Kühlraum kalt hält, oft alte Geräte mit Standardpasswörtern. Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich beansprucht.

Britische Supermarktketten waren bislang nicht direkt betroffen. Händler in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag Probleme mit der Kühlung. In einigen Fällen stiegen die Temperaturen auf 50 Grad.

Schäden von Filiale zu Filiale

Ahold Delhaize meldete für Dutzende seiner Delhaize-Filialen in Belgien und Luxemburg einen Kühlvorfall am Montag, Lebensmittel mussten entsorgt werden. Die Filialen seien wieder voll betriebsbereit, hieß es. Die Colruyt Group erklärte, fünf ihrer Spar-Filialen in Belgien seien angegriffen worden. Carrefour teilte der BBC mit, 15 belgische Filialen seien betroffen gewesen. Intermarché sprach von Angriffen auf 15 seiner 153 belgischen Filialen, in einigen Fällen mit Warenverlusten, aber nichts vergleichbar mit dem Angriff Mitte Oktober.

Im Oktober richteten sich Angriffe gegen Hunderte französische Supermärkte. Der Intermarché-Eigentümer Les Mousquetaires rechnete mit Schäden in Millionenhöhe.

IKEA berichtete von einem Cybervorfall, der am Wochenende Kühlschränke und Gefriergeräte in seinem Haus in Mons in Belgien betraf. Das Haus blieb geöffnet, während das Unternehmen Geräte und Produkte überprüfte. Die Auswirkungen auf das Restaurant und den Swedish Food Market seien begrenzt gewesen.

ICA, Schwedens größter Lebensmittelhändler, bestätigte einen Vorfall in einer begrenzten Zahl von Filialen. Diese Filialen hingen an Netzen außerhalb der zentralen Systeme von ICA. Auch der finnische Konzern Kesko, die irische Kette Supervalu und der estnische Händler One Selver meldeten Störungen, berichtete CNBC.

Standardpasswörter und alte Geräte

Der Angriff auf französische Supermarkt-Kühlgeräte im vergangenen Monat betraf alte Technik, die mit Standardpasswörtern am Internet hing, berichtete der Guardian. Das NCSC erklärte, die Angriffe auf Kühlgeräte hätten nichts mit KI zu tun. Sie nutzten Schwachstellen, die seit Langem bekannt seien. Ollie Whitehouse, Technikchef des NCSC, sagte, Hersteller müssten unterstützt werden, damit sie ihre Technik sicherer machen.

Alex Pearce, Geschäftsführer von Langridge Organic, sagte, Hacker hätten bei mehreren Geräten Parameter verändert und sie auf Abtauen für mehr als vier Stunden gestellt. Mitarbeiter griffen ein, bevor die Ware zu Schaden kam.

"Es muss offensichtlich leicht gewesen sein, in das System zu kommen, denn die einfache Lösung war, uns vom Internet abzukoppeln", sagte Pearce.

Pearce zufolge nutzt Langridge dasselbe Kühlsteuerungssystem, das das US-Softwareunternehmen Copeland entwickelt hat und das bei den französischen Angriffen betroffen war. Die British Association of Independent Meat Suppliers erklärte, der Hack habe einige ihrer mehr als 300 Mitglieder als Kollateralfall getroffen. Der Branchenverband sprach von keinen Fleischverlusten durch die Angriffe auf die Kühlung. Bei einem Fleischlieferanten stiegen die Temperaturen in den Kühlgeräten, bei zwei weiteren begannen die Geräte abzutauen. Die betroffenen Geräte seien zu dem Zeitpunkt leer gewesen.

Der Verband erklärte, die Vorfälle zeigten, dass Lebensmittelbetriebe an jeder Stelle der Lieferkette zum Ziel werden können.

Was noch unklar ist

Paul Chichester, Direktor für Operationen beim NCSC, sagte, die Behörde könne nicht sagen, wer die Angriffe ausgeführt haben könnte. Das NCSC werde die Lage weiter beobachten.

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Quellen

28
  1. 01Food suppliers in UK hit by cyber-attacks after freezers targeted in EuropeEN
  2. 02Supermarket fridges hit with cyberattacks across Europe: here's what's happeningEN
  3. 03Supermarket freezers across Europe struck in second crippling cyberattackEN
  4. 04New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
  5. 05Why Europe's Food Inflation Numbers May Be Missing the Real Story of Household Vulnerability - DevdiscourseEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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