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Nur 87,5 Prozent der Talkum-Kläger haben den J&J-Vergleich unterzeichnet, nötig sind 95 Prozent

Bis Mitte Oktober hatten Anwaltskanzleien, die 66.500 Talkum-Kläger vertreten, unterschrieben. Das sind rund 87,5 Prozent der etwa 76.000 Klagen, die der Vergleich von Johnson & Johnson über 5,5 Mrd. Dollar umfasst, berichtete Law.com. Rund 9.500 Kläger fehlen damit noch, und der Vergleich bleibt unter der Schwelle von 95 Prozent.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 17
Nur 87,5 Prozent der Talkum-Kläger haben den J&J-Vergleich unterzeichnet, nötig sind 95 Prozent

Wo die Unterschriften stehen

Die führenden Anwälte der Kläger teilten einer Bundesrichterin Anfang Oktober mit, dass 313 Kanzleien mit 66.500 Talkum-Mandanten zugestimmt hätten, berichtete Law.com. Das sind etwa 87,5 Prozent der rund 76.000 Klagen, die der Vergleich abdeckt. J&J braucht die Zustimmung von Kanzleien, die 95 Prozent der Klägerinnen mit Eierstockkrebs vor staatlichen und Bundesgerichten vertreten, damit die Vereinbarung in Kraft tritt. Das teilte das Unternehmen bei der Ankündigung am 27. Juli mit.

Der nicht unterzeichnete Rest umfasst etwa 9.500 Kläger. The Legal Examiner berichtete, dass rund 3.800 Kläger, die aussteigen, genügen würden, um die Beteiligung unter 95 Prozent zu drücken. Das könnte den Vergleich zum Scheitern bringen oder Nachverhandlungen erzwingen.

Auch die genannte Gesamtsumme ist umstritten. Der Bericht von Law.com vom 19. Oktober sprach von einem globalen Vergleich über 5,8 Mrd. Dollar, während J&J und die meisten anderen Medien 5,5 Mrd. Dollar nennen.

Was die Kläger erhalten

J&J zahlt bis zu 3 Mrd. Dollar im Jahr 2027 und schuldet bis 2028 keine weiteren Zahlungen. Eine Matrix nach Punkten ordnet einzelnen Ansprüchen Werte zu und deckelt die Gesamtsumme nicht, sagte Chris Seeger, ein Klägeranwalt, der an den Verhandlungen beteiligt war, zu CNN. Seeger vertritt etwa 2.500 Mandanten mit Talkum-Ansprüchen und hat erklärt, J&J könnte am Ende 7 Mrd. Dollar oder mehr zahlen.

Kläger, die zustimmen, verzichten auf ihr Recht, J&J, dessen Talkum-Lieferanten und die Händler zu verklagen, die die Produkte verkauft haben, berichtete The Legal Examiner. Die Vereinbarung erfasst nur bestehende Ansprüche, nicht künftige Klagen. Seeger sagte, der Ausschluss künftiger Ansprüche habe mehr Geld für die aktuellen Kläger verfügbar gemacht und solle alle Ansprüche innerhalb von 18 Monaten statt über mehr als ein Jahrzehnt auszahlen.

Warum J&J sich verglich

Der Vorschlag folgte einem Beschluss vom 22. Juli von US-Richterin Rukhsanah Singh im Multidistrikt-Verfahren in New Jersey. Singh ordnete an, dass die Kläger darlegen, warum die Talkum-Fälle nicht abgewiesen werden sollten. Zuvor hatten die führenden Klägeranwälte ihre zwei zentralen Experten für die spezifische Kausalität aus den Bellwether-Verfahren zurückgezogen, berichtete Law.com.

Frühere Versuche, die Haftung einzudämmen, scheiterten. Drei Insolvenzverfahren von J&J-Tochterfirmen wurden abgewiesen, und ein US-Insolvenzrichter lehnte einen Vergleich über 9 Mrd. Dollar ab, den die Tochter Red River Talc vorgeschlagen hatte, berichtete der Altoona Mirror.

Erik Haas, weltweiter Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten bei J&J, sagte, das Unternehmen sei zuversichtlich gewesen, dass es "mit weiterer Prozessführung letztlich obsiegt hätte", und die Lösung erlaube es, "sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren, Medikamente und Geräte zu entwickeln, die Leben retten". J&J bestreitet, dass sein Talkum Krebs verursacht hat.

Die Prozesse laufen weiter

Am Montag, 19. Oktober, begann in Massachusetts vor dem Suffolk County Superior Court ein neuer Talkum-Prozess wegen der Mesotheliomerkrankung von Winifred Haddad. Diese Krebsart ist nicht identisch mit den Eierstockkrebs-Ansprüchen im Vergleich. Eine Frau aus Missouri verklagte J&J und den Lieferanten Imerys Talc America am 3. August vor dem Jackson County Circuit Court wegen Eierstockkrebs. Eine Jury in Louisiana sprach der Familie von Lynne Roy 10 Mio. Dollar zu, wobei der Anteil von J&J etwas über 1,2 Mio. Dollar lag.

Wie es weitergeht

Der Vergleich wird erst wirksam, wenn Kanzleien, die 95 Prozent der Klägerinnen mit Eierstockkrebs vertreten, zustimmen. Kommt er zustande, löst er 99,75 Prozent der Talkum-Verfahren vor staatlichen und Bundesgerichten, berichtete Law.com.

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Quellen

17
  1. 01Another Talc Trial Opens as J&J Gets Support for $5.8B Settlement - Law.comEN
  2. 02Johnson & Johnson offers to pay $5.5bn to settle baby powder lawsuits - BBCEN
  3. 03Johnson & Johnson offers up to $5.5 billion to settle baby powder cancer lawsuits - CNNEN
  4. 04Johnson & Johnson agrees to pay $5.5B to settle talc lawsuits - Fox BusinessEN
  5. 05Johnson & Johnson to pay $5.5bn settlement in talc cancer lawsuit - The GuardianEN
  6. 06J&J's $5.5 Billion Talc Settlement Has a Catch: 95% of Plaintiffs Must Say Yes - The Legal ExaminerEN
  7. 07Johnson & Johnson Settles 76,000 Talcum Powder Lawsuits for at Least $5.5B - Law.comEN
  8. 08J&J Faces New Lawsuits and Verdicts While Trying to Settle Cases - Mesothelioma CenterEN
  9. 09Johnson & Johnson proposes talc settlement - Altoona MirrorEN
  10. 10Johnson & Johnson (JNJ) Seeks $5.5 Billion Talc Lawsuit SettlementEN
  11. 11Johnson & Johnson (JNJ) Seeks $5.5 Billion Talc Lawsuit SettlementEN
  12. 12Is Johnson & Johnson’s $5.5 Billion Talc Settlement a Buy Signal, or Is the Legal Risk Far From Over?EN
  13. 13Johnson & Johnson proposes $5.5 billion talc settlement to end marathon legal fightEN
  14. 14Johnson & Johnson (JNJ) Reaches $5.5 Billion Talc Settlement To Close Years Of LawsuitsEN
  15. 15Happy 65 Years: NASA's Johnson Space Center Then and NowEN
  16. 16Mesothelioma Settlements | $1 Million+ Average Payouts - Sokolove LawEN
  17. 17Rian Johnson's iPhone Camera App Goes ViralEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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