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Oracle storniert 7-Milliarden-Dollar-Chip-Leasing an Tencent, Speicherkosten steigen

Oracle hat einen Chip-Leasingvertrag über 7 Milliarden Dollar mit Tencent storniert, nachdem US-Beamte Bedenken geäußert hatten. Das berichtete Bloomberg am 4. November unter Verweis auf die Financial Times.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 21
Oracle storniert 7-Milliarden-Dollar-Chip-Leasing an Tencent, Speicherkosten steigen

Oracle zieht ein Leasing über 7 Milliarden Dollar zurück

Die Financial Times hatte im vergangenen Monat berichtet, Oracle habe eine Vereinbarung über fünf Jahre unterzeichnet. Der Vertrag verleast 100.000 Chips an Tencent. Es war das größte Auslandsgeschäft des chinesischen Unternehmens. US-Beamte hätten Oracle ihre Bedenken zu dem Geschäft mitgeteilt, schrieb die FT unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.

Tencent reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Die Stornierung reicht über die beiden Unternehmen hinaus. Tencent bleibt ohne unterzeichneten Liefervertrag. Sie fällt zudem in eine Zeit steigender Speicherpreise für Hardwarekäufer.

Weder Oracle noch Tencent haben gesagt, was die Stornierung kostet.

Apple warnt vor Speicherkosten

Apple-Chef John Ternus sprach am Montag in einer Telefonkonferenz. Die Speicherkosten im vierten Quartal würden höher liegen als in den drei Monaten zuvor, sagte er. "Was wir derzeit bei den Speicherpreisen sehen, ist beispiellos", so Ternus.

Apple hatte im Juni die Preise für iPad und MacBook erhöht, im September dann die iPhone-Preise. Diese Erhöhungen hätten dem Unternehmen "einen gewissen Ausgleich" verschafft, sagte Ternus. Der Umsatz stieg um 12% auf 114.500.000.000 Dollar von 102.500.000.000 Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,10 Dollar, erwartet worden waren 1,99 Dollar in einer Umfrage von FactSet. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 2,75%.

Apple meldete im dritten Geschäftsquartal einen Umsatz über den Erwartungen. Der Nettogewinn betrug 30.710.000.000 Dollar nach 27.470.000.000 Dollar im Vorjahr. Apple teilte mit, das Ergebnis enthalte fünf Cent je Aktie aus Zollerstattungen.

Huawei schickt Käufer auf den grauen Markt

Huawei rät einigen Kunden, Speicher für seine KI-Chips selbst zu beschaffen. The Information berichtete darüber, laut The Decoder. Das Unternehmen will den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt bringen. Er soll die Leistung der aktuellen Chips verdoppeln.

US-Regeln blockieren Direktkäufe bei Samsung und SK hynix. Diese beiden Firmen kontrollieren mehr als 80% des globalen HBM-Markts. Huaweis chinesische Zulieferer können nicht genug HBM produzieren. Geschmuggelter HBM3E-Speicher ist binnen eines Jahres von einigen hundert Dollar auf rund 4.000 Dollar pro Einheit gestiegen, so ein von The Decoder zitierter Broker aus Shenzhen. Jeder KI-Chip braucht sechs bis acht Einheiten, allein der Speicher kann also bis zu 32.000 Dollar kosten.

Der Schwarzmarkt speist sich auch aus älteren Nvidia-GPUs, die für Ersatzteile ausgeschlachtet werden, und aus Restbeständen von Chipdesignern, die Projekte eingestellt oder Bestellungen gekürzt haben.

Das Schlupfloch: billige Prozessoren, teurer Speicher

Ein Schmuggler sagte zu The Information, seine Chipdesignfirma baue billige, leistungsschwache Prozessoren. Tom's Hardware gab diesen Bericht weiter. Die Prozessoren liegen unter der Schwelle für US- und südkoreanische Exportkontrollen.

Diese Platinen werden mit HBM von Samsung und SK hynix kombiniert. Der Speicher allein darf nicht nach China exportiert werden. Die Regeln prüfen nur die Prozessorleistung, also reist der angehängte Speicher mit. Die Platinen kommen in Hongkong an und gelangen im Gepäck von Pendlern über die Grenze nach Shenzhen. Werkstätten erhitzen die Platinen, um das Lot zu erweichen, und heben die Speicherchips ab. Trotz hoher Ausfallquote bleibt das Verfahren wegen des hohen HBM-Preises lukrativ.

Was zu beobachten ist

Huaweis Ascend 960DT soll Anfang nächsten Jahres kommen, die Speicherversorgung ist ungeklärt. Die südkoreanische Zollbehörde hatte bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560.000.000 Dollar aufgedeckt, bereits mehr als der bisherige Jahresrekord. Ein Drittel davon betraf strategische Güter. Darunter waren Chips, die ohne Genehmigung oder mit falschen Angaben exportiert wurden.

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Quellen

21
  1. 01Oracle Scraps $7 Billion Deal to Lease Chips to Tencent, FT SaysEN
  2. 02AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  3. 03Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  4. 04Apple warns of ‘unprecedented’ rise in memory chip pricesEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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