Quantinuum legt Nexus-Roadmap für fehlertolerantes Quantenrechnen bis 2029 vor
Quantinuum hat am 5. November 2026 angekündigt, die Plattform Nexus weiterzuentwickeln und damit nach eigenen Angaben die erste Entwicklerplattform für das Zeitalter fehlertoleranter Quantencomputer zu bauen. Die Releases reichen bis Apollo im Jahr 2029.

Die Roadmap koppelt Nexus-Releases an Hardware-Generationen
Quantinuum hat eine Roadmap vorgelegt. Danach wird die Plattform Nexus so weiterentwickelt, dass Entwickler Anwendungen für fehlertolerante Rechner bauen können. Die Funktionen sind geplant, nicht ausgeliefert. Mit jeder Hardware-Generation sollen neue Fähigkeiten dazukommen, bis hin zu Apollo. Der erste universelle und vollständig fehlertolerante Quantencomputer des Unternehmens ist für 2029 vorgesehen.
Nexus startete 2024, um cloudbasierte Quanten-Workflows zu verwalten. Inzwischen deckt die Plattform die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen von Anfang bis Ende ab und führt Programmierung, Validierung, Kompilierung und Ausführung in einer Umgebung zusammen. Sie bietet verwalteten Zugang zu Softwarewerkzeugen und Rechenressourcen für hybride Anwendungen und Workflows, sowohl über die Cloud als auch lokal.
Bis 2029 sollen aufeinanderfolgende Releases Fehlerkorrektur, Ressourcenverwaltung, Orchestrierung und Deployment schrittweise automatisieren und vereinfachen. Entwickler könnten dann Anwendungen auf logischer Ebene bauen und einbinden, während die Plattform die Kodierung zur Fehlerkorrektur übernimmt. Laut Quantinuum sollen die Fähigkeiten einen durchgehenden Weg von der frühen Entwicklung auf Helios zu leistungsfähigeren Umsetzungen auf Sol und Apollo ergeben.
Entwickeln, optimieren und ausliefern
Die Roadmap fasst die Fähigkeiten in drei Stufen zusammen: Entwickeln, Optimieren und Ausliefern. In der Entwicklungsstufe nennt sie vorgefertigte Primitive, fehlertolerante Bibliotheken und domänenspezifische Werkzeuge. Damit kommen Entwickler von einzelnen Quantenschaltungen zu vollständigen Anwendungen. Die Plattform soll Kodierung zur Fehlerkorrektur, Kompilierung und Ressourcenverwaltung nach und nach automatisieren. So können sich Entwickler stärker auf die Anwendung konzentrieren und weniger auf die Komplexität der Hardware.
Die Optimierungsstufe beschreibt Werkzeuge zur Analyse des Laufzeitverhaltens, des Ressourcenbedarfs und der Anwendungsleistung. Künftige Releases sollen mehr Fehlerunterdrückung, Echtzeitdiagnose und zunehmend automatische Fehlerbehebung bringen. Kunden können dann größere Berechnungen ausführen und Quantenressourcen effizienter nutzen.
In der Auslieferungsstufe ist Nexus darauf ausgelegt, Quanten- und klassisches Rechnen über Quantinuum-Prozessoren, Hochleistungsrechner, Cloud-Infrastruktur und Werkzeuge Dritter hinweg zu koordinieren. Kunden sollen damit Quanten-Workflows in bestehende Rechenumgebungen einbinden und größere fehlertolerante Anwendungen ausliefern können. José Ignacio Latorre, Direktor des Centre for Quantum Technologies in Singapur, sagte, Entwicklerplattformen wie Nexus schlössen die Lücke zwischen dem Entwurf von Quantenalgorithmen und ihrer Umsetzung.
„Unser Full-Stack-Ansatz bedeutet, dass jeder Fortschritt in der Hardware zu einer Fähigkeit wird, auf der Kunden über Nexus aufbauen können“, sagte Rajeeb Hazra, CEO von Quantinuum. „Unser Ziel ist die erste Entwicklerplattform speziell für das Zeitalter der Fehlertoleranz, damit Kunden schon heute Anwendungen entwickeln und diese Investition weiterführen können.“
Die Nutzung wächst vor dem Start von Apollo
Nexus wird nach Angaben von Quantinuum von mehr als 200 Organisationen genutzt, 45 % mehr im Jahr 2026. Die Gesamtzahl der eingereichten Jobs war in den zwölf Monaten bis August 2026 zehnmal so hoch wie im vorangegangenen Zwölfmonatszeitraum. Damit hat das Unternehmen eine größere Basis an Entwicklern und Arbeitslasten, um die Roadmap zu testen, bevor die fehlertoleranten Releases kommen.
Entwickler können bereits unterstützte Verfahren zur Fehlerkorrektur automatisch auf Programme anwenden und diese auf Helios ausführen. Quantinuum bezeichnet sein Ergebnis vom 19. Oktober auf Helios mit einer logischen Wiedergabetreue von 99,9995 %, also fünf Fehlern pro Million Operationen, als Weltrekord und als innerhalb des Zielbereichs für Apollo. Die Fehlerrate lag zehnmal niedriger als beim eigenen Rekord von Quantinuum vom September 2026 und 100-mal niedriger als beim besten veröffentlichten Ergebnis auf anderen Hardwaretypen, das Google Quantum AI auf einem supraleitenden System gemeldet hatte.
Für Kunden lautet das Argument Kontinuität: jetzt auf Helios anfangen und Anwendungen und Know-how mitnehmen, wenn Sol und Apollo kommen. Ob die Roadmap diesen Wert einlöst, hängt davon ab, ob die Releases die versprochene Automatisierung im Zeitplan liefern.
Quellen
10- 01Quantinuum Breaks Error-Correction World Record by 10x, Validating Its Leading Path to Fault-Tolerant Quantum Computing by 2029EN
- 02Quantinuum Breaks Error-Correction World Record by 10xEN
- 03Dow Jones Top Company Headlines at 3 PM ET: Quantinuum Sees Path to Fault-Tolerant Quantum Computing by 2029 With New MilestoneEN
- 04Quantinuum Outlines Nexus Roadmap for Fault-Tolerant Quantum ComputingEN
- 05Quantinuum Breaks Error-Correction World Record by 10x, Validating Its Leading Path to Fault-Tolerant Quantum Computing by 2029EN
- 06Quantinuum Breaks Error-Correction World Record by 10x, Validating Its Leading Path to Fault-Tolerant Quantum Computing by 2029EN
- 07Quantinuum Breaks Error-Correction World Record by 10x, Validating Its Leading Path to Fault-Tolerant Quantum Computing by 2029EN
- 08Quint Computing raises €9.1 million for development of fault tolerant quantum computing architectureEN
- 09Cross-Asset Knowledge Transfer for Early Fault Detection of Data-Scarce Assets Without Target Fault DataEN
- 10Intel 14A moves closer to production as PDK 0.9 becomes availableEN
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