Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Schweiz und China unterzeichnen Protokoll zum Freihandelsabkommen

Die Schweiz und China haben am 30. Oktober 2026 in Peking ein Protokoll unterzeichnet, das ihr Freihandelsabkommen erweitert. Danach sollen 99,8 Prozent der aktuellen Schweizer Ausfuhren innerhalb von zehn Jahren zollfrei nach China gelangen.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 35
Schweiz und China unterzeichnen Protokoll zum Freihandelsabkommen

Unterzeichnung in Peking

Präsident Xi Jinping traf den Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin in Peking. Am selben Tag unterzeichneten beide Länder das Protokoll, wie RTHK berichtete. The Local Switzerland meldete, die Unterzeichnung habe in der Großen Halle des Volkes stattgefunden. Angekündigt hatten die beiden Länder das Abkommen bereits im August.

Das Protokoll gewährt 99,8 Prozent der Schweizer Ausfuhren in den nächsten 10 Jahren zollfreien Zugang zu China. Bisher war nur rund die Hälfte der Lieferungen zollfrei, so RTHK. Le News nannte einen aktuellen Zollfrei-Anteil von 53,8 Prozent. Die Verhandlungen begannen 2024 und endeten nach fünf Runden, berichtete swissinfo.

Uhren, Arzneimittel und Präzisionsinstrumente können vollständig zollfrei nach China gehen, meldete die Straits Times. Die Zölle auf alle Schweizer Uhreneinfuhren entfallen, von denen zuvor nur 1 Prozent zollfrei war. Die Hersteller zahlen allerdings weiterhin Chinas Luxuskonsumsteuer, so RTHK. Auch auf Schweizer Käse und Kaffee werden die Zölle gestrichen. Damit werden sie wie Schokolade und Wein behandelt, die bereits zollfrei waren.

Bern schätzt, dass Schweizer Exporteure rund 244 Millionen Franken pro Jahr sparen könnten. Etwa drei Viertel der neuen Ausnahmen treten in Kraft, sobald das Abkommen wirksam wird, berichtete Le News.

Die Schweizer Warenausfuhren nach China betrugen 2025 15,2 Milliarden Franken, die Einfuhren lagen bei etwa 18,3 Milliarden Franken, nach Angaben des Schweizer Wirtschaftsministeriums. Der Handel in beide Richtungen ohne Gold und Wertsachen erreichte rund 33,5 Milliarden Franken. China ist laut swissinfo der drittgrößte Handelspartner der Schweiz nach der EU und den USA.

Die Aktualisierung umfasst zudem Ursprungsregeln, Handelserleichterungen, Dienstleistungshandel, digitalen Handel, Wettbewerb sowie wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit, so das EAER. Sie erweitert den Schweizer Zugang zu chinesischen Dienstleistungen rund um die Industrie, zu Flugzeugwartung und Seetransport, berichtete RTHK. Schweizer Investoren erhalten nach Angaben von swissinfo besseren Zugang zum chinesischen Markt.

Zugeständnisse der Schweiz

Im Gegenzug beseitigt das Protokoll die Zölle auf 97,3 Prozent der chinesischen Agrarexporte in die Schweiz, nach zuvor 80,1 Prozent, meldete RTHK. Chinesische Einfuhren in die Schweiz sind bereits fast vollständig zollfrei, berichtete swissinfo. Die Straits Times schrieb, das ursprüngliche Freihandelsabkommen von 2014 habe fast alle chinesischen Verkäufe in die Schweiz von Zöllen befreit, aber nur etwa die Hälfte der Schweizer Ausfuhren nach China.

Arbeits- und Umweltklauseln

Le News berichtete unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium, China habe erstmals in einem Freihandelsabkommen Bestimmungen zu den Grundrechten der Internationalen Arbeitsorganisation akzeptiert. Die Regierung erklärte, beide Länder hätten vereinbart, ILO-Übereinkommen umzusetzen und grundlegende Arbeitsrechte zu wahren. Die Straits Times meldete, in der Schweizer Erklärung heiße es, China habe erstmals in einem FHA einer Bezugnahme auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zugestimmt.

Das Umweltkapitel ist laut Le News ungewöhnlich umfangreich, mit Verpflichtungen zu sauberer Energie und Kreislaufwirtschaft.

Zustimmung in Bern

Das Parlament muss dem Abkommen noch zustimmen. Frühere Ausschussdebatten waren weitgehend positiv, doch Arbeitsrechte und Umweltschutzvorgaben erwiesen sich als umstritten, berichtete Le News.

Die Straits Times meldete, das Abkommen biete der Schweiz Entlastung, während ihre exportorientierte Wirtschaft weiterhin Risiken aus der US-Handelspolitik ausgesetzt sei. Washington verhängte im August 2025 einen Aufschlag von 39 Prozent auf Schweizer Waren, damals der höchste unter den Industrienationen. Beobachter sehen das Schweizer Abkommen laut RTHK als möglichen Lackmustest für den Umgang Pekings mit anderen europäischen Volkswirtschaften.

Kommentare 0

Quellen

35
  1. 01Xi welcomes visiting German, Swiss presidentsEN
  2. 02Chinese, Swiss leaders hail deal removing trade tariffsEN
  3. 03Free trade agreement with China: important breakthrough for the Swiss tech industryEN
  4. 04Deal reached to abolish nearly all tariffs on Swiss exports to ChinaEN
  5. 05China, Switzerland agree to new trade deal scrapping most leviesEN
  6. 06Swiss exporters set for major tariff breakthrough in ChinaEN
  7. 07Swiss Watch Exports to the U.S. Have Dropped 56% in September 2025EN
  8. 08United States Cuts Key Tariffs - Council on Foreign RelationsEN
  9. 09Carney, reaching trade deal with China, says country is more ’predictable’ than U.S. - Radio-CanadaEN
  10. 10Boehringer Ingelheim strikes $7B backloaded ADC, TCE cancer deal with China's SinoEN
  11. 11Tesla wins trade zone status for Texas Megapacks, but China tariffs stayEN
  12. 12China blocks SoftBank’s US$5.4 billion takeover of ABB’s robotics divisionEN
  13. 13China’s energy storage fleet grows to 167 GW as utilization improvesEN
  14. 14 Boost your Nintendo Switch 2's storage for Zelda: Ocarina of Time with these microSD Express deals, starting at $48 EN
  15. 15Chinese AI lab Moonshot turned to Europe for Nvidia Blackwell access amid U.S. China curbs, sources tell CNBCEN
  16. 16 China lays out plans to land astronauts on the moon 'before 2030.' Can NASA still win this race? EN
  17. 17The Lincoln Aviator PHEV May Have Died In America, But It’s Coming Back In ChinaEN
  18. 18Mercedes-Geely venture Smart expands #2 roll-out in China with Premium trimEN
  19. 19Brake-by-Wire made in China: Bosch baut in Abstatt 750 Jobs abEN
  20. 20STAT+: In China, a flood of controversial clinical trials slows to a trickle EN
  21. 21B&H Photo Promo Codes and Deals This November 2026EN
  22. 22UK found to be ‘dangerously’ reliant on China for critical minerals needed for defence and AIEN
  23. 23China biotech Minghui does thyroid eye disease deal for $110M upfrontEN
  24. 24SpaceX signs deal with Qualcomm to provide network technology for U.S. mobile serviceEN
  25. 25Globe steps up AI strategy, expands Amdocs deal to transform core infrastructureEN
  26. 26China Truck Sales Now Majority Electric. What’s Next?EN
  27. 27EcoFlow launches TITAN Series backup ecosystem with up to $2,199 savings, Lectric limited-edition XP4 750 e-bike deals, moreEN
  28. 28NYT demands Brave shut down its paywall blocker and end deals with AI firmsEN
  29. 29 AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into China EN
  30. 30Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
  31. 31China Is Defanging the Dollar, Not Dethroning ItEN
  32. 32China climbed biotech's worry list, while Big Pharma kept shoppingEN
  33. 33China-Aligned Hackers Hijack Sogou Input Method DNS Requests to Deploy DarkVigil BackdoorEN
  34. 34Lexus is taking a page from China for its next electric SUV launching in 2027EN
  35. 35Electric trucks hit 50% of China’s heavy truck sales, diesel demand fallsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.