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OpenAI legt nach Wahlniederlagen freiwillige Regeln für seine Rechenzentren fest

OpenAI hat am 5. November freiwillige Verpflichtungen für seine Rechenzentren veröffentlicht. Zwei Tage zuvor hatten die Wähler in den USA neue Rechenzentren in 40 von 41 lokalen Volksabstimmungen abgelehnt. Die Zusagen gelten für künftige Standorte, die OpenAI selbst besitzt und betreibt, nicht für von Partnern wie Oracle gebaute Anlagen.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 25
OpenAI legt nach Wahlniederlagen freiwillige Regeln für seine Rechenzentren fest

Der National Community Compact und der Policy Blueprint von OpenAI sehen vor, dass das Unternehmen in Verhandlungen mit lokalen Behörden keine Vertraulichkeitsvereinbarungen mehr verlangt. Ausnahmen gelten für Geschäftsgeheimnisse, Sicherheitsfragen und wettbewerbsrelevante Informationen. OpenAI versprach, die vollen Kosten für Strom und Netzausbau zu tragen, den Verbrauch zu Spitzenzeiten zu drosseln und Baupläne, Lärmgutachten und Angaben zum Wasserverbrauch offenzulegen. Die Gesetzgeber forderte das Unternehmen auf, die Regeln für die gesamte Branche verbindlich zu machen.

Warum OpenAI handelte

Die Ankündigung kam zwei Tage nach den Zwischenwahlen am 3. November. The Decoder berichtete, die Wähler hätten neue Rechenzentren in 40 von 41 lokalen Volksabstimmungen abgelehnt. TechCrunch berichtete, die Demokraten hätten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewonnen. Kandidaten in Texas, Maine, Michigan, Nevada, Georgia und South Carolina hätten Sitze gewonnen, nachdem sie sich gegen den schnellen Ausbau von Rechenzentren gestellt hatten.

Umfragen zeigten das Ausmaß der Ablehnung. TechCrunch berichtete, fast 80% der Befragten einer NBC-Nachwahlbefragung hätten sich gegen den Bau von Rechenzentren in ihrer eigenen Nachbarschaft ausgesprochen. Fast 60% hätten angegeben, Rechenzentren seien ein wichtiger Faktor für ihre Stimme gewesen. Eine im Oktober veröffentlichte Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass 69% der registrierten demokratischen Wähler Grenzen befürworten, gegenüber 43% der Republikaner.

Lokaler Widerstand hat Projekte bereits ins Stocken gebracht. Data Center Watch zählte im zweiten Quartal 2026 45 Projekte im Wert von 88.000.000.000 Dollar, die durch lokalen Widerstand gestoppt wurden, wie The Decoder berichtete. TechCrunch berichtete, der County in Ohio, in dem Meta eine 700.000 Quadratfuß große Anlage geplant hatte, habe ein Verbot von Rechenzentren beschlossen. Die designierte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, hat ein landesweites Moratorium für neue Genehmigungen für Rechenzentren vorgeschlagen. Laut CNBC wären bereits im Bau befindliche Projekte Berichten zufolge ausgenommen.

Was die Zusagen nicht abdecken

Die Verpflichtungen gelten für künftige Standorte, die OpenAI selbst besitzt und betreibt. Ein großer Teil der Rechenzentrumsinfrastruktur von OpenAI wird von Partnern wie Oracle gebaut und gehalten, wie The Decoder berichtete. OpenAI hat ein Rechenzentrum in Ohio im Wert von 500.000.000.000 Dollar ins Auge gefasst, gestützt auf mehr als 100.000.000.000 Dollar Finanzierung von Nvidia, wie TechCrunch berichtete.

OpenAIs Politikchef Chris Lehane sagte gegenüber Reuters, regelmäßige Hardware-Aufrüstungen würden dauerhafte Arbeitsplätze schaffen, und versprach 2.500 Stellen für Ohio. Das Unternehmen verweist außerdem auf 4.800.000 Dollar für Schulessen in Georgia, bei geplanten Projektkosten von mehr als 30.000.000.000 Dollar in diesem Bundesstaat. Lehane räumte ein, dass auch OpenAI-Projekte Verzögerungen erleben könnten, wie The Decoder berichtete.

Gesparter Markt

Die Abstimmung spaltete die KI-Aktien. The Decoder berichtete, Hut 8 sei um 23% gefallen, IREN um 11% und Core Scientific um 10%, während Microsoft um 6,7%, Amazon um 6,1% und Alphabet um 3,2% stiegen. CNBC berichtete, CoreWeave sei um rund 10% gefallen, Micron um 7% und Nvidia um 3,17%.

Die Finanzierungskosten sind Teil der Trennung. James Sullivan von JPMorgan sagte gegenüber CNBC, die Kreditspreads für Neocloud-Unternehmen hätten sich deutlich ausgeweitet. Ihre Kosten für zusätzliches Kapital lägen dadurch erheblich höher als die der Hyperscaler. JPMorgan Asset Management erklärte in einer Mitteilung vom 20. Oktober, Hyperscaler hätten breitere Cloud-Geschäfte und mehr selbst erwirtschafteten Cashflow. Schlechter bewertete Neoclouds seien dagegen stärker den Finanzierungskosten, Energiepreisen und Refinanzierungsbedingungen ausgesetzt.

CNBC berichtete, der Spread für fünfjährige Credit Default Swaps von CoreWeave sei über 1.100 Basispunkte gestiegen. CoreWeave, Nebius und IREN seien im Oktober jeweils um mindestens 30% gefallen, als sich die Kreditmärkte verschärften. Nomura erklärte in einer Mitteilung vom Mittwoch, ein großer Teil der 2027 ans Netz gehenden Kapazität befinde sich bereits im Bau. Das begrenze die kurzfristigen Auswirkungen neuer Beschränkungen. Für 2028 geplante Projekte seien dagegen stärker von Genehmigungsverzögerungen betroffen.

Wie es weitergeht

Eine nationale Gesetzgebung, die den Bau von Rechenzentren deutlich bremsen würde, gilt als unwahrscheinlich, berichtete Reuters. Eine demokratische Führung dürfte eher mehr Anhörungen und Untersuchungen bedeuten. TechCrunch berichtete, wahrscheinliche nächste Schritte seien weitere Baumoratorien oder die Pflicht für Rechenzentren, ihre eigenen Netzausbauten zu bezahlen.

Die demokratische Kontrolle des Kongresses könnte die Chancen für einen Gesetzentwurf verbessern, den Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez in diesem Jahr eingebracht haben. Er schlägt ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren vor, bis der Kongress Schutzregeln ergänzt, berichtete TechCrunch. Ein solcher Gesetzentwurf müsste weiterhin ein mögliches Veto überstehen.

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Quellen

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  4. 04A new bill could change how the US builds energy infrastructureEN
  5. 05How the midterms could fuel the K-shaped AI tradeEN
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  7. 07What's next for US energy policy after the midterm elections?EN
  8. 08AI data centers comprehensively defeated at US midterm electionsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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