Maersk hebt Gewinnprognose für 2026 wegen höherer Frachtraten an
Maersk hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 27%, die durchschnittlichen Spot-Containerraten legten gegenüber dem Vorquartal um 46% zu.

Maersk erwartet nun ein bereinigtes EBITDA von 14,0 bis 14,5 Mrd. US-Dollar, bisher hatte die Prognose 10,5 bis 12,5 Mrd. US-Dollar betragen. Beim bereinigten EBIT rechnet das Unternehmen mit 8,0 bis 8,5 Mrd. US-Dollar statt 4,5 bis 6,5 Mrd. US-Dollar, wie es mitteilte. Die revidierte Prognose unterstellt ein Wachstum des weltweiten Containermarktvolumens von rund 4% im Jahr 2026. Maersk stellt zudem einen freien Cashflow von 3,0 Mrd. US-Dollar in Aussicht und setzt einen Aktienrückkauf von 1,0 Mrd. US-Dollar fort.
Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um 27% auf 18,1 Mrd. US-Dollar. Das EBITDA kletterte von 2,7 Mrd. auf 4,7 Mrd. US-Dollar, das EBIT von 1,3 Mrd. auf 3,3 Mrd. US-Dollar, eine Marge von 18,1%. Den größten Teil des Zuwachses trug die Sparte Ocean: Ihr EBIT erreichte 2,6 Mrd. US-Dollar nach 567 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Die Schiffsauslastung lag bei 96%. Die weltweite Containernachfrage wuchs im Quartal um 2% bis 4%, das Importwachstum in Europa und im Nahen Osten ließ nach.
Die durchschnittlichen Spot-Frachtraten im Shanghai Containerised Freight Index stiegen gegenüber dem Vorquartal um 46%. Staus verschärften die Lage. Die durchschnittlichen Wartezeiten in Häfen weltweit erreichten nach Taifunen in Asien 16,6 Stunden, der höchste Wert seit Januar 2023. Der Umsatz von Logistics & Services stieg um 13%, die Terminalvolumina um 2,6%, die Terminalauslastung sank von 90% auf 85%. APM Terminals begann mit dem Bau des Terminals Laldia in Chattogram in Bangladesch, der 900.000 TEU Jahreskapazität bringt, und nahm den Betrieb in Suape in Brasilien mit bis zu 400.000 TEU auf.
Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus und Staus im Netz erhöhten laut Unternehmen die Kosten für Bunker, Containerumschlag und Betrieb.
Warnung vor Angebotsüberhang 2027
BIMCO rechnet 2027 mit einem Kapazitätswachstum der Flotte von etwa 9%, das effektive Angebot dürfte aber nur um rund 5% bis 6% wachsen. Die Nachfrage legt bei geschlossener Straße von Hormus um 0,5% bis 2,5% zu, bei normalisiertem Transit um 2,5% bis 4,5%. Die weltweite Containerschiffsflotte überschritt 34 Mio. TEU. Mehr als 14 Mio. TEU sind bestellt, etwa 42% der bestehenden Flotte. Für 2026 erwartet BIMCO ein Kapazitätswachstum von 4,6%. Verschrottet werden dürften nur rund 140.000 TEU, während etwa 1,6 Mio. TEU auf Schiffen liegen, die älter als 25 Jahre sind.
„Störungen und starkes Wachstum im Head-Haul-Verkehr stützen den Containerschiffsmarkt weiterhin im Jahr 2026, aber das beschleunigte Flottenwachstum könnte das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht 2027 schwächen“, sagte Niels Rasmussen, Chef-Schifffahrtsanalyst von BIMCO. Höhere Energiepreise könnten zusätzlich auf das globale Wachstum drücken.
Noch halten die Volumina. Die weltweiten Containervolumina stiegen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 um 5,1% im Jahresvergleich, Head-Haul- und Regionalverkehre legten um 6,3% zu, Back-Haul blieb unverändert.
Umleitungen um das Kap der Guten Hoffnung binden Kapazität, weil sich die Reisedistanzen verlängern. Die Störungen im Persischen Golf hielten einige Schiffe vom übrigen Markt fern.
Rückkehr nach Suez schafft effektive Kapazität
Die Routenführung ist der zweite Hebel, und sie wirkt schneller als Werftlieferungen. Die Gemini Cooperation von Maersk und Hapag-Lloyd will im ersten Quartal 2027 nahezu alle Dienste auf Suez-Routen zurückführen. FreightWaves berichtete, die Partner wollten zudem im November einen Asien-Mittelmeer-Dienst durch den Suez hinzufügen, mit erster Abfahrt aus Shanghai am 22. November.
Der Analyst Lars Jensen schätzte den Anteil der Suez-Routen auf 30% bis 35% des normalen Umfangs.
Kürzere Reisen lassen dieselbe Flotte mehr Fracht bewegen. BIMCO schätzt, dass eine schrittweise Normalisierung der Suez-Routen 2027 das Nachfragewachstum nach Schiffen um rund fünf Prozentpunkte senken könnte. Bei vollständiger Erholung läge die Kapazitätsnachfrage etwa 10% unter dem, was Umleitungen um das Kap erfordern. COSCO SHIPPING Lines hat die Durchfahrt mit großen Containerschiffen wieder aufgenommen, darunter die OOCL Portugal mit 24.188 TEU.
Die eingesetzte Kapazität liegt bereits auf Rekordniveau. Daten von Sea-Intelligence zeigen für Oktober wöchentlich mehr als 350.000 TEU auf der Route Asien-Nordeuropa und mehr als 260.000 TEU auf Asien-Mittelmeer, beide über dem Wert des gleichen Zeitraums 2025. Verspätungen in asiatischen Häfen im dritten Quartal verschoben einige planmäßige Abfahrten in die letzten Monate des Jahres, fand die Beratung heraus. Nach Chinas Golden Week kürzen Reedereien üblicherweise Kapazität; in diesem Jahr taten sie es nicht.
Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen sagte, das schrittweise Vorgehen habe bislang größere Probleme vermieden, und die Arbeitslast in den europäischen und mediterranen Hubs sei bewältigbar.
Wie es weitergeht
Das Ziel von Gemini hängt laut Habben Jansen davon ab, dass sich die Bedingungen nicht ändern.
Die beiden BIMCO-Szenarien für 2027 hängen an der Straße von Hormus. „Wenn sich die Transitbedingungen in der Straße von Hormus nicht normalisieren, könnten anhaltende Ölangebotsbeschränkungen und höhere Ölpreise das globale Wirtschaftswachstum und das Containervolumenwachstum 2027 schwächen“, sagte Rasmussen.
Maersk hat 26 Dual-Fuel-Schiffe mit je 18.600 TEU bestellt, die 2029 und 2030 geliefert werden sollen.
Quellen
25- 01Maersk raises 2026 earnings forecast as freight rates increase 46%EN
- 02Container Shipping Faces 2027 Pressure as Huge Orderbook Hits the WaterEN
- 03BIMCO expects increased pressure from excess capacity in container transport in 2027EN
- 04How new capacity is raising rates in chaotic ocean marketEN
- 05Container Shipping Reaches Record Capacity Levels on Major Trade RoutesEN
- 06Ocean & Air Freight Forecast 2026: What to Expect - FreightosEN
- 07Container rates starting to spike on peak season rush – June 2, 2026 Update - FreightosEN
- 08Container freight rates rise as geopolitical tensions tighten global shipping capacity - Interior DailyEN
- 09Container shipping rates rise as fuel costs and capacity pressures build - Interior DailyEN
- 10Parcel, LTL and truckload rates climb as TD Cowen/AFS Index signals more cost pressuresEN
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