Trump erklärt die Straße von Hormus für wieder offen, doch der Schiffsverkehr stockt weiter
US-Präsident Donald Trump sagte, die Straße von Hormus sei wieder offen und der Ölhandel laufe schneller als je zuvor. Die Schifffahrtsdaten stützen das nicht: Am Dienstag passierten nur vier Frachtschiffe die Meerenge, im Zehntagesschnitt waren es 18.

Trumps Behauptung und die Schifffahrtsdaten
Trump sagte vor Reportern, die Position der USA in dem Konflikt sei stark, und die Verhandlungen mit Iran machten Fortschritte. Einzelheiten zu den Gesprächen oder einer möglichen Einigung nannte er nicht, meldete Khaama Press. Er behauptete außerdem, die Meerenge sei wieder offen, und der Ölhandel laufe schneller als je zuvor. Der Status der Wasserstraße bleibt umstritten. Die Schifffahrtsbeschränkungen und die militärischen Spannungen dauern an.
Die Schifffahrtsdaten zeigen keine wieder geöffnete Wasserstraße. Am Dienstag passierten nur vier Frachtschiffe die Meerenge, am Tag zuvor waren es sieben. Der Zehntagesschnitt liegt bei 18, wie aus vorläufigen Kpler-Daten hervorgeht, die Reuters zitiert. Normalerweise werden über die Meerenge etwa ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls und Flüssigerdgases verschifft. Seit Beginn des US-israelischen Kriegs mit Iran am 28. Februar ist der Verkehr zusammengebrochen, meldete IBTimes.
PortWatch des IWF verzeichnete am 18. Oktober vier Durchfahrten, vor dem Krieg waren es im Schnitt etwa 85 pro Tag, berichtete IBTimes. Die US-Maritime Administration warnt weiterhin vor hohen Risiken für die Handelsschifffahrt. Sie nennt mögliche Angriffe mit Raketen, Drohnen und unbemannten Überwasserfahrzeugen sowie Enter- und Ablenkungsversuche, meldete Outlook India.
Angriffe erreichen einen Rekordwert
Die Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge und ihrer Umgebung erreichten im Oktober einen Höchststand. Das Washington Institute for Near East Policy verzeichnete im Oktober 28 bestätigte und gemeldete Angriffe und seit Kriegsbeginn 113, meldete IBTimes. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation erfasste seit Beginn des Konflikts 120 Vorfälle in der Meerenge und im weiteren Nahen Osten, meldete IBTimes. Ihr Tracker zeigte später 129 bestätigte maritime Vorfälle und 24 getötete Seeleute mit Stand Donnerstag, meldete Outlook India.
Mehr als 30 sehr große Rohöltanker wurden bei Angriffen beschädigt, ergab eine Auswertung von IMO- und MarineTraffic-Daten durch Reuters. Allein im Oktober wurden elf getroffen. Zusammen machen sie etwa 3,5% der weltweiten Supertankerflotte aus.
Brent-Rohöl schloss am Freitag bei rund 117 Dollar je Barrel, mehr als 3% im Tagesverlauf und etwa 17% höher als einen Monat zuvor, meldete IBTimes. Brent hatte die Marke von 100 Dollar erstmals im März überschritten, in den ersten Wochen des Kriegs, und erreichte einen Höchststand von 126.
Irans Vorschlag mit zwei Tagen Frist
Iran hat angeboten, die Meerenge innerhalb von zwei Tagen wieder zu öffnen, wenn Washington seine Bedingungen erfüllt. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei sagte am 2. November, der Vorschlag zeige Teherans Bereitschaft, die Krise im Dialog zu lösen. Die Umsetzung binnen zwei Tagen sei möglich, wenn Irans Forderungen erfüllt würden, meldete Daily Sabah.
Außenminister Abbas Araghchi sagte am 1. November, katarische Vermittler hätten geholfen, Irans früheren Vorschlag von sieben Tagen auf zwei zu verkürzen. Nach der überarbeiteten Abfolge würden die USA am ersten Tag Schritte unternehmen und die Schifffahrt am zweiten Tag wieder anlaufen, meldete Investing.com.
Zu Irans Bedingungen gehören das Ende des Kriegs an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen im Ausland, die Aufhebung der Sanktionen gegen iranische Ölexporte und das Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen. Hinzu kommen die Anerkennung einer mit Oman vereinbarten Transitroute und eine verringerte US-Truppenpräsenz in der Region.
Eine Version mit sieben Tagen hatte Iran Washington im September über Katar vorgelegt. Trump lehnte sie ab, meldete Daily Sabah. Mohsen Resaei, der den Obersten Nationalen Sicherheitsrat Irans leitet, sagte, die Meerenge bleibe geschlossen, bis Washington Teherans Forderungen erfülle.
Diplomatie und nächste Schritte
Irans Unterhändler führten am Sonntag den dritten Tag in Folge Gespräche mit katarischen Vermittlern, wie aus einem Reuters-Bericht hervorgeht, den Investing.com zitiert. Eine iranische Delegation hielt sich zu Konsultationen in Doha auf, direkte Gespräche zwischen den USA und Iran waren nicht geplant. Außenminister Marco Rubio sagte, Trump habe nicht entschieden, ob er neue Angriffe starte, und eine diplomatische Lösung bleibe möglich.
Outlook India meldete, Omans Außenminister Badr Albusaidi habe am Donnerstag mit Araghchi über praktische Vorkehrungen gesprochen. Ziel sei, die ungehinderte Schifffahrt wiederherzustellen, die maritime Sicherheit zu gewährleisten und die internationale Handels- und Energieversorgung zu sichern. Katars Premierminister führte ein separates Telefonat mit Araghchi. Keine der beiden Mitteilungen bestätigte eine Einigung über die Öffnung der Meerenge.
Trump sagte, die Verhandlungen liefen gut und Iran wolle eine Einigung, doch Washington habe es nicht eilig, meldete Investing.com. Araghchi sagte, Teheran prüfe die US-Antwort auf seinen Vorschlag, und warf Washington vor, nicht die für eine Einigung nötige Aufrichtigkeit zu zeigen, meldete Shipping Telegraph.
Quellen
26- 01Trump expects talks with Iran to resume this week after rejecting proposal - CBS NewsEN
- 02Strait of Hormuz Shipping Traffic Crashes to 4 Vessels as Iran Rejects US Talks and Oil Prices Surge Above $108EN
- 03Will Hormuz Reopen? US Strikes And Fresh Shipping Attacks Complicate Iran Peace Push - Outlook IndiaEN
- 04Iran offers to reopen Hormuz within 7 days, accuses US of stalling talks - Shipping TelegraphEN
- 05Iran offers 48-hour Hormuz reopening plan as Trump signals progress in talksEN
- 06Trump Says Strait of Hormuz Is Reopening as US Confirms New Strikes on Iran - Khaama PressEN
- 07Iran offers to reopen Hormuz in 2 days as draft US deal circulates - Daily SabahEN
- 08Iran Says Strait of Hormuz Could Reopen in 48 Hours if US Meets Its Demands - ColombiaOneEN
- 09Araghchi: Strait of Hormuz Could Reopen in Two Days - srpske.rsEN
- 10The Al Mayeda Strike Shows the Limits of Pakistan's Hormuz Mediation - The DiplomatEN
- 11US has conducted defensive strikes on some Iranian targets in the Strait of Hormuz, US official says - Chicago TribuneEN
- 12Strait of Hormuz Status Today: Ship Attacks Hit Record High in October as Tankers Burn and War Fears MountEN
- 13Iran Lists Conditions For Reopening Strait Of Hormuz, Resuming US TalksEN
- 14Tehran engages in renewed diplomatic push, touts proposal to reopen Strait of Hormuz - CBS NewsEN
- 15Iran peace talks could ease hormuz shipping risks and feedstock pressures for India’s chemical industryEN
- 16Hormuz shipping risks rise as mine claims and Houthi attacks fuel fears of renewed conflictEN
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- 26Critical Langflow Flaws Could Let Unauthenticated Attackers Run Code on ServersEN
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