Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Cyberangriff leitet Rettungswagen vom einzigen Level-I-Traumazentrum New Mexicos um

Ein Cyberangriff auf UNM Health hat am 26. Oktober zwei Stunden lang Rettungswagen vom einzigen Level-I-Traumazentrum New Mexicos umgeleitet und ambulante Operationen abgesagt. Danach gingen die kritischen Systeme wieder online, und die Kliniken nahmen ihre geplanten Behandlungen wieder auf.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 30
Cyberangriff leitet Rettungswagen vom einzigen Level-I-Traumazentrum New Mexicos um

Systeme wiederhergestellt, Kliniken nehmen Betrieb auf

UNM Health teilte am Dienstag, dem 27. Oktober, mit, alle kritischen elektronischen Systeme seien wieder online, der Rettungswagenverkehr laufe wieder normal, und die Kliniken hätten ihre geplanten Termine und Eingriffe wieder aufgenommen. In einem Update um 14:02 Uhr erklärte die Universität, alle UNM-Health-Krankenhäuser seien vollständig geöffnet. Das UNM Hospital in Albuquerque und das Sandoval Regional Medical Center seien während der gesamten Störung geöffnet geblieben, so der Klinikverbund.

Die Behandlungsteams vereinbaren neue Termine für versäumte Untersuchungen und Eingriffe. Der Unterricht an den vier Gesundheitsschulen fiel am Dienstag aus, akademische und Forschungsprogramme sollten am Mittwoch wieder anlaufen. UNM riet Menschen in Notfällen, die 911 anzurufen.

Zweistündige Umleitung

Die Störung begann am Montag, dem 26. Oktober. Die IT-Sicherheitsteams begannen gegen 11 Uhr mit der Eindämmung, nachdem sie eine Bedrohung erkannt hatten, heißt es in den Updates von UNM. Von 12:30 bis 14:30 Uhr leitete UNM Health den Rettungswagenverkehr an andere Gesundheitseinrichtungen in der Region um und begrenzte die Aufnahme neuer Patienten. Ambulante Operationen und Termine wurden für den Rest des Tages abgesagt.

Die Umleitung betraf das UNM Hospital, in dem das einzige Level-I-Traumazentrum New Mexicos untergebracht ist. UNM aktivierte sein Emergency Operations Center und informierte staatliche und bundesstaatliche Strafverfolgungsbehörden. Mitarbeiter des Health Sciences Center ohne systemrelevante Aufgaben mussten zu Hause bleiben. Um 14:30 Uhr begann UNM, die Systeme schrittweise wieder hochzufahren.

Ein Level-I-Traumazentrum hält rund um die Uhr Chirurgen und Spezialisten für schwere Unfälle, Schusswunden und schwere Stürze bereit. Wenn es umleitet, müssen Sanitäter Patienten in andere Notaufnahmen bringen. Diese müssen die schwersten Patienten möglicherweise stabilisieren und dann Verlegungen organisieren. UNM Health zählt mehr als 1.000.000 Patientenkontakte pro Jahr. Das Haupthaus behandelt jährlich etwa 80.000 Notaufnahmepatienten, berichtete BankInfoSecurity. Das UNM Health Sciences Center ist das einzige akademische Medizinzentrum des Staates. Kleinere Krankenhäuser in ganz New Mexico sind darauf angewiesen, dass es kritisch verletzte und schwerkranke Patienten aufnimmt. Über Schäden bei Patienten während der Umleitung wurde nichts gemeldet.

Was UNM bestätigt hat

UNM erklärte, der Vorfall habe einige Endgeräte betroffen, aber nicht die Kernsysteme oder Server durchdrungen. Die Universität schrieb die schnelle Wiederherstellung den IT-Sicherheitsteams zu, die mit externen Partnern zusammenarbeiteten. Sie dankte außerdem den Gesundheitseinrichtungen in Albuquerque und Santa Fe dafür, dass sie während der Umleitung Patienten aufnahmen.

Erpressungsvorwürfe bleiben unbestätigt

Eine Gruppe namens Byod behauptete auf ihrer Darkweb-Leak-Seite, sie habe 36.000 Systeme auf dem Hauptcampus von UNM und in den Krankenhausumgebungen kompromittiert. Die Gruppe listete Active-Directory-Forests, Gruppenrichtlinien-Infrastruktur, den gesamten Microsoft-Entra-Tenant und zwei Oracle-Datenbanken auf. Sie gab an, Zugriff auf persönliche Daten von Studierenden und Beschäftigten zu haben, darunter Sozialversicherungsnummern, HR- und Gehaltsdaten, Banner-Studierendendatensätze, interne E-Mails, Forschungsdaten, Termindaten der Krankenhäuser, Patientendaten und Cerner-EHR-Listen.

Keine dieser Behauptungen ist unabhängig bestätigt. UNM machte keine Angaben zur Art des Cyberangriffs. BleepingComputer berichtete, es habe die Behauptung von Byod gefunden. Erpressergruppen übertreiben häufig, was sie erbeutet haben, um Opfer zur Zahlung zu drängen. Die Feststellung von UNM, dass die Kernserver nicht erreicht wurden, schließt für sich genommen nicht aus, dass Daten von einzelnen Geräten kopiert wurden.

KOB 4 berichtete, auf den Computern von Krankenhausmitarbeitern sei eine automatische Audiobotschaft abgespielt worden. Sie forderte die Verwaltung auf, die Angreifer zu kontaktieren, und behauptete, diese hätten Sozialversicherungsnummern. Die Leak-Seite von Byod listet sechs Opfer auf, und die Gruppe hat Daten veröffentlicht, die nach eigenen Angaben von drei von ihnen stammen.

Byod erklärte, kostenlose Entschlüsselungsschlüssel für gesperrte Systeme in Gesundheitseinrichtungen bereitzustellen und bis zu 2.500 Dollar für jeden betroffenen Patienten zu zahlen. Die Gruppe sagte außerdem, sie werde alle gestohlenen Daten behalten.

„Wir haben Moral und wir haben ein Herz, wir sind keine Schurken, aber wir werden weiterhin Unternehmen für schlechte Sicherheit zur Verantwortung ziehen, die zur Kompromittierung von Kundendaten führt“, erklärte die Gruppe.
Auf ihrer FAQ-Seite bezeichnet Byod ihre Arbeit als „Pentesting“ und erklärt, Ziel sei es, Schwachstellen aufzudecken und Datenverantwortliche für Datenschutzverstöße zur Rechenschaft zu ziehen.

Byod kündigte an, den Beitrag über den Vorfall zu entfernen, sobald die Universität Kontakt mit der Gruppe aufnehme. Laut BleepingComputer handelte es sich dabei wahrscheinlich um Lösegeldverhandlungen. BleepingComputer bat das UNM Health Sciences um eine Stellungnahme zu den Diebstahlvorwürfen und erhielt keine Antwort.

Früherer Vorfall

UNM Health war bereits zuvor von einem größeren Sicherheitsvorfall betroffen. Im Jahr 2021 meldete die Einrichtung einen Hackerangriff, der 637.300 Menschen betraf und möglicherweise Namen, Adressen, Geburtsdaten, Versicherungsangaben und Sozialversicherungsnummern offenlegte, berichtete BankInfoSecurity.

Wie es weitergeht

UNM hat wegen der strafrechtlichen Ermittlungen nur wenige Einzelheiten veröffentlicht. Patienten und Beschäftigte wurden aufgefordert, bei unaufgeforderten Nachrichten und Phishing-Angriffen wachsam zu bleiben.

Kommentare 0

Quellen

30
  1. 01Cyberattack Diverted Ambulances From New Mexico's Only Level I Trauma Center as Hackers Claim Patient Data TheftEN
  2. 02UNM Health ransomware attack disrupts patient care, surgeriesEN
  3. 03UNM Health cyberattack disrupts care and surgeries; ransomware group claims breachEN
  4. 04University of New Mexico health system reopens after cyberattack forced ambulance diversions, class cancellationsEN
  5. 05Cyberattack Disrupts New Mexico's Only Trauma CenterEN
  6. 06Hackers attack US hospital, apologise and offer patients $2,500 eachEN
  7. 07OnSolve CodeRED cyberattack disrupts emergency alert systems nationwide - BleepingComputerEN
  8. 08Europol-coordinated action disrupts Tycoon2FA phishing platform - BleepingComputerEN
  9. 09Payments platform BridgePay confirms ransomware attack behind outage - BleepingComputerEN
  10. 10Synology NAS Devices Targeted in Ransomware Attacks Exploiting Patched DSM FlawEN
  11. 11Single-payer health care system proponents were thrown a big bone this electionEN
  12. 12New York's Queens Public Library battles ransomware crims: Wi-Fi, checkouts, and website go darkEN
  13. 13 Hackers target French blood service fridges following supermarket attacks EN
  14. 14Healthtech: Europe’s 10 most-funded companies in H1 2026EN
  15. 15STAT+: What the midterms could mean for the future of health AIEN
  16. 16STAT+: As more doctors consult chatbots, health systems can block them — or buy in EN
  17. 17OpenSSH flaw lets attackers log into password-disabled Linux accountsEN
  18. 18Ellipsis Health buys Kouper Health to act on AI voice callsEN
  19. 19Debian and Ubuntu APT Flaw Lets MitM Attackers Swap Verified Packages and Run Code as RootEN
  20. 20Critical Rails Flaw Lets Attackers Write Server Files via Crafted ImageMagick UploadsEN
  21. 21Gentherm designs ThermAffyx to secure, heat patients during robotic surgeriesEN
  22. 22Scientists use sound waves to deliver a new attack on deadly brain cancerEN
  23. 23Elon Musk’s Attack Ads Are Backfiring As Midterms NearEN
  24. 24Google Warns LLMjacking Attacks Are Costing Some Enterprises Up to $1 Million in Cloud ChargesEN
  25. 25Attackers Exploit Critical Siemens IoT2050 Flaw to Plant Remote Command BackdoorsEN
  26. 26Critical Langflow Flaws Could Let Unauthenticated Attackers Run Code on ServersEN
  27. 27Attackers Pose as IT Support on Microsoft Teams, Abuse AD CS to Steal Company DataEN
  28. 28CVSS 10.0 LXD, MicroCloud Flaw Lets Attackers Impersonate Trusted Clients Without a Private KeyEN
  29. 29A Shared ChatGPT Link Could Run Attacker Code in Your Session and Read Private ChatsEN
  30. 30Hospital Cyberattacks Bring Disruptions, Legal FalloutEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.