Untersuchung des US Copyright Office bringt Prüfungen vor dem Upload ins Spiel
Am 3. November meldete InterSpace Music Distribution, das Artist Rights Institute habe Stellungnahmen für eine Untersuchung des US Copyright Office zum Streaming-Betrug vorbereitet. Die Organisation fordert Kontrollen, bevor Aufnahmen zu Streamingdiensten gelangen. Die Untersuchung hatte der Abgeordnete Scott Fitzgerald beantragt, die öffentliche Stellungnahmefrist läuft bis zum 23. November.

Es geht um den Royalty-Pool. Nach Auffassung des ARI können betrügerische Streams die Anteile legitimer Künstler an den Revenue-Share-Pools verkleinern, ohne dass dadurch zwangsläufig die Kosten der Streamingdienste steigen. Die Plattformen können unberührt wirken, während die Künstler weniger verdienen. Entschieden ist noch nichts. Die Stellungnahmefrist läuft bis zum 23. November.
Prüfungen vor dem Upload, keine nachträglichen Algorithmen
Laut ARI reicht das Problem über gefälschte Abspielvorgänge hinaus. Die Stellungnahme verweist auf KI-generierte Aufnahmen, nicht genehmigte Kopien und gekaperte Künstleridentitäten. Sie gelangen über digitale Distributoren ohne ausreichende Prüfung zu den Streamingdiensten.
Der Ansatzpunkt ist der Upload, nicht der Abruf. Die Organisation will, dass Distributoren prüfen, wer hochlädt, wer die Rechte hält und wer das Geld einnimmt, bevor eine Aufnahme online geht. Streamingdienste sollten sich nach ihrer Argumentation nicht auf Algorithmen oder Royalty-Schwellen verlassen, um Versäumnisse auf der Vertriebsstufe zu beheben. Das ARI führt außerdem an, Distributoren mit Pauschalgebühren hätten wenig Anreiz, Nutzer zu überprüfen. Die Struktur könnte nach seiner Darstellung eine Untersuchung nach dem Racketeer Influenced and Corrupt Organization statute rechtfertigen.
Ein Vorschlag betrifft das Geld. Das ARI schlägt eine mechanische Lizenzgebühr pro Stream vor. Sie würde nach seiner Darstellung die finanziellen Anreize mit der Betrugsprävention in Einklang bringen.
Der Royalty-Pool ist der Druckpunkt
Der Pool selbst wächst weiter, deshalb kommt es auf die Aufteilung an.
UMG meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 3.394.000.000 Euro, 12,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze mit bezahlten Abonnements im Tonträgergeschäft stiegen um 19,2 Prozent. Der Global Music Report 2026 der IFPI, veröffentlicht am 18. März, bezifferte den Branchenumsatz für 2025 auf 31.700.000.000 Dollar. Das ist ein Plus von 6,4 Prozent und das elfte Wachstumsjahr in Folge. Streaming trug mehr als 22.000.000.000 Dollar bei, 69,6 Prozent des Gesamtumsatzes. Für die Bezahldienste wurde ein Wachstum von 8,8 Prozent und ein Marktanteil von 52,4 Prozent prognostiziert, bei 837.000.000 Abonnenten weltweit.
Labels drängen DistroKid auf Daten zu KI-Tracks
Der Streit vor Gericht über dieselbe Frage ging diese Woche weiter. UMG, Sony Music und DistroKid teilten einem Bundesgericht in Manhattan mit, sie "arbeiten an einer Lösung" in ihrem Rechtsstreit über DistroKids KI-Musikdaten. Richter Arun Subramanian genehmigte die gemeinsame Eingabe am 28. Oktober; die Anwälte hatten sie einen Tag zuvor unterzeichnet.
DistroKid muss nun bis zum 6. November auf den Antrag der Labels auf eine gerichtliche Anordnung reagieren. Digital Music News berichtete, die Frist habe zuvor beim 4. November gelegen.
UMG und Sony wollen wissen, wie viele der Tracks, die DistroKid an Streamingdienste liefert, als KI-generiert gekennzeichnet sind und wie viele Suno zugeschrieben werden. Sie verlangen außerdem die Gesamtzahl der Streams und die Royalties aus den markierten Aufnahmen. Die Labels hatten die Vorladung im September zugestellt und erklärt, DistroKid "weigert sich, auch nur ein einziges Dokument vorzulegen". DistroKid gibt an, 30 bis 40 Prozent "aller neuen Musik der Welt" zu vertreiben. In der Eingabe steht nicht, ob das Unternehmen Daten herausgeben wird.
Suno will, dass Apple aussagt
Suno verfolgt ein paralleles Argument zum Marktschaden. Am 27. Oktober legte das Unternehmen Widerspruch gegen Apples Antrag ein, eine Zeugenaussage im Urheberrechtsverfahren zu blockieren.
Apple hatte am 13. Oktober ein Bundesgericht in Kalifornien gebeten, die Aufforderung zu blockieren, und die Themen als irrelevant, zu weit gefasst und unverhältnismäßig bezeichnet. Suno will eine mündliche Aussage zu Apples Lizenzverhandlungen mit UMG und Sony und dazu, ob Apple Music ohne deren Kataloge bestehen könnte.
Suno hat sich bereit erklärt, zu fünf von neun Themen eine schriftliche eidesstattliche Erklärung zu akzeptieren. Zu vier Themen besteht es weiterhin auf einer mündlichen Aussage.
UMG und Sony hatten Suno im Juni 2024 wegen 560 Aufnahmen verklagt und bis zu 150.000 Dollar pro Werk verlangt, rechnerisch ein Maximum von rund 84.000.000 Dollar. Eine zweite Klage vom September betrifft 60.202 weitere Aufnahmen, die bei gleicher Obergrenze 9.000.000.000 Dollar übersteigen würden.
Wie es weitergeht
Drei Termine bestimmen die nächsten Wochen. Die Stellungnahmefrist des Copyright Office läuft bis zum 23. November. DistroKids Frist für die Antwort ist der 6. November. Das Gericht in Manhattan hat über die von den Labels beantragte Anordnung noch nicht entschieden.
Der Streit um Apples Zeugenaussage und das Urheberrechtsverfahren in Massachusetts sind weiter offen. Für Künstler und Distributoren bleibt die praktische Frage dieselbe: Wer prüft einen Upload, und wer wird bezahlt, wenn es niemand tut.
Quellen
13- 01Streaming Music Fraud: ARI Calls for Pre-Upload Checks - InterSpace Music DistributionEN
- 02When streaming becomes a 'gold mine' for the music industry - Vietnam.vnEN
- 03UMG, Sony, and DistroKid tell court they are 'working on a resolution' in dispute over AI music data for Suno case - Music Business WorldwideEN
- 04Suno fights to make Apple testify on whether Apple Music could survive without UMG and Sony - Music Business WorldwideEN
- 05DistroKid to Respond to UMG Subpoena Demand by November 6th - Digital Music NewsEN
- 06Pandora’s monthly user base fell by 2.75m YoY in Q3, while SiriusXM’s total revenue share and royalty costs rose to $726M - Music Business WorldwideEN
- 07Hit Songs, Empty Pockets? The Debate Over Music Royalties in TanzaniaEN
- 08Chip Industry Technical Paper Roundup: Nov. 3EN
- 09AI, fuelled by advanced chips, set to power semiconductor manufacturing: industry veteranEN
- 10In other news: National Gallery’s digital call out, PRS hones royalties + Midscale debut - Arts ProfessionalEN
- 11India's Audio Streamers and the Paying Pool - InterSpace DistributionEN
- 12ASRock Industrial AI Box-A395 Review: Taking Strix Halo to WorkEN
- 13Best Platforms for Independent Music Careers in 2026 - Ones To WatchEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
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