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Van-Gogh-Museum zweifelt an Studie, die die Sternennacht auf den 22. Juli 1889 datiert

Das Van-Gogh-Museum in Amsterdam glaubt nicht, dass die Sternennacht den Himmel vor der Morgendämmerung am 22. Juli 1889 zeigt. Ein südkoreanisches Team behauptet das. Sternpositionen könnten die Leinwand nicht verlässlich datieren, entgegnet das Museum.

KulturNachrichtClara LindnerVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 16
Van-Gogh-Museum zweifelt an Studie, die die Sternennacht auf den 22. Juli 1889 datiert

Türkiye Today berichtete am 30. Oktober über die Antwort des Museums, acht Tage nachdem die Studie in Scientific Reports erschienen war. Der Hauptautor der Studie hält an dem Datum fest. Elijah Jeong-hyun Kim, Vorstandschef des Seouler Teleskopherstellers SLLAB und Doktorand an der Kyung-Hee-Universität, sagte der Associated Press, er würde „auf dieses Datum wetten“.

Der Aufsatz erschien am 22. Oktober in Scientific Reports, einer Zeitschrift von Nature. Kims Team ordnete das Gemälde dem Himmel über Saint-Rémy gegen 3 Uhr morgens am 22. Juli 1889 zu. An jenem Morgen standen eine abnehmende Mondsichel, die Venus und der Sternhaufen der Hyaden im Stier gemeinsam im Osten. Die fünf zentralen Sterne auf der Leinwand entsprechen nach Ansicht der Forscher den Hyaden.

Das hat Folgen über eine einzelne Leinwand hinaus. Gilt das Julidatum, verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem Van Gogh die Sternennacht malte. Er läge etwa einen Monat später als die lange akzeptierte Datierung auf Juni 1889. Auch die Reihenfolge der Werke, die Van Gogh in der Anstalt in Saint-Rémy-de-Provence schuf, könnte sich dadurch ändern.

Was das südkoreanische Team behauptet

Die Forscher verbanden eine astronomische Simulation mit einem statistischen Formvergleich, der Procrustes-Analyse, und prüften das Ergebnis anschließend gegen Wetteraufzeichnungen. Sie reisten 2019 zweimal nach Saint-Rémy, um den Blickwinkel des Malers anhand von Details in seinen Bildern festzulegen, etwa an Gebäuden und Brücken. An dem Morgen, den sie benennen, sei der Himmel klar genug gewesen, um die Sterne zu sehen.

Warum das Datum umstritten ist

Kunsthistoriker datieren das Gemälde seit Jahrzehnten auf Juni 1889. Ankerpunkt ist ein Brief, den Van Gogh um den 18. Juni an seinen Bruder Theo schrieb und in dem er „eine neue Studie eines Sternenhimmels“ erwähnt. Das Problem ist der Mond. Am 19. Juni 1889 war er ein abnehmender Dreiviertelmond, nichts wie die schmale Sichel auf der Leinwand.

Das Museum argumentiert, Sternpositionen könnten das Werk nicht verlässlich datieren, weil Van Gogh keine exakte Wiedergabe angestrebt habe. Es weist außerdem darauf hin, dass ihn ein schwerer Zusammenbruch um den 22. Juli etwa einen Monat lang am Malen hinderte. Die Autoren der Studie setzen den Anfall dagegen später im Juli an.

Jose Luis Aragon, Physiker an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko, war nicht an der Studie beteiligt. Er nannte das Julidatum „eine faszinierende Hypothese statt einer geklärten Antwort“. Van Gogh habe den echten Himmel aufmerksam beobachtet, sagte er, und darin liege der stärkste Punkt der Studie.

Für das Kalenderproblem haben die Autoren eine Antwort. Sie schlagen vor, Van Gogh habe die Idee im Juni gefasst und das Bild nach dem 22. Juli vollendet. Ihre Lesart seiner französischen und niederländischen Briefe setzt den Anfall im Sommer später im Monat an als üblich angenommen.

Was sich für die Kunstgeschichte ändert

Ein Julidatum würde die Sternennacht in der Folge der rund 150 Gemälde nach hinten rücken, die Van Gogh während seines Aufenthalts in Saint-Paul-de-Mausole schuf. Kim sagte, er hoffe, der Aufsatz regt eine erneute, fächerübergreifende Betrachtung der Reihenfolge und der Arbeitsweise der Bilder aus Saint-Rémy an. Ebenso hoffe er auf einen Blick darauf, wo der Maler in jenem Sommer war.

Das Team erklärt, sein Gespräch mit den anderen Himmeln Van Goghs dauere an. Weitere Ergebnisse seien geplant. Die Position des Museums ist vorerst, dass seine Sterne die Leinwand nicht datieren können.

Kim hat das Gemälde selbst nie in New York gesehen. Der Zeitung The Star sagte er, jetzt, da der Aufsatz veröffentlicht sei, müsse er wirklich los und die Sternennacht im Museum of Modern Art ansehen.

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Quellen

16
  1. 01Astronomers play detective on Van Gogh's 'Starry Night' mystery - Türkiye TodayEN
  2. 02Van Gogh's Starry Night shows a real night sky, study suggests - Astronomy.comEN
  3. 03New study traces van Gogh's famed 'The Starry Night' to an actual night sky from 1889 - The StarEN
  4. 04Van Gogh's Starry Night Matches a Real Sky Over Saint-Rémy, Study Says - Around PragueEN
  5. 05Van Gogh's 'The Starry Night' May Have Been Inspired by the Real Sky - GoodnetEN
  6. 06Van Gogh's Starry Night: Researchers suggest the famous painting may depict a real night sky - yourweather.co.ukEN
  7. 07Met Museum Sued Over Van Gogh Allegedly Looted by Nazis - HyperallergicEN
  8. 08Restored Van Gogh painting returns to Groninger Museum six years after theft - NL TimesEN
  9. 097 of the Biggest Art Heists in History - Mental FlossEN
  10. 10Stolen Van Gogh paintings return to Amsterdam museumEN
  11. 11Stolen Van Gogh piece is returned in a bloody pillowcase inside an Ikea bagEN
  12. 12The Art World This Week: Van Gogh Museum Averts Closure, Getty Images Files for Bankruptcy, Stolen Renoir Paintings Recovered, and MoreEN
  13. 13CaTHaRSiS: The Last of Atelier, a game where you step into the paintings of Van Gogh, Monet, and other renowned artists, to release on December 1 - AUTOMATONEN
  14. 14Van Gogh's 'The Drawbridge' | He painted the same bridge in Arles many times. The one currently in Nagoya is the final work in that series | Behind the MasterpiEN
  15. 15[Leo's Great Figures 21] Vincent van GoghEN
  16. 16Art meets contemporary kitchen design with the Teka Van Gogh Museum Edition - Tatler AsiaEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Clara Lindner

Clara Lindner

Kultur, Küche und Lebensstil

Clara Lindner schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und arbeitet dabei vor allem mit Primärquellen, Archiven und eigenen Vor-Ort-Besuchen. Bei Küchengeschichten prüft sie Rezeptangaben gegen historische Kochbücher und vergleicht Mengen- und Zeitangaben mehrerer Ausgaben. Für Kultur- und Geschichtstexte spricht sie mit Kuratoren, Designern und Gastronomen und wartet auf Festivalprogramme sowie Ausstellungskalender, um Termine und Werklisten abzugleichen. Ihre Festivalmarathons, Independent-Kino und Filmarchive nutzt sie, um film- und kulturgeschichtliche Bezüge in ihren Stücken zu prüfen. Sie veröffentlicht keine Angaben, die sie nicht selbst nachrecherchiert hat.

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