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Alibabas KI-Sprung und Gotions 3,67 Mrd. Dollar schweres Batteriegeschäft mit VW

Alibaba Group Holding dürfte für das Septemberquartal einen Anstieg der Umsätze mit KI-Cloud um 50 Prozent melden. Gotion High-tech und Volkswagen planen eine gemeinsame Investition von 3,22 Mrd. Euro in die europäischen Batterielieferketten.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 8. Oktober 20267 Min. LesezeitQuellen 14
Alibabas KI-Sprung und Gotions 3,67 Mrd. Dollar schweres Batteriegeschäft mit VW

Am 8. Oktober prognostizierten Analysten, dass die Sparte AI Cloud and Compute Services von Alibaba für die drei Monate bis zum 30. September einen Umsatzsprung von 50 Prozent verzeichnen werde, berichtete die South China Morning Post.

Das ist ein schnelleres Wachstum als die 45 Prozent aus dem Vorquartal. Mehrere Finanzinstitute rechnen laut South China Morning Post mit dieser Beschleunigung. Sie verweisen auf einen Wandel von reinen Wachstumszahlen hin zur Profitabilität. Auch die Gewinnmargen der Sparte dürften steigen. Das signalisiert Fortschritte bei der Monetarisierung der hohen KI-Ausgaben. Der Ausblick fällt in eine Zeit, in der chinesische Technologiefirmen um ihre Vormachtstellung in der Cloud-Infrastruktur ringen. Alibaba spielt in diesem Übergang eine zentrale Rolle. Das Unternehmen nutzt sein großes Netz an Rechenzentren, um Kunden im Inland und im Ausland zu bedienen. Für Anleger, die den Technologiesektor beobachten, steht nun im Mittelpunkt, ob Alibaba seine hohen Investitionen in stabile Umsätze umwandeln kann.

Der europäische Batteriekorridor

Am 28. September kündigten Gotion High-tech und die Volkswagen Group Pläne an, gemeinsam rund 3,22 Mrd. Euro in Projekte zur Batterie- und Materialproduktion in Europa und Nordafrika zu investieren, berichtete CnEVPost.

Die Unternehmen wollen über ihre Tochtergesellschaften in Spanien, der Slowakei und Marokko drei Gemeinschaftsunternehmen gründen. Damit vertiefen sie die Zusammenarbeit in der Lieferkette, um den europäischen Markt von Volkswagen sicherer zu bedienen. Gotion will rund 1,598 Mrd. Euro beisteuern, PowerCo von Volkswagen rund 1,62 Mrd. Euro. Das Geld soll in Etappen fließen. Das größte Projekt steht in Valencia in Spanien und sieht eine Investition von rund 2,26 Mrd. Euro vor. Dort soll eine jährliche Produktionskapazität für Lithium-Ionen-Batterien von 29,1 GWh entstehen. Gotion übernimmt durch eine Kapitalerhöhung 49 Prozent an der bestehenden PowerCo Spain, PowerCo behält mit 51 Prozent die Kontrolle.

Ein zweites Projekt in Šurany in der Slowakei sieht eine geplante Investition von rund 480 Mio. Euro für eine Jahreskapazität von 8,4 GWh vor. Bei diesem Vorhaben hält Gotion mit 51 Prozent die Mehrheit, PowerCo 49 Prozent. Zusätzlich wollen die Unternehmen rund 480 Mio. Euro in Kenitra in Marokko investieren. Dort soll eine Anlage für Kathodenmaterial aus Lithium-Eisenphosphat mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen entstehen. Die Anlage in Marokko soll vorrangig die beiden europäischen Batterie-Gemeinschaftsunternehmen beliefern und so das Zuliefernetz weiter lokalisieren.

Der Vorstand von Gotion billigte den Vorschlag am 28. September, doch die Investitionsvereinbarung ist noch nicht unterzeichnet. Die Transaktion braucht weiterhin die Zustimmung der Aktionäre und behördliche Genehmigungen in China und im Ausland. Gotion erklärte, die Projekte würden kurzfristig die Investitionsausgaben erhöhen. Finanzierung, Genehmigungen und Marktveränderungen könnten den Baufortschritt und die erwarteten Erträge beeinflussen, hieß es. Der in der Mitteilung genannte Bauumfang aller drei Projekte umfasst weder Grundstücke noch Fabrikgebäude. Für jedes Projekt veranschlagt das Unternehmen höchstens fünf Jahre Bauzeit.

Industrieautomation und Robotik

Am 5. Oktober meldete Teradyne Inc. eine strategische Investition in Bright Machines Inc., einen Errichter von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur, berichtete The Robot Report.

Die Unternehmen starten eine strategische Zusammenarbeit. Sie zielt darauf, Roboter- und Testtechnologie von Teradyne mit der Fertigungsplattform von Bright Machines zu verbinden. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Teradyne KI als Haupttreiber seines Umsatzwachstums nennt. Es ist das fünfte Quartal in Folge mit Wachstum. "Teradyne hat sich für eine Investition in Bright Machines entschieden, weil der Ausbau von KI-Rechenzentren der Fertigung einiges abverlangt", sagte Shantnu Sharma, Chief Development Officer bei Teradyne, dem Robot Report. Designs änderten sich schnell, und jedes Gerät müsse geprüft werden. Die Zusammenarbeit soll den Kreis zwischen Design, Montage und Test schließen. Roboter montieren Bauteile, Testsysteme prüfen die Leistung, und die dabei entstehenden Daten optimieren das nächste Gerät in der Reihe.

Fiaz Mohamed, Chief Growth Officer bei Bright Machines, erklärte, die Investition stütze das weitere Wachstum des Unternehmens und den Ausbau seiner Fertigungsplattform für KI-Infrastruktur. Die Partner wollen die Technologien von Teradyne in die Produktionsumgebungen von Bright Machines integrieren. Dazu gehören präzise Robotermontage sowie das robotergestützte Be- und Entladen von Testanlagen. Die kombinierte Architektur soll bei Kunden zum Einsatz kommen. Ziel ist, Designentscheidungen, Montageausführung und elektrische Leistung in einem durchgängigen System zu verbinden.

Der Kontext der Energiewende

Die Europäische Kommission definiert Industrie 5.0 so, dass der Mensch, die Nachhaltigkeit und die Widerstandsfähigkeit im Mittelpunkt des industriellen Fortschritts stehen, heißt es in einem bezahlten Artikel von Lenovo in der South China Morning Post. In der Praxis bedeutet das: KI-gesteuerte Roboter übernehmen repetitive, körperlich belastende oder gefährliche Arbeit, während sich Menschen auf kritisches Denken und höherwertige Entscheidungen konzentrieren. Physical AI gibt der digitalen Intelligenz die Fähigkeit, in der realen Welt zu handeln. Sie verbindet Robotik, Sensoren, Edge Computing und Simulation.

Als starkes Beispiel dient die Roboter-Inspektionslösung von Lenovo. Sie ist dafür gedacht, sich mit minimalem menschlichen Eingriff durch komplexe oder gefährliche Umgebungen zu bewegen. So sinkt die Gefährdung von Beschäftigten, weil Aufgaben unter unsicheren Bedingungen oder an abgelegenen Orten erledigt werden. Agentic AI wiederum verbindet diese Aktionen mit Entscheidungen und Arbeitsabläufen im gesamten Betrieb. Sie schließt aus Daten und koordiniert Prozesse. Zusammen verwandeln sie das, was eine Maschine in der Fabrikhalle erkennt, in eine sinnvolle betriebliche Reaktion.

Bei einem führenden Logistikunternehmen in Singapur erreichte die Integration von KI und autonomen Robotern in die Lagerabläufe eine bis zu 40 Prozent schnellere Auftragsabwicklung und einen um 30 Prozent niedrigeren Energieverbrauch, heißt es in demselben SCMP-Beitrag. Das zeigt, dass Effizienz und Nachhaltigkeit einander verstärken können. Während die Batterieproduktion in Europa wächst und die KI-Infrastruktur weltweit skaliert, wird die Integration dieser Technologien entscheidend dafür, Kosten wettbewerbsfähig und Umweltstandards einzuhalten.

Marktdynamik und Herausforderungen

Das Marktforschungsunternehmen SNE Research meldete, dass die weltweiten Installationen von EV-Batterien bei Gotion in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 insgesamt 34,0 GWh erreichten, 44,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gotion High-tech lag laut CnEVPost bei den weltweiten Installationen auf Rang fünf.

Das Wachstum zeigt die steigende Nachfrage nach lokaler Batterieproduktion. Politischer und wirtschaftlicher Druck, die Abhängigkeit von importierten Komponenten zu verringern, treibt diese Nachfrage. Allerdings birgt die Verwaltung mehrerer Gemeinschaftsunternehmen in unterschiedlichen Regelungsumgebungen erhebliche Risiken. Die nötigen behördlichen Genehmigungen in China und Europa bringen zusätzliche Unsicherheit in die Projektzeitpläne. Der schnelle technische Wandel bedeutet, dass Anlagen und Verfahren von heute schon in wenigen Jahren veraltet sein können. Die Unternehmen müssen kurzfristige Kapazität und langfristige Flexibilität gegeneinander abwägen.

Für Alibaba markiert der Fokus auf Profitabilität eine Reifung des Cloud-Geschäfts. Das Unternehmen muss weiter zeigen, dass seine KI-Investitionen nachhaltige Erträge bringen und nicht nur die Umsatzspitze wachsen lassen. Da der Technologiesektor bei Bewertung und Kapitalallokation genau beobachtet wird, ist Alibabas Ergebnis im Septemberquartal ein wichtiger Indikator für die Verfassung der gesamten KI-Wirtschaft. Anleger werden genau verfolgen, ob der Umsatzsprung von 50 Prozent mit den von Analysten erwarteten Margenverbesserungen einhergeht.

Folgen für die Zukunft

Großbritannien und Deutschland haben kürzlich einen Industrie-Technologie-Korridor gestartet, um das Wachstum von KI und Deeptech zu beschleunigen, berichtete Tech.eu. Unter dem Kensington-Vertrag verstärken die beiden Länder ihre Zusammenarbeit bei KI, Robotik, Fusionsenergie und Quantentechnologien. Die bilaterale Initiative soll Unternehmen beiderseits der Nordsee zu Partnerschaften bewegen, Investitionen ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen.

Das deutsche Technologieunternehmen MicroAGI will seine Präsenz in London ausbauen und 180 neue, gut bezahlte Stellen schaffen. Das Energieunternehmen Proxima Fusion will seinen Standort in Culham erweitern und seine Belegschaft bis 2028 möglicherweise vervierfachen. Diese Entwicklungen spiegeln den globalen Trend zu spezialisierten industriellen Technologiezentren. Während Großbritannien und Deutschland ihre Partnerschaft vertiefen, teilen sie sich einen Topf von rund 20 Mio. Euro, um die gemeinsame Forschung an Quantentechnologien zu beschleunigen, einer der prägenden Technologien des kommenden Jahrzehnts.

Der globale Markt für Industrieinvestitionen verschiebt sich von reiner Expansion zu optimiertem, widerstandsfähigem und technologisch integriertem Wachstum. Ob es um Alibabas KI-Cloud-Umsätze, die Batteriewerke von Gotion und VW oder die Robotikinvestitionen von Teradyne geht: Der gemeinsame Nenner ist der Weg zu höherer Wertschöpfung durch Technologie. Unternehmen, die diese Systeme erfolgreich integrieren, sind gut aufgestellt, um die Komplexität der modernen Industrieökonomie zu bewältigen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese strategischen Wetten einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil bringen.

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Quellen

14
  1. 01Alibaba’s AI cloud revenue set to surge over 50% as investment blitz pays off: analystsEN
  2. 02Gotion, VW plan $3.67 billion investment in European battery supply chainEN
  3. 03Teradyne invests in Bright Machines to bring robotics to AI infrastructure manufacturingEN
  4. 04How ‘Industry 5.0’ integrates human expertise with artificial intelligenceEN
  5. 05UK and Germany launch industrial tech corridor to accelerate AI and deeptech growthEN
  6. 06TrueLayer captures $27M investment, as targets Italy expansionEN
  7. 07Productive, Durable, Fungible: How NVIDIA AI Factories Maximize Return on InvestmentEN
  8. 08Building a safer path to autonomous industrial AIEN
  9. 09Scientists just found a new way to make hydrogen from waterEN
  10. 10Agile Space Industries Strengthens Board and Corporate Development to Support Continued GrowthEN
  11. 11Agile Space Industries Expands Leadership Structure to Support Next Phase of GrowthEN
  12. 12Privacy watchdog launches investigation into China-based company behind Kmart ‘pervert glasses’ appEN
  13. 13Meet the solar industry’s new Republican evangelistEN
  14. 14Can US$300m investment, player equity and team stake sales save LIV Golf?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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