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Atoco bewirbt Container-Gerät, das Trinkwasser aus der Luft gewinnt

Atoco, mitbegründet vom Nobelpreisträger Omar Yaghi, bewirbt ein Gerät in der Größe eines Schiffscontainers. Laut Unternehmen gewinnt es bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Tag aus der Luft, berichtete Education Times.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 19
Atoco bewirbt Container-Gerät, das Trinkwasser aus der Luft gewinnt

Education Times berichtete, Atoco bewerbe eine Einheit von der Größe eines sechs Meter langen Schiffscontainers. Laut Unternehmen produziert sie bis zu 1.000 Liter reines Wasser am Tag. Das reicht für den Grundbedarf von etwa 300 bis 500 Menschen an Trinkwasser. Das Gerät nutzt metallorganische Gerüstverbindungen, um Wasserdampf aus der Luft aufzunehmen. Diese Feuchtigkeit gibt es wieder ab und bereitet sie zu sauberem Trinkwasser auf. Es braucht nur sehr wenig Strom und kommt ohne zentrales Verteilnetz aus, heißt es in dem Bericht. Atoco zufolge holt die Einheit das Wasser direkt aus der Atmosphäre, ohne Meerwasserentnahme und ohne vorgeschaltete Kläranlage.

Die Ausbeute ist nicht fest. Education Times weist darauf hin, dass sie von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und anderen Umweltfaktoren abhängen kann.

Funktioniert das Gerät in großem Maßstab, könnte es abgelegenen Dörfern, Inselstaaten und Katastrophengebieten eine Wasserquelle erschließen. Sie wären dann weder von Entsalzung noch vom zentralen Stromnetz abhängig.

Warum das Material funktioniert

Metallorganische Gerüstverbindungen entstehen, wenn Metallionen mit organischen Molekülen verbunden werden. So ergibt sich eine Struktur mit unzähligen mikroskopisch kleinen Poren. The Conversation beschreibt sie als kristalline Gerüste, in denen Metallknoten über organische Brücken in einem wiederkehrenden Muster verbunden sind. Die Größenordnung nennt das Blatt klar: Ein Gramm eines MOF kann eine innere Oberfläche freilegen, die so groß ist wie ein Fußballfeld. Die Europäische Kommission geht weiter: Wenige Gramm MOF-Pulver haben eine innere Oberfläche von der Größe eines Fußballplatzes. Sie bezeichnet MOFs als den porösesten bekannten Feststoff.

Porengröße und Chemie lassen sich einstellen. So nimmt ein Gerüst ein Molekül auf, das ein anderes abweist. The Conversation beschreibt einige MOFs als molekulare Siebe, die Kohlendioxid gezielt aus Industrieabgasen oder direkt aus der Luft einfangen. Das Nobelkomitee wiederum nannte das Potenzial, PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien, aus Wasser abzutrennen.

The Conversation berichtete, Wissenschaftler hätten über 90.000 MOFs synthetisiert. Computergestützte Chemiker hätten Hunderttausende weitere vorhergesagt.

Vom Nobel-Labor zum Produkt

Yaghi teilte sich den Nobelpreis für Chemie 2025 mit Susumu Kitagawa und Richard Robson für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften erklärte, die Laureaten hätten der Chemie neue Möglichkeiten eröffnet, einige der Herausforderungen zu lösen, vor denen wir stehen. Yaghi ist Chemieprofessor an der University of California, Berkeley. Er hat angekündigt, die USA zu verlassen und Direktor des AI Materials Research Institute an der Tsinghua University in China zu werden. Dort will er als Vollzeitprofessor lehren, berichtete Gigazine. MOFs werden laut Scientific American bereits in klinischen Studien zur Strahlenbehandlung von Krebs erprobt. Verkauft werden sie auch, um Kohlendioxid aus Zementabscheidung zu binden. Atocos Angebot ist enger gefasst: das Wassergerät dort verkaufen, wo sauberes Trinkwasser knapp ist. Yaghi gründete außerdem WaHa mit, ein separates Unternehmen, das Geräte entwickelt, die Feuchtigkeit aus der Luft in reines Wasser umwandeln.

Was noch nicht bewiesen ist

Atoco hat angekündigt, Feldtests durchzuführen. Sie sollen zeigen, ob das Gerät in größerem Maßstab eine nutzbare Trinkwasserquelle liefern kann. Education Times berichtete, die Produktionszahlen seien Angaben des Unternehmens. Die Leistung im großen Maßstab müsse erst in Feldversuchen nachgewiesen werden.

Die Konkurrenz zählt. Viele Inselstaaten sind auf Entsalzung angewiesen. Sie kann viel Energie brauchen und erzeugt konzentrierte Sole, die bei unsachgemäßer Handhabung marine Ökosysteme schädigen kann, berichtete Education Times. Atocos Argument lautet, Bezirke könnten kleinere, dezentrale Wasseranlagen betreiben. Sie müssten sich dann nicht allein auf große Kläranlagen oder importiertes Wasser verlassen. Education Times verknüpfte das Angebot mit Sturmschäden: Hurrikan Beryl traf die Karibik 2024, Hurrikan Melissa machte 2025 die Anfälligkeit von Gemeinden für Extremwetter deutlich. Solange keine Feldergebnisse öffentlich sind, bleibt die Zahl von 1.000 Litern eine Herstellerangabe.

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Quellen

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  3. 03Nobel Prize 2025: Award-winning chemistry for a cleaner planetEN
  4. 04Research on metal-organic frameworks gets the chemistry Nobel PrizeEN
  5. 05Trio wins chemistry Nobel Prize for metal-organic frameworkEN
  6. 062025 Chemistry Nobel Goes to Molecular Sponges That Purify Water, Store Energy and Clean Up the EnvironmentEN
  7. 07Research on metal-organic frameworks gets the chemistry Nobel Prize - College of Chemistry (Berkeley)EN
  8. 08A scientist who won the Nobel Prize in Chemistry for the development of 'metal-organic frameworks (MOFs)' has left the United States to become the director of aEN
  9. 09Kitagawa, who found a use for the useless, wins the Nobel PrizeEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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