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Bitdeer sichert sich 206,5 MW KI-Cloud-Kapazität, während Anbieter um neue Regionen kämpfen

Bitdeer hat in Malaysia, Norwegen und den USA rund 206,5 MW KI-Cloud-Rechenzentrumskapazität gesichert. Das sind etwa 59% des Ziels von bis zu 350 MW bis zum ersten Quartal 2028, wie der Leiter der Investor-Relations-Abteilung am 4. November gegenüber TNGlobal sagte.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Bitdeer sichert sich 206,5 MW KI-Cloud-Kapazität, während Anbieter um neue Regionen kämpfen

Bitdeer nennt eine Zahl für seinen Kurswechsel zur KI-Cloud

Pretesh Dahya, Leiter Investor Relations bei Bitdeer, nannte die Zahlen in einem am 4. November veröffentlichten Interview mit TNGlobal.

Für Unternehmenskunden zählt das Timing mehr als die Zahl. Die Kapazität von AWS ist bis 2027 weitgehend ausverkauft. Jedes Megawatt, das ein Neocloud-Anbieter oder ein umgerüsteter Miner ans Netz bringt, ist Kapazität, die ein Käufer anderswo nicht mieten kann. Wie viel davon termingerecht und zu welchem Preis geliefert wird, ist noch offen.

Der schwierige Teil sind nicht die GPUs. Die Offenlegung von Bitdeer zeigt, wie viel Arbeit in der Netzinfrastruktur steckt. Am Standort Tydal in Norwegen hat das Unternehmen 121 IT-MW im Rahmen einer 16-jährigen Co-Location-Vereinbarung für KI und HPC unter Vertrag. In Milam County in Texas besitzt oder betreibt es rund 255 Acres und 742 MW bestehender und geplanter Stromkapazität. Dahya sagte, die wiederverwendbaren Werte seien zugleich die am langsamsten zu sichernden: Land, Anschlüsse für große Lasten, Übertragungsnetze und Umspannwerke. "Die Umstellung ist also nicht einfach eine Frage des Austauschs von Mining-Rigs gegen GPUs", sagte er.

Das Unternehmen steuert nach eigenen Angaben nicht auf eine feste Aufteilung zwischen Mining und KI zu. Die Kapazität gehe dorthin, wo Nachfrage und Rendite vertraglich gesichert seien, heißt es.

Die Kapazitätsknappheit ist bereits sichtbar

Die Ausgabenzahlen erklären, warum die Anbieter weiter bauen. Der weltweite Umsatz mit Cloud-Infrastruktur erreichte im dritten Quartal 2026 168 Milliarden US-Dollar, 55% mehr als ein Jahr zuvor, so Synergy Research Group. Der Markt verdoppelte sich in acht Quartalen. Auf KI-Dienste entfallen inzwischen rund ein Drittel des Gesamtumsatzes. John Dinsdale von Synergy sagte gegenüber Data Center Knowledge, ein Großteil der neuen Kapazität "zielt gezielt auf wertvollere, höherpreisige KI-Dienste". Dieser Mixwandel erklärt, wie der Umsatz der physischen Kapazität dahinter davonlaufen kann.

CBRE zählte im ersten Halbjahr 2026 in acht wichtigen nordamerikanischen Märkten 7.481 MW im Bau, 24,8% mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als 80% dieser Fläche waren vorab vermietet, gegenüber 74,3% ein Jahr zuvor. Stromengpässe verschoben die Fertigstellungstermine immer weiter. Kunden konkurrieren um Kapazität, die noch nicht geliefert ist.

Die drei Größten sind nicht die Schnellsten. Amazon hielt 26% des weltweiten Umsatzes mit Cloud-Infrastruktur, Microsoft 19% und Google 16%, meldete Synergy. Oracle und Neoclouds wie CoreWeave, Crusoe und Nebius gehörten zu den am schnellsten wachsenden Anbietern außerhalb der Top drei. Synergy teilte mit, die Expansion der Neoclouds zehre am Anteil einiger etablierter Anbieter.

Regionen und Dollar folgen der Nachfrage

Alibaba Cloud eröffnete am 29. Oktober seine erste Public-Cloud-Region in den Niederlanden, mit zwei Rechenzentren in Amsterdam. Amsterdam ist nach Frankfurt, London und Paris die vierte europäische Region. Die Region ist Teil einer bereits angekündigten Investition von 53 Milliarden US-Dollar in KI- und Cloud-Infrastruktur.

Das Unternehmen betreibt nun 109 Availability Zones in 32 Regionen. In den kommenden 12 Monaten plant es eine erste Cloud-Region in Finnland sowie weiteren Ausbau in Deutschland und Frankreich. Feifei Li, Chief Technology Officer und President of International Business bei Alibaba Cloud, sagte, die Region biete Kunden "Infrastruktur, Performance und Datenresidenz vor Ort". Vorschriften zur Datenresidenz sind der praktische Grund, warum europäische Käufer darauf achten, wo eine Region liegt, nicht nur wie viele es gibt.

Hyperscaler machten 59% der Mieter-Nachfrage nach Rechenzentren in Nordamerika aus, bei 28 GW eigengenutzter Kapazität im Bau, so der Halbjahresbericht von JLL vom August.

Politik und Kreditrisiko überschatten den Ausbau

Nvidia hat einigen Cloud-Kunden nach Angaben von The Information, die sich auf drei mit der Sache vertraute Personen beruft, geraten, weniger Geschäft mit chinesischen Unternehmen anzunehmen. Die Vorgabe ist nicht verpflichtend. Sie gilt für künftige Verträge, nicht für bestehende Vereinbarungen. Nvidia bittet Kunden zudem offenzulegen, wer die Chips nutzt. Die Financial Times berichtete, Nvidia habe die Anweisung mündlich über Vertriebsmitarbeiter und regionale Teams weitergegeben. Die Lücke ist der Fernzugriff: US-Exportregeln beschränken Lieferungen, im Allgemeinen aber nicht die Miete von Rechenleistung im Ausland.

Regulierungsbehörden hatten die Praxis bereits im Blick. US-Behörden untersuchten, wie chinesische KI-Unternehmen über ausländische Rechenzentren an solche Chips gelangen, nach Vorwürfen gegen Moonshot AI, den Entwickler des Chatbots Kimi.

Nvidias drei größte Kunden erzeugen 44% des Umsatzes, so eine von TradingView zitierte Zusammenfassung der AFP. Der Spread für fünfjährige Credit Default Swaps stieg auf 127 bis 129 Basispunkte, von 39 Ende 2025 und 84 am 1. September, laut Benzinga.

Nvidia trägt einen größeren Teil dieses Risikos selbst. Das Unternehmen hat Verpflichtungen für Land, Strom und Gebäudehüllen aus Rechenzentrumsmietverträgen für ausgewählte KI-Cloud-Partner garantiert, falls diese ausfallen. Zudem erklärte es sich bereit, Rechenkapazität zu kaufen, die es bis April 2032 nicht an andere verkaufen kann.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Nvidia legt am 17. November seine Quartalszahlen vor. Der Bericht dürfte die Nachfrage großer Cloud-Kunden aktualisieren. Bitdeers Ziel von 350 MW KI-Cloud-Kapazität reicht bis zum ersten Quartal 2028.

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Quellen

28
  1. 01Cloud Revenue Hits $168B as AI Capacity ExpandsEN
  2. 02Weekly Recap: Meta equity investment and Oracle Cloud Vera Rubin systemsEN
  3. 03Alibaba Cloud Launches New Cloud Region in AmsterdamEN
  4. 04Alibaba Cloud Launches First Public Cloud Region in the NetherlandsEN
  5. 05Alibaba Cloud Opens Amsterdam Region with Two Data CentresEN
  6. 06Nvidia pushes cloud customers to cut back on China businessEN
  7. 07Bitdeer on building AI/HPC infrastructure across three regionsEN
  8. 08AWS Capacity Largely Sold out through 2027, with On-Demand Headroom ReservedEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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