Canva streicht 1.271 Stellen, während Studien die KI-Story vom Jobabbau infrage stellen
Canva hat am 3. November mitgeteilt, dass 1.271 Menschen, 22% der Belegschaft, ihre Stelle verlieren, die Rolle wechseln oder an zentrale Standorte umziehen. Forschung, die etwa zur selben Zeit erschien, argumentiert, dass KI häufiger Aufgaben umformt als ganze Jobs abschafft.

Canva streicht ein Fünftel der Belegschaft
Canva hat Stellenstreichungen und einen umfassenden Umbau angekündigt, wie Bloomberg am 3. November 2026 berichtete. Konzernchefin Melanie Perkins schrieb in einer Mitteilung an die Beschäftigten, 1.271 Menschen, also 22% der Belegschaft, würden ihre Stelle verlieren, die Rolle wechseln oder an zentrale Standorte umziehen. Die Mitteilung stand auf der Website des Unternehmens. Der Bericht führte an, künstliche Intelligenz erzwinge eine strukturelle Abrechnung bei einem der bekanntesten Technologieunternehmen Australiens. Bloomberg beschrieb den Schritt als erstes nachlassendes Wachstum des Designsoftware-Herstellers.
Eine kleinere Belegschaft soll die Designwerkzeuge tragen, auf die sich die Nutzer von Canva verlassen. Das Unternehmen bündelt Stellen an zentralen Standorten.
Wie viele der betroffenen Beschäftigten gehen, die Rolle wechseln oder umziehen, hat Canva nicht mitgeteilt. Auch was der Umbau kostet oder einspart, ist offen.
Die Forschung sagt: KI verändert Aufgaben, nicht ganze Jobs
Ein White Paper des IIT Madras argumentiert, dass KI einzelne Aufgaben innerhalb von Berufen automatisiert. Ganze Berufe streicht sie dem Papier zufolge nicht. Die Arbeit erschien am 26. Oktober 2026 auf der Website des Instituts. Sie trägt den Titel "How AI Is Reconfiguring Work in India". Vorgestellt wurde sie am 22. Oktober auf einem Treffen zur KI-Governance. Prof. Balaraman Ravindran, Leiter des Centre for Responsible AI am IIT Madras, sagte, die Arbeit stelle die Vorstellung infrage, dass KI immer Arbeitsplätze wegnimmt. "Die meisten Jobs bestehen aus Aufgaben, und nur einige davon kann KI übernehmen", sagte er. Die Autoren benennen sieben Wege, auf denen KI Arbeit verändern kann, darunter kostengetriebene Automatisierung und Aufgaben, die menschliches Urteil oder regulatorische Verantwortung verlangen.
Werden routinemäßige Aufgaben auf Einstiegsniveau automatisiert, kann das traditionelle Karrierewege schwächen, warnt das Papier.
Das Papier skizziert eine "KI-Kostengeografie". Günstige, aufgabenbezogene Werkzeuge verbreiten sich in kleinen Betrieben, während anspruchsvolle Arbeit in der Rechtsrecherche und der medizinischen Bildgebung bei großen, gut finanzierten Organisationen bleibt. Die Autoren nennen ihr Modell eine Hypothese, die geprüft werden muss. Sie empfehlen bezahlbare KI-Werkzeuge, Forschung speziell zu Indien und bessere Wege zur Umschulung.
Einstellungsdaten zeigen eine Lücke zwischen Kauf und Nutzung von KI
Die Studie von iCIMS und Kyle & Co. befragte 500 Personal- und Talentverantwortliche sowie 1.000 Stellensuchende in den USA. 45% der Personalverantwortlichen bewerteten die Einführung von KI in ihrem Haus als sehr erfolgreich, während die Organisationen nur etwa die Hälfte der eingekauften KI-Funktionen in den Produktivbetrieb brachten. Leistungsstärkere Organisationen nutzten im Schnitt sechs von sieben KI-Funktionen für die Personalarbeit, schwächere 2,5. Rund ein Viertel der Befragten hatte agentische KI über mehrstufige Einstellungsprozesse hinweg vollständig ausgerollt. Bei den leistungsstärkeren Häusern lag der Anteil bei 42%, bei den schwächeren bei 9%.
Stellensuchende bekommen weniger mit, als Arbeitgeber annehmen. Von denen, die glaubten, KI habe sie vorsortiert, sagten nur 32%, die Arbeitgeber hätten das klar offengelegt, und 41% vermuteten einen verdeckten Einsatz.
Kyle Lagunas ist Gründer von Kyle & Co. Die Lücke liege nicht zwischen Organisationen mit und ohne KI, sagte er. "Sie liegt zwischen dem Kauf von Funktionen und dem Aufbau der Fähigkeiten, der Datenhoheit und der Betriebspraxis, um sie zum Laufen zu bringen", sagte er.
Beschäftigte lernen KI ohne ihre Arbeitgeber
Ein White Paper der University of Phoenix vom 31. Oktober 2026 stützt sich auf deren Career Optimism Index und beschreibt, wie Beschäftigte sich KI-Kenntnisse allein aneignen. Die Hälfte der Beschäftigten gibt an, den Umgang mit KI selbstständig zu lernen, ohne formale Schulung durch den Arbeitgeber, und 60% wünschen sich mehr Anleitung für die Werkzeuge. Auf Arbeitgeberseite sagen 62%, die Beschäftigten entwickelten KI-Kenntnisse schneller, als ihre Organisationen mithalten können. Weitere 48% sorgen sich, KI-kundiges Personal zu halten.
Eine separate Studie untersuchte 45 Wissensarbeiter an einer öffentlichen Universität in den USA. Wer die KI gezielt aufforderte, die eigenen Ideen anzugreifen, schnitt besser ab. Monideepa Tarafdar, Professorin für Informationssysteme an der University of Massachusetts Amherst, nennt den Ansatz Reibung erzeugen.
Chatbots neigten zur Zustimmung und sagten den Nutzern, was sie ohnehin denken, sagte Tarafdar. Sie warnte, gemeinsame Werkzeuge drängten das Denken in eine Richtung, die sie "kollektive Homogenisierung" nennt. "Sag mir nicht, womit ich einverstanden bin", sagte sie. "Sag mir, womit ich nicht einverstanden bin, widersprich mir oder versuch, Löcher in mein Argument zu reißen".
Quellen
8- 01Canva Announces Layoffs, Job Changes for About 22% of WorkforceEN
- 02AI-ready organisations report stronger hiring outcomes, Study findsEN
- 03Want AI to make your workforce smarter? Research says to try thisEN
- 04White Paper Outlining Strategies to Address Rural AI Skills Gaps and Support Workforce Retention Published by the University of Phoenix College of Doctoral StudEN
- 05Entry-level jobs at risk as AI reshapes India's workforce: IIT-Madras studyEN
- 06AI jobs debate: IIT Madras study says tasks may change firstEN
- 07Rapid LLM development is outrunning the research meant to explain it, study findsEN
- 08Studying Fraudulent North Korean IT WorkersEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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