Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

ChipSoft bestätigt Diebstahl von Patientendaten beim Ransomware-Angriff am 7. April

ChipSoft hat bestätigt, dass beim Ransomware-Angriff vom 7. April 2026 Patientendaten gestohlen wurden, berichtet DutchNews. Zuvor hatte das Unternehmen seinen Kunden mitgeteilt, die Daten seien „wahrscheinlich“ sicher. Die Software HiX wird in etwa 70% der niederländischen Krankenhäuser eingesetzt.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 26
ChipSoft bestätigt Diebstahl von Patientendaten beim Ransomware-Angriff am 7. April

Datendiebstahl bestätigt, nachdem zunächst Entwarnung gegeben wurde

Laut DutchNews hat ChipSoft bestätigt, dass beim Angriff Patientendaten gestohlen wurden. Zuvor hatte das Unternehmen seinen Kunden geschrieben, personenbezogene Daten seien „wahrscheinlich“ sicher. Gegenüber NOS hatte ChipSoft eingeräumt, nicht ausschließen zu können, dass Patientendaten eingesehen oder entwendet wurden. Die Angreifer zielten auf medizinische Informationen zu Behandlungen. Die gestohlenen Daten sind nach Angaben der Volkskrant noch nicht im Darknet aufgetaucht. Bei der niederländischen Datenschutzbehörde sind 66 Meldungen zu einer Datenpanne im Zusammenhang mit dem Angriff eingegangen, darunter eine von ChipSoft selbst.

Der Angriff begann am 7. April 2026. Z-CERT, das Computer Emergency Response Team für den niederländischen Gesundheitssektor, bestätigte am folgenden Morgen in einer Warnmeldung die Ransomware-Komponente und riet Krankenhäusern, ihre VPN-Verbindungen zu trennen. ChipSoft sprach gegenüber NOS von einem „Datenvorfall“ mit „möglichem unbefugtem Zugriff“. Die Angreifer wurden nach Angaben eines Sprechers unmittelbar nach der Entdeckung ausgesperrt.

Ein Anbieter, sieben von zehn Krankenhäusern

Die Plattform HiX von ChipSoft läuft in rund 70% der niederländischen Krankenhäuser, berichten The Record, Cybernews und DutchNews übereinstimmend. Safestate beziffert den Anteil auf etwa 80%, also vier von fünf Krankenhäusern. NOS meldete, elf Krankenhäuser hätten die ChipSoft-Software nach dem Angriff vorübergehend von ihren Netzen getrennt. Ausgefallen sind Systeme im Sint Jans Gasthuis in Weert, im Laurentius Hospital in Roermond, im VieCuri Medical Center in Venlo und im Flevo Hospital in Almere. Auch Slingeland, Rijnstate, Franciscus, Diakonessenhuis, Frisius MC und Tergooi MC gehörten zu den elf Häusern, die ihre Patientenportale offline nahmen. ChipSoft habe vorsorglich die Verbindungen zu Zorgportaal, HiX Mobile und der Zorgplatform gekappt, meldete The Record. Die meisten Krankenhäuser blieben verbunden, ergab eine NOS-Umfrage, aus der Cybernews zitiert.

Ausmaß größer als bei Cloud-Kunden

Nach Angaben von DutchNews traf der Angriff Hausärzte, Rehabilitationskliniken und das Rotterdam Eye Hospital, die alle die cloudgehostete Plattform HiX 365 von ChipSoft nutzen. Krankenhäuser, die die Technologie auf eigenen Servern betreiben, waren demnach nicht betroffen. Cybernews nannte unter Verweis auf eine Warnmeldung von Z-CERT eine größere Reichweite: betroffen seien HiX on-premise, HiX SaaS und das SaaS-Patientenportal. Rijnstate und Franciscus erklärten, die Patientendaten seien sicher geblieben, weil sie in isolierten Umgebungen und nicht auf der zentralen Infrastruktur von ChipSoft liegen.

Die gefährdeten Datensätze enthalten nach Angaben von Safestate Namen, Adressen, nationale Identifikationsnummern, Diagnosen, Behandlungsverläufe und Versicherungsdaten. Dutzende Hausarztpraxen nutzen das System, teilte der Verband LHV mit, die größte Gruppe davon in Nord-Limburg.

CEO Hans Mulder sagte, das Unternehmen könne den Diebstahl nicht rückgängig machen. „Wir tun alles, um die betroffenen Kunden bestmöglich zu unterstützen“, erklärte er über soziale Medien. Der niederländische Patientenverband kritisierte, die Patienten würden zu lange ohne Informationen gelassen. „Patienten müssen wissen, woran sie sind, gerade wenn es um sensible medizinische Daten geht“, teilte die Organisation mit.

Wie es weitergeht

Das Universitätsklinikum Leiden hat die Einführung eines neuen elektronischen Patientenaktensystems von ChipSoft vorerst verschoben. Nach Angaben des Klinikums gibt es keine Hinweise darauf, dass Daten seiner Patienten abgeflossen sind. Keine Ransomware-Gruppe hat die Tat für sich reklamiert, die Identität der Angreifer ist weiterhin unbekannt. Ob ChipSoft mit den Angreifern verhandelt, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt, berichtet die Volkskrant.

Nach Angaben von Z-CERT verursachte die Störung überwiegend logistische Probleme und keine kritischen medizinischen Folgen. „Keine kritischen Behandlungsprozesse sind zum Erliegen gekommen“, erklärte die Organisation. Die Krankenhäuser stockten das Personal an Servicetheken und Telefonleitungen auf und stellten die Kommunikation zwischen den Einrichtungen auf Telefonsysteme um.

Kommentare 0

Quellen

26
  1. 01Patient medical data stolen in Chipsoft ransomware attackEN
  2. 02Dutch hospitals face disruptions after ransomware attack on software provider ChipSoftEN
  3. 03A ransomware attack on Dutch patient software has forced hospitals to disconnect their systemsEN
  4. 04ChipSoft Ransomware Attack Disrupts Dutch Hospital NetworkEN
  5. 05Hackers breach software firm handling patients' medical recordsEN
  6. 06Hospital Ransomware Raises Patient Mortality 38%: Black Hat and HIMSS Launch Healthcare SummitEN
  7. 07Former FBI official proposes terror designations for ransomware hackers targeting hospitalsEN
  8. 08STAT+: Medicare delays controversial remote patient monitoring rule to 2029EN
  9. 09STAT+: As more doctors consult chatbots, health systems can block them — or buy in EN
  10. 10Hyundai is recalling nearly 30,000 Kona Electric vehicles due to an airbag software defectEN
  11. 11Box taps Nvidia’s Nemotron for new agent-first content retrieval systemEN
  12. 12SonicWall Global Management System verwundbar, bekommt aber keine Updates mehrEN
  13. 13A System-Level Approach To Protecting 3D-IC Signal IntegrityEN
  14. 14GM is recalling more than 67,000 Cadillac and Chevy EVs over a brake software defectEN
  15. 15Critical security vulnerability affects OpenSSH on Alpine Linux systemsEN
  16. 16Presentation: Zero Trust Agent Systems that Pass Audits and Still ShipEN
  17. 17 China deploys 'world's first' 800-volt DC power system for massive AI data center EN
  18. 18Uncertainty-Aware Resource Orchestration for Agentic AI SystemsEN
  19. 19Anduin: A sybil-resistant agentic marketplace reputation systemEN
  20. 20ViBench 2.0: A Benchmark for Long-Horizon Software BuildingEN
  21. 21Graph-Mediated Large Language Model Systems in the Agentic Era: Reasoning, Knowledge, Retrieval, Execution, and CoordinationEN
  22. 22SonicWall warns of unpatched flaws in end-of-life GMS softwareEN
  23. 23Synology NAS Devices Targeted in Ransomware Attacks Exploiting Patched DSM FlawEN
  24. 24Gentherm designs ThermAffyx to secure, heat patients during robotic surgeriesEN
  25. 25A mysterious star system just 16 light-years away may be hiding habitable planetsEN
  26. 26China joins global race to reawaken brain-injury patients through ultrasound therapyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.