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Commerzbank: Übernahme durch UniCredit beginnt mit Eingliederung als Tochter

Die Commerzbank hat Reuters gesagt, sie werde zunächst als Tochtergesellschaft von UniCredit konsolidiert, bevor es später zu einer Fusion mit der HVB-Einheit von UniCredit kommt. Genehmigungen für diesen zweistufigen Weg werden nicht vor dem vierten Quartal 2026 oder dem ersten Quartal 2027 erwartet.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 8
Commerzbank: Übernahme durch UniCredit beginnt mit Eingliederung als Tochter

Der Plan hängt weiterhin von behördlichen Freigaben ab. Als wahrscheinlichste Quellen für Synergien nennt das Unternehmen Einkauf, Technologie und Vertrieb. Vorstandschefin Bettina Orlopp nannte den Austausch „sehr konstruktiv“ und verwies auf erhebliche, greifbare Wertpotenziale, berichtete Il Giornale. Arbeitsgruppen beider Institute tauschen Informationen über ihre Geschäftsmodelle aus und darüber, wo gemeinsamer Wert entstehen könnte, schrieb die Zeitung. Platow meldete, die Gespräche zwischen Orlopp und UniCredit-Chef Andrea Orcel stockten weiterhin. UniCredit hatte sich am 30. Oktober öffentlich verpflichtet, den deutschen Mittelstand zu finanzieren, falls beide Häuser zusammenkommen. Eine Zahl für die Synergien nannte Orlopp laut Börsen-Zeitung nicht.

Kontrolle ohne Mehrheit

Das feindliche Übernahmeangebot von UniCredit über 45.000.000.000 Euro, im Juli abgeschlossen, hob den Anteil an der Commerzbank auf 48%, berichtete International Finance. Die EZB hat UniCredit nach Angaben der Bank genehmigt, die Schwelle von 30% der Anteile zu überschreiten und den Anteil ohne Obergrenze aufzustocken. UniCredit rechnet damit, bis Ende 2026 mit rund 50% der Stimmrechte die Kontrolle zu übernehmen, vorbehaltlich der noch offenen regulatorischen Verfahren und Bedingungen. Die Bank hat genug Aktien gesichert, um ordentliche Hauptversammlungsbeschlüsse zu kontrollieren. Sie bleibt unter der Schwelle von 50%, die ein Pflichtangebot an die Minderheitsaktionäre der mBank auslösen würde, berichtete International Finance.

Sascha Uebel, Leiter des Gesamtbetriebsrats der Commerzbank, sagte in einem Medienbericht, „der Kampf ist verloren“. Kevin Voß, Mitglied des Aufsichtsrats, argumentierte in einem Podcast von Business Insider, UniCredit könne die faktische Kontrolle auch ohne absolute Mehrheit erlangen. Er erwartet, dass die Bank versuchen wird, Aufsichtsratssitze mit eigenen Kandidaten zu besetzen. Orcel verlangt Änderungen an der Führungsspitze der Commerzbank, auch an Aufsichtsratschef Jens Weidmann. Zudem lehnt er es ab, dass Berlin zwei Aufsichtsratssitze behält, berichtete International Finance. Die Bundesregierung hält noch 13,3% der Anteile, die sie während der Rettung in der globalen Finanzkrise erworben hat.

Ergebnis und Integrationsrisiko

Die Commerzbank meldete für die ersten neun Monate des Jahres 2026 einen Nettogewinn von 2.700.000.000 Euro, 41% mehr als im Vorjahreszeitraum und das beste Ergebnis in einem solchen Zeitraum, teilte die Bank mit. Der Nettogewinn im dritten Quartal lag bei 859.000.000 Euro gegenüber 591.000.000 Euro ein Jahr zuvor, ein Plus von 45%. Analysten hatten im Schnitt mit 864.000.000 Euro gerechnet, geht aus einer von der Commerzbank veröffentlichten Konsensprognose hervor. Das Management bestätigte das Jahresziel von mindestens 3.400.000.000 Euro Nettogewinn und einem Umsatz von rund 13.200.000.000 Euro. Die Prognose für den Zinsüberschuss 2026 senkte es wegen des Wettbewerbs um Einlagen von 8.600.000.000 Euro auf 8.500.000.000 Euro.

Die Commerzbank begann 2016 eine mehrjährige Restrukturierung, zeigt eine Zeitleiste von Reuters. 2021 startete sie unter dem damaligen Vorstandschef Manfred Knof einen neuen Umbau, mit dem Ziel, 10.000 Stellen zu streichen und Hunderte Filialen zu schließen. UniCredit kaufte im September 2024 einen Anteil von 9%, heißt es in der Zeitleiste.

Die Commerzbank hat laut Börsen-Zeitung den Abbau von 3.900 Vollzeitstellen bis Ende 2027 angekündigt, rund 3.000 weitere sollen bis 2030 folgen. Etwa 1.800 Beschäftigte haben individuelle Aufhebungsverträge unterschrieben, mehr als 1.100 sind in ein Vorruhestandsprogramm gewechselt. Darüber hinaus gibt es keine konkreten Pläne, schrieb die Zeitung.

Ein Kommentar der FAZ wies darauf hin, dass Kreditlinien für einige Firmenkunden gekürzt werden könnten, um die Risikotragfähigkeit zu schützen. Wettbewerber hoffen bereits, Kunden abzuwerben, und die IT-Migration werde sich schwierig gestalten, schrieb die Zeitung.

Wie es weitergeht

Orcel hat eine vollständige Fusion auf 2029 bis 2030 verschoben und die Commerzbank aufgefordert, ab Januar seine Strategie zur Verbesserung der Profitabilität zu übernehmen, berichtete International Finance. Die Commerzbank erwartet, dass das Übernahmeangebot „in den kommenden Monaten“ abgeschlossen wird, teilte sie mit. Sobald UniCredit die Aktien besitzt, hat Orcel damit gedroht, eine Hauptversammlung einzuberufen und einen neuen Aufsichtsrat sowie ein neues Management einzusetzen, ohne die ordentliche Hauptversammlung der Commerzbank im kommenden Jahr abzuwarten, berichtete International Finance.

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Quellen

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  1. 01Commerzbank Maps Out a Two-Step Path Into UniCredit While Defending Its Record EarningsEN
  2. 02Commerzbank's Works Council Waves the White Flag as UniCredit's Path to Control NarrowsEN
  3. 03Commerzbank CEO says UniCredit merger will 'create value' despite job fearsEN
  4. 04UniCredit Chairman Pier Carlo Padoan to step down in 2027 amid Commerzbank takeoverEN
  5. 05UniCredit-Commerzbank merger puts near-tripled Commerzbank shares in focusEN
  6. 06Germany and UniCredit to talk about Commerzbank amid takeover battleEN
  7. 07 India targets creating homegrown GPUs within 2 years and plans to commercialize indigenous SHAKTI and VEGA processors EN
  8. 08SoftBank and Sceye seal five-year commercial HAPS dealEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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