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FDA untersucht Tumorberichte bei Novartis' Zolgensma

Die FDA untersucht Berichte über Tumoren, darunter Krebs, bei Kindern, die Novartis' Zolgensma erhalten haben. Das geht aus einem Sicherheitsupdate der Behörde vom 6. November hervor. Novartis hat seit 2019 neun solcher Berichte erhalten, in zwei Fällen ließ sich Vektor-DNA nachweisen.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 7. November 20264 Min. LesezeitQuellen 19
FDA untersucht Tumorberichte bei Novartis' Zolgensma

Was die FDA am 6. November mitteilte

Das Update der Behörde beschreibt einen Mechanismus namens insertionale Onkogenese. Erbmaterial, das eine Gentherapie in die Zelle bringt, wird Teil der DNA des Patienten und treibt abnormales Zellwachstum an.

In zwei Fällen fanden Untersuchungen von Tumorgewebe Vektor-DNA, die am GLI1-Gen eingebaut war. GLI1 ist ein Onkogen, das Krebs auslösen kann, wenn es unnormal aktiviert wird. Ein dritter Tumor mit Bezug zu GLI1 wird noch untersucht. Die bislang gemeldeten Tumoren betrafen das zentrale und das periphere Nervensystem, die spinale und paraspinale Region sowie die Niere.

Die Packungsbeilage von Zolgensma enthält bereits einen boxed warning für schwere Leberschäden und akutes Leberversagen, einschließlich tödlicher Verläufe. Sie nennt außerdem Thrombozytopenie, thrombotische Mikroangiopathie und das mögliche Risiko einer Tumorigenität durch die Integration des AAV-Vektors.

Derzeit überwiegen nach Angaben der FDA bei Zolgensma und Itvisma in den zugelassenen Anwendungen die Vorteile die möglichen Risiken.

Neun Berichte, sieben davon neu

Novartis gab am 5. November bekannt, seit der Zulassung von Zolgensma im Jahr 2019 neun Berichte über Tumoren bei behandelten Patienten erhalten zu haben. Sieben dieser Fälle waren zuvor unbekannt, berichtete Endpoints News.

In zwei der neun Fälle gab es Hinweise darauf, dass Vektor-DNA in das Genom der Patienten eingebaut wurde. Beide Patienten wurden behandelt und stehen weiter unter medizinischer Beobachtung, so Novartis. Mehr als 6.000 Patienten haben Zolgensma in klinischen Studien, in Managed-Access-Programmen und in der kommerziellen Behandlung erhalten, teilt das Unternehmen mit. STAT berichtete, eine Interessengruppe und eine Facebook-Seite hätten die sieben neuen Fälle am Donnerstag öffentlich gemacht. Zuvor hatte Novartis sie Anfang der Woche den Neurologen mitgeteilt. Wo die beiden neuen Fälle gemeldet wurden, hat das Unternehmen nicht gesagt, berichtete Times Now.

Zolgensma wurde im Mai 2019 in den USA zugelassen und kostet 2.125.000 Dollar für eine einmalige Infusion. Itvisma, im November 2025 zugelassen, kostet 2.590.000 Dollar pro Behandlung.

Warum AAV-Vektoren im Zentrum des Falls stehen

Kindern unter zwei Jahren wird Zolgensma intravenös verabreicht; Patienten ab zwei Jahren erhalten Itvisma per Injektion in den Spinalkanal.

Das theoretische Risiko einer Tumorbildung durch Vektorintegration stand bereits in der Fachinformation von Zolgensma. Neu ist die Evidenz. STAT berichtete, eine Reihe von Fällen in diesem Jahr habe starke Belege dafür geliefert, dass AAV-Vektoren Krebs auslösen können. Diese Belege beenden eine Debatte, die zwei Jahrzehnte lief. Sam Mackenzie, Neurologe an der University of Rochester, sagte STAT: "It will change the calculus for some patients". Die FDA erklärte, sie beobachte das Neoplasie-Risiko in anderen Gentherapieprogrammen auf AAV-Basis genau und verwies auf zwei technische Berichte zu Krebsfällen bei vergleichbaren Behandlungen.

AAV-Vektoren bringen Gene auch in anderen zugelassenen Therapien in die Zelle, nicht nur in den beiden Produkten von Novartis.

Was das für Patienten und für Itvisma bedeutet

Die FDA hat festgestellt, dass das Neoplasie-Risiko für Zolgensma und Itvisma gilt, weil beide denselben Vektor und dasselbe Konstrukt enthalten. Nach Angaben der Behörde liegen keine Berichte über Neoplasien nach der Gabe von Itvisma vor.

Zolgensma behandelt spinale Muskelatrophie, eine seltene genetische Erkrankung, die die Muskeln fortschreitend schwächt und unbehandelt oft vor dem zweiten Lebensjahr zum Tod führt. Itvisma trägt einen boxed warning für akute schwere Leberschäden und erhöhte Aminotransferasen, außerdem nennt die Packungsbeilage periphere sensorische Neuropathie und erhöhtes kardiales Troponin I.

Die FDA teilte mit, Patienten unter einer der beiden Therapien müssten auf Tumorwachstum überwacht werden. SMA Europe, eine Patientengruppe, forderte Novartis auf, klar zu erklären, was bekannt ist, was noch unklar ist und was die Befunde für Kinder bedeuten könnten, die bereits behandelt wurden. Novartis erklärte: "Patient safety is our priority. In each case, we timely and appropriately notified health authorities and will continue to work with them on next steps."

Die Zolgensma Group fasst Zolgensma und Itvisma zusammen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erzielte sie 1.071.000.000 Dollar Umsatz, gegenüber 925.000.000 Dollar im gleichen Zeitraum 2025.

Wie es weitergeht

Die FDA entscheidet noch, ob sie regulatorisch eingreift, und hat nicht gesagt, welche Form ein Eingriff haben könnte. Sie prüft außerdem, ob die laufenden Langzeit-Sicherheitsstudien das Risiko angemessen erfassen können.

Einen Zeitplan für diese Entscheidung hat die FDA nicht veröffentlicht. SMA Europe teilte mit, die Zulassungsbehörden prüften die Fälle. Novartis will nach eigenen Angaben mit den Gesundheitsbehörden an den nächsten Schritten weiterarbeiten.

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Quellen

19
  1. 01FDA Investigates Cancer Risk Associated With Novartis' Zolgensma Gene TherapyEN
  2. 02FDA Probes Cancer Risk After Tumours Emerge In Children Treated With Novartis' SMA Gene TherapyEN
  3. 03Seven new tumor cases reported among patients on Novartis' Zolgensma gene therapyEN
  4. 04New tumor cases show common gene therapy tool can come with riskEN
  5. 05Novartis cites cases of previously unknown tumors possibly tied to its SMA gene therapyEN
  6. 06Novartis Reports Nine Cases of Tumors Caused by Gene TherapyEN
  7. 07STAT+: Pharmalittle: We’re reading about a Novartis gene therapy, faster U.K. drug reviews, and moreEN
  8. 08STAT+: Failure of Novartis Lp(a) drug raises questions about cardiovascular strategyEN
  9. 09#AHA26: The similar, surprising Novo and Novartis heart drug failures spelled outEN
  10. 10Moderna notches small profit as it prioritizes work on cancer vaccinesEN
  11. 11Scientists trick cancer cells into making the drugs that kill themEN
  12. 12Congress Is Cutting Off Transportation Investments that Help Families Save MoneyEN
  13. 13Scientists discover that some “unhealthy” diets can boost cancer immunotherapy in miceEN
  14. 14Common pesticide linked to 2.5 times the risk of Parkinson’s diseaseEN
  15. 15Scientists use sound waves to deliver a new attack on deadly brain cancerEN
  16. 165 Active Cyber Threats That Put US Enterprises at Risk in October 2026EN
  17. 17DeepSeek engineer defends push for open-source AGI despite higher risksEN
  18. 18Was I wrong about open models & cyber risks?EN
  19. 19As AI cyber risks grow, Chinese chip expert urges shared ethics standards with US rivalsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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