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Eli Lilly eröffnet eigenen Telemedizin-Kanal in Australien und umgeht Apotheken

Eli Lilly hat in Australien ein Direktvertriebsmodell an Verbraucher gestartet, bei dem Rezepte an den öffentlichen Apotheken vorbeilaufen. Das berichtete STAT am 2. Oktober. Der Schritt fällt in eine Zeit, in der sich Arzneimittelengpässe im Vereinigten Königreich bis 2027 hinziehen und Apothekerverbände vor weiterhin anfälligen Lieferketten warnen.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 2. Oktober 20264 Min. LesezeitQuellen 5
Eli Lilly eröffnet eigenen Telemedizin-Kanal in Australien und umgeht Apotheken

Der australische Direktvertrieb von Lilly ist die jüngste Wendung in einem alten Streit darüber, wer zwischen Arzneimittelhersteller und Patient steht. Der Newsletter Readout von STAT berichtete am 2. Oktober darüber. Dieselbe Ausgabe meldete, dass Novartis 575.000.000 US-Dollar im Voraus zahlt, um eine experimentelle mRNA-Therapie gegen Autoimmunerkrankungen vom chinesischen Unternehmen Abogen Biosciences zu lizenzieren. Sie enthielt außerdem eine STAT-Analyse, nach der die NIH die vom Kongress für Forschungsstipendien 2026 bewilligten 34.000.000.000 US-Dollar ausgegeben haben, allerdings über ein langsameres und weniger transparentes Verfahren. STAT nannte weder die australischen Preise noch die betroffenen Lilly-Medikamente. Wie groß die Verschiebung im Vertriebsweg ist, bleibt unklar.

Der weitere Kontext ist für alle, die Arzneimittel kaufen, nicht ermutigend.

In England sind zwei Arzneimittel mindestens bis 2027 von Engpässen betroffen. Laut The Sun vom 2. Oktober gehören sie zu den längsten Lieferengpässen in der Geschichte des NHS. Am selben Tag berichtete die Zeitung außerdem über eine britische Warnung zu sechs weiteren betroffenen Hautarzneimitteln. Anfang der Woche meldete The Guardian, Krankenhäuser in England hätten Engpässe bei gängigen Medikamenten wie Paracetamol. Birmingham Live berichtete, der NHS habe Engpässe bei drei gängigen Arzneimitteln bestätigt.

Apotheker verweisen auf die Lieferkette, nicht auf die Regale

Apotheker sagten am 2. Oktober gegenüber BurgasMedia, die Engpässe entstünden in der Lieferkette und nicht an den einzelnen Ausgabetresen. In einem am 1. Oktober veröffentlichten Frage-und-Antwort-Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden von USP, das PharmTech.com veröffentlichte, wurden Hersteller aufgefordert, jetzt zu handeln, um Engpässe zu beenden. Ein am 30. September bei PharmTech.com erschienener Beitrag von der CPHI in Mailand argumentierte, ein zuverlässiger Lieferant reiche nicht mehr aus.

Auch Aufsichtsbehörden und Berufsverbände geraten in dieselbe Debatte. Das Centre for Pharmacy Postgraduate Education erklärte am 30. September, der Herbst bringe neuen Druck auf die Arzneimittelversorgung. PharmTech.com veröffentlichte am 2. Oktober einen regulatorischen Überblick aus dem September. In den Vereinigten Staaten verklagte der Generalstaatsanwalt von Arizona zwei Unternehmen aus der Arzneimittel-Lieferkette, wie AZ Family berichtete. Ein weiterer Bericht von AZ Family vom 1. Oktober behauptete, Zwischenhändler bei Arzneimitteln hätten zur Opioidkrise beigetragen. Die beiden Aktionen in Arizona sind getrennt zu betrachten: Die eine richtet sich gegen das Verhalten in der Lieferkette, die andere gegen die Opioidkrise.

"Wir haben keine Sichtlinie darauf, wann Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen", sagte Micron-Chef Sanjay Mehrotra in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.

Dieses Zitat handelt von Speicherchips, nicht von Arzneimitteln, und genau darum geht es. Die Bauteile für Medizingeräte, Diagnostik und Apotheken-IT unterliegen derselben Verknappung bei der Zuteilung wie Unterhaltungselektronik. Micron meldete für das Quartal bis zum 3. September Rekordergebnisse mit einem Umsatz von 54.230.000.000 US-Dollar, einem Nettogewinn von 37.700.000.000 US-Dollar und einer Bruttomarge von 86,8 Prozent, wie The Next Web am 2. Oktober berichtete. Micron erwartet, dass die Nachfrage 2027 und 2028 das Angebot übersteigt. Etwa 75 Prozent der Speicherproduktion für 2027 sind bereits vergeben. Tom's Hardware berichtete am 1. Oktober über dieselbe Telefonkonferenz und nannte eine Rekordbruttomarge von 86,25 Prozent sowie einen prognostizierten Umsatz von 61.500.000.000 US-Dollar für das laufende Quartal. Das Blatt merkte an, dass die Auslieferungen von NAND und DRAM in den nächsten zwei Jahren nur um einen niedrigen bis mittleren Wert im Bereich von 20 Prozent wachsen dürften.

Die Verbraucherpreise bewegen sich bereits. Raspberry Pi erhöhte den Preis für sein 2GB Pi 4 und Pi 5 um 12,50 US-Dollar, womit das 2GB Pi 4 von 35 auf 67,50 US-Dollar stieg. Samsung schlug auf die meisten Modelle seiner Galaxy-S26-Reihe 100 US-Dollar auf, wie The Next Web berichtete. Samsung-Manager Kim Taewoo sagte, HBM werde 2027 fast 30 Prozent der DRAM-Waferkapazität der Branche beanspruchen, nach 20 Prozent in diesem Jahr, wie Reuters meldete.

Zwei Lieferketten, ein Engpass

Die Pharmabranche hat ihre eigene Version desselben Problems, und es geht nicht nur um Chips. Europas Batteriewertschöpfungskette hat seit 2022 ein Viertel der angekündigten Zellkapazität durch Absagen oder Verzögerungen verloren. Die Projektpipeline für 2035 in Deutschland hat sich halbiert, laut einer Analyse von Transport & Environment, die CleanTechnica am 1. Oktober veröffentlichte. Dieselbe Analyse ergab, dass außereuropäische Akteure, überwiegend südkoreanische Hersteller, mehr als 72 Prozent der aktiven Batteriezellfertigung auf dem Kontinent stellen. Gotion High-tech und Volkswagens PowerCo planen, etwa 3.220.000.000 Euro (3.670.000.000 US-Dollar) in Batterie- und Kathodenprojekte in Spanien, der Slowakei und Marokko zu investieren. Gotion teilte in einer Börsenmitteilung, über die CnEVPost am 28. September berichtete, mit, die Zustimmung des Vorstands sei am 28. September erfolgt. Doch es gibt keine unterzeichnete Investitionsvereinbarung, und Genehmigungen stehen noch aus.

Die Arzneimittelproduktion folgt einer ähnlichen Logik von Rückverlagerung und Konzentration. Piramal und NP2 bringen den generischen Krebswirkstoff Cyclophosphamid auf den Weg zur Produktion in den USA, wie BioPharma APAC am 1. Oktober berichtete. In China unterzeichnete InnoCare Pharma mit Eli Lilly einen strategischen Forschungs- und Lizenzvertrag mit einem möglichen Volumen von bis zu 3.350.000.000 US-Dollar, wie die South China Morning Post am 26. September berichtete. Die in Shanghai notierte Biwin Storage Technology steckt 4.500.000.000 Yuan (672.000.000 US-Dollar) in die dritte Phase eines Projekts für fortgeschrittenes Packaging und Testing in Dongguan, wie die SCMP am 23. September berichtete.

Für Apotheken lautet die praktische Frage, ob all das daran etwas ändert, was im Regal ankommt. Lillys australisches Experiment ist ein laufender Test dafür, ob Hersteller glauben, Patienten ohne sie erreichen zu können.

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Quellen

5
  1. 01STAT+: Lilly bypasses Australian pharmacies with DTC modelEN
  2. 02Micron sees the memory shortage tightening into 2028 after a record quarterEN
  3. 03Micron projects tightening RAM shortages through 2028 as it generates record profitEN
  4. 04Leveraging the IAA to Build Europe's Battery Value ChainEN
  5. 05Gotion, VW plan $3.67 billion investment in European battery supply chainEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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