ESA erweitert Galileo-G2-Verträge um vier Satelliten
Die ESA hat am 23. und 26. Oktober 2026 die bestehenden Verträge für die zweite Galileo-Generation mit Thales Alenia Space und Airbus verlängert. Vier zusätzliche Satelliten bringen die geplante G2-Flotte auf 16 und sollen Europas Navigationsdienste absichern.

Verträge und Flotte
Die Erweiterungen bringen pro Unternehmen zwei Satelliten. Damit umfasst der G2-Auftrag jedes Hauptauftragnehmers acht Satelliten statt der sechs, die 2021 bestellt wurden. Den Vertrag mit Thales Alenia Space unterzeichneten die Beteiligten in Rom, den mit Airbus in Ottobrunn. Die ESA handelte im Auftrag der EU-Agentur für das Weltraumprogramm (EUSPA), die Galileos Dienste betreibt, und für die Europäische Union, der das System gehört. Einen Vertragswert nannte die ESA nicht.
Die vier zusätzlichen Satelliten sollen 2031 geliefert werden, der Start folgt laut ESA unmittelbar danach. Sie sind baugleich mit den G2-Satelliten, die bereits in Entwicklung sind. Die G2-Flotte wächst damit von 12 auf 16 Satelliten.
Zeitplan
Die ersten 12 G2-Satelliten sind weit fortgeschritten, Entwicklung und Qualifikation stehen kurz vor dem Abschluss. Systemintegration und Kompatibilitätstests laufen auf Hochtouren. Damit ist der Weg frei für Integration und Flugtests der ersten Satelliten im Jahr 2027 und für den ersten G2-Start im Jahr 2028.
Konstellation
Die 16 G2-Satelliten kommen zu 38 Satelliten der ersten Generation. Nach Angaben der ESA sind von diesen 38 bereits alle bis auf vier gestartet. Satellite Today berichtet, Galileo habe derzeit 36 Satelliten im Orbit, zwei stünden noch aus. Die beiden Darstellungen unterscheiden sich darin, wie viele Satelliten der ersten Generation bereits oben sind. Geplant sind insgesamt 54 Satelliten: 38 der ersten Generation und 16 der G2.
Galileo ist seit 2016 in Betrieb. Die ESA bezeichnet es als das präziseste Satellitennavigationssystem der Welt. Es versorgt Milliarden Nutzer, und alle Smartphones, die im Europäischen Binnenmarkt verkauft werden, sind laut ESA garantiert Galileo-fähig. Genutzt wird das System im Bahn- und Schiffsverkehr, in der Landwirtschaft, für die Zeitsynchronisation im Finanzwesen und bei Rettungseinsätzen.
Was die G2-Satelliten hinzufügen
Die G2-Satelliten erhalten nach Angaben der ESA vollständig digitale Navigationsnutzlasten, eine verbesserte Navigationsantenne, Verbindungen zwischen den Satelliten und eine weiterentwickelte Konfiguration der Atomuhren. Die Agentur verspricht zuverlässigere Positionsbestimmung, Navigation und Zeitgebung. Beide Generationen arbeiten zusammen, um die Fähigkeiten von Galileo zu erhalten und neue Dienste zu stützen, so die ESA. Die vier zusätzlichen Satelliten sollen den Aufbau neuer Dienste begleiten und die Widerstandsfähigkeit der Konstellation erhöhen.
Airbus zufolge sind die Satelliten gegen Störsender und Täuschungssignale geschützt, um Galileos Signale zu sichern. Jeder wiegt mehr als zwei Tonnen und bleibt 15 Jahre im Orbit. Ihre digitalen Nutzlasten lassen sich im Orbit umkonfigurieren, um neue Signale und Dienste einzuführen, wenn sich die Anforderungen der Nutzer ändern. Für Fertigung, Integration und Tests nutzt Airbus Standorte in Backnang, Friedrichshafen, Getafe, Ottobrunn und Toulouse.
Warum das laut ESA zählt
„Mit diesen Verträgen sichern die ESA und die europäische Industrie die Kontinuität der europäischen Satellitennavigation, reagieren auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Nutzer und stärken Europas strategische Autonomie“, sagte Laurent Jaffart, ESA-Direktor für Resilienz, Navigation und Konnektivität. Die Verträge seien eine Investition in Europas Fähigkeit, die eigene Zukunft unabhängig und selbstbewusst zu gestalten.
Hervé Derrey, CEO von Thales Alenia Space, sagte, der Zuschlag bestätige das Vertrauen der Europäischen Kommission, der EUSPA und der ESA. Er nannte das Programm einen Eckpfeiler der strategischen Autonomie Europas. Alain Fauré, Leiter der Raumfahrtsysteme bei Airbus, sagte, die Satelliten seien entscheidend, um die Navigationsfähigkeiten für Europas Sicherheit und Verteidigung und für den breiteren gesellschaftlichen Nutzen auszubauen.
Quellen
24- 01ESA Procures 4 New Galileo 2nd Generation SatellitesEN
- 02ESA Adds Four Galileo G2 Satellites, Funds Norwegian Work on Jamming and Spoofing ResilienceEN
- 03Airbus and Thales Contracted for 2 Galileo Satellites EachEN
- 04Four new second-generation satellites for the Galileo fleetEN
- 05Airbus awarded contract for additional Galileo satellitesEN
- 06Airbus receives order for two more Galileo satellites with stronger anti-jamming protectionEN
- 07Airbus awarded contract for two additional second-generation Galileo satellitesEN
- 08ESA awards Airbus contract for two additional Galileo satellitesEN
- 09Airbus takes off with contract for two additional Galileo satellitesEN
- 10Airbus awarded contract for two additional Galileo satellites - Machinery MarketEN
- 11Airbus Wins Contract to Build Two Additional Galileo Second-Generation SatellitesEN
- 12Airbus awarded contract for additional Galileo satellitesEN
- 13OHB Wins €554M ESA Contract to Build Sentinel-3 Next Generation Altimetry Satellites - Tech TimesEN
- 14Satellos' new Duchenne study endpoint; Amgen's Repatha cuts heart attack riskEN
- 15Astranis Upgrades Falcon 9 Launch Contract to Dedicated Mission for Entire Block 4 Production Run of SatellitesEN
- 16Launch Preview: Falcon 9 to launch USSF missions, China to launch internet satellitesEN
- 17 On this day in space! Nov. 5, 2002: NASA's Galileo spacecraft flies by Jupiter moon Amalthea only to find it's a 'pile of icy rubble less dense than water' EN
- 18Electric Buses Need a Plan for the Next Operating ContractEN
- 19 On this day in space! Nov. 4, 2015: A rail-launched Super Strypi rocket carrying 13 baby satellites failed during its debut launch for the US Air Force EN
- 20 Drone warfare in space: Swarms of autonomous, laser-shooting cubesats could defend Western satellites in orbit EN
- 21CesiumAstro Secures $730 Million in Janus Henderson-Led Series D at a Valuation Above $4.5 Billion; Unveils Synchronicity Satellite Constellation Following FullEN
- 22Il satellite russo che fa il gatto con il topoEN
- 23DETUMBLER: Airbus’ Passive Spin Stabilization SolutionEN
- 24Ukrainian startup, GomSpace test satellite for future communications networkEN
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