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EU-Sanktionspaket: 1.569 neue Einträge zu Russland, größte Erweiterung seit 2022

Das Präsidialbüro der Ukraine hat das Paket der EU vom 12. Oktober in einer am 3. November veröffentlichten Zusammenfassung als die größte Erweiterung der Sanktionen seit 2022 bezeichnet [14]. Die Außenminister der EU beschlossen am 12. Oktober 1.569 neue Sanktionseinträge gegen den militärisch-industriellen Komplex Russlands. Es ist die größte einzelne Erweiterung der schwarzen Liste des Bündnisses seit dem umfassenden Einmarsch von 2022 [3][7][12].

WeltNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 32
EU-Sanktionspaket: 1.569 neue Einträge zu Russland, größte Erweiterung seit 2022

Die Einträge treffen Firmen, die Bauteile für russische Raketen und Drohnen fertigen, nicht nur die fertigen Waffen [3]. Nach Angaben des EAD soll die Produktion für Moskau dadurch schwerer, langsamer und teurer werden [3]. Für die europäischen Regierungen ist das Paket auch ein politisches Zeichen: Es kam vier Tage, nachdem Washington russischen Diesel wieder auf die Weltmärkte gelassen hatte [9][12]. Gelistete Unternehmen und Personen trifft ein Einreiseverbot, ihr Vermögen wird eingefroren, Transaktionen werden beschränkt [4]. Ob die Nennung von Zulieferern mittlerer Ebene die Produktion bremst oder die Beschaffung nur über neue Zwischenhändler läuft, ist nicht beziffert. Die Maßnahmen sollen genau auf dieser Ebene der Zulieferer wirken.

Mehr als die Hälfte der neuen Einträge betrifft die Lieferkette für ballistische Raketen, teilt der EAD mit [3][7][8].

Was das Paket umfasst

Laut EAD liefern die Firmen Bauteile für Raketen, Drohnen und Flugzeuge [3]. Die Liste reicht von Halbleitern, Mikroschaltkreisen, Computern, Radargeräten und Kommunikationstechnik über Luftfahrt- und Raketentechnik, Sprengstoffe, Munition und Optik bis zu Navigationssystemen [3]. Ihr gemeinsamer Jahresumsatz wird auf mindestens 20 Milliarden Euro geschätzt, sie beschäftigen mehr als 250.000 Menschen [3]. Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der EU für Außenpolitik, nannte es "die größte einzelne Erweiterung unserer Sanktionsliste, seit Russland seinen Krieg begonnen hat" [7][8]. "Wir machen es Russland deutlich schwerer, langsamer und teurer, die Waffen zu produzieren, mit denen es Ukrainer tötet", sagte sie [3][8][12].

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul ging weiter und sprach von einem "beispiellosen Sanktionsschlag" [1].

Die 1.569 Einträge teilen sich in 826 russische Unternehmen und 743 Personen, die sie führen [3][8]. Es ist das 22. Paket seit dem Einmarsch [7]. Das Präsidialbüro der Ukraine bezeichnete dasselbe Paket in einer im November veröffentlichten Übersicht über den Oktober als das größte der EU, mit derselben Aufteilung [14].

Einträge zu den Wahlen und eine strittige Gesamtzahl

Eine separate Gruppe von 77 Personen betrifft die Wahlen zur Staatsduma im September in besetzten ukrainischen Gebieten [3][5]. Sie umfasst 74 Kandidaten und drei Mitglieder der Zentralen Wahlkommission Russlands [3]. Das Außenministerium Lettlands bestätigte die Zahl 77 am Tag der Annahme [5]. Die Gesamtzahlen stimmen nicht überein. Der EAD nennt für die Einträge unter dem Regime der territorialen Integrität inzwischen fast 4.600 [3]. Turkiye Today gab die Russland-Liste des Bündnisses mit rund 3.500 an, Präsident Wladimir Putin eingeschlossen [12]. Vor der Annahme berichtete der Kyiv Independent von etwa 3.000 bestehenden Einträgen [10]. Die drei Zahlen messen Unterschiedliches und lassen sich nicht zusammenrechnen.

Wie das Paket zustande kam

Die Botschafter der EU billigten das Paket am 7. Oktober und machten damit vier Tage später den Weg für die Minister frei [4][10]. Der EAD hatte es am 16. September vorgeschlagen, mit 1.576 Personen und Organisationen [4]. Vladyslav Vlasiuk, der Sanktionsbeauftragte der Ukraine, sagte, etwa 60 Prozent des Pakets gingen auf ukrainische Vorschläge zurück [6][9]. Er sagte auch, im Kern gehe es um das Raketenprogramm und elektronische Bauteile wie Kondensatoren, Widerstände und Halbleiter [6][9]. Nicht alles Vorgeschlagene blieb erhalten. Ein russisches Unternehmen, das ein estnisches Verarbeitungswerk mit Seltenen Erden beliefert, wurde auf Bitten Estlands gestrichen [8]. Die EU will außerdem zu kleineren Listen übergehen, die laufend beschlossen werden, statt zu einzelnen großen Paketen [10].

Der Bruch mit Washington

Am 9. Oktober sagte Trump, er habe sich mit Putin darauf verständigt, sofort mehr als 300.000 Tonnen russischen Diesel auf den Weltmarkt zu bringen [9][11]. Weitere 500.000 Tonnen sollten im November folgen und danach 1 Million Tonnen [11]. Kallas sagte, die Aussetzung der Sanktionen gegen russischen Diesel "verschafft Moskau mehr Einnahmen, um Krieg zu führen" [9]. Selenskyj nannte den Schritt der USA eine "offensichtliche Schwäche" [11]. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagte auf dem Warschauer Sicherheitsforum, der Westen sollte "die Sanktionen gegen Russland erhöhen" [1]. Der Kontrast zu Brüssel war scharf. Dieser Kontrast rahmte das EU-Paket.

Wie es weitergeht

Kallas sagte, es werde an weiteren Maßnahmen gearbeitet, darunter sektorale Sanktionen zu Energie, Verteidigungsindustrie, Finanzen und Handel [9]. Ein Termin für diese Vorschläge steht nicht fest. Der Ansatz laufender Listen bedeutet, dass die nächsten Einträge ohne nummeriertes Paket kommen könnten [10]. Turkiye Today berichtete, den Mitgliedstaaten falle es zunehmend schwer, sich auf Maßnahmen zu einigen, die ihrer eigenen Wirtschaft nicht schaden [12]. Das würde ändern, wie das Bündnis jede Runde ankündigt. Es würde auch die nächsten Schritte schwerer nachvollziehbar machen. Das Paket vom 12. Oktober bleibt vorerst der Maßstab.

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Quellen

32
  1. 01EU adopts its largest-ever package of sanctions listings, targeting the industry behind Russia's warEN
  2. 02EU approves largest expansion of sanctions list against RussiaEN
  3. 03EU Hits Russia With Nearly 1,600 New Sanctions Listings in Largest Expansion Since Full-Scale InvasionEN
  4. 04EU adopts nearly 1,600 new sanctions listings targeting RussiaEN
  5. 05EU adopts its largest package of individual sanctions against Russia to dateEN
  6. 06Ambassadors from EU member states to approve largest batch of Russia sanctions since 2022 – ReutersEN
  7. 07EU ambassadors wave through largest-ever list of Russia sanctionsEN
  8. 08EU Agrees Largest Sanctions Package Yet on Russia's Defense Industry, Kyiv SaysEN
  9. 09While Washington eases up on Russia, Europe hits back harderEN
  10. 10Kallas announced the largest package of EU sanctions against RussiaEN
  11. 11Germany's Wadephul calls new EU sanctions 'unprecedented' blow to RussiaEN
  12. 12Sanctions against Russia: the President's foreign policy work in October (3/3)EN
  13. 13EU and UK Sanction Chinese Firms, Shadow Fleet Boosters as Larger Russia Package Nears - KharonEN
  14. 14EU adds record 250 names to Russia sanctions list, but 21st package remains stalledEN
  15. 15Spain approves methodologies to strengthen electricity system cybersecurityEN
  16. 16Ukrainian drones attack Russia’s Samara region, reportedly striking Europe’s largest oil storage facility - MeduzaEN
  17. 17Russia Sanctions Tracker - UK (2026) - Ashurst Perkins CoieEN
  18. 18Ukraine’s drone strikes spur hasty Russian plans for underground data centersEN
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  31. 31Federal Reserve Board announces approval of application by The Bank of Nova ScotiaEN
  32. 32Trump's Russian Diesel Could End Up in Cuba InsteadEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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