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UN-Anpassungsbericht beziffert COP31-Finanzierungslücke auf 305.000.000.000 Dollar pro Jahr

Entwicklungsländer brauchen bis 2035 jährlich 305.000.000.000 Dollar, um sich an ein wärmeres Klima anzupassen. 2024 flossen 28.200.000.000 bis 31.700.000.000 Dollar, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms. Fünf Tage später beginnt in Antalya die COP31.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
UN-Anpassungsbericht beziffert COP31-Finanzierungslücke auf 305.000.000.000 Dollar pro Jahr

Die Zahlen stammen aus dem Adaptation Gap Report des UNEP mit dem Titel "Ready? Not.".

Die Industrieländer stellten 2024 zwischen 28.200.000.000 und 31.700.000.000 Dollar bereit. Das ist nur ein bescheidener Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, rechnete im Saal vor: "Auf jeden Dollar, den die Entwicklungsländer für die Anpassung brauchen, kommen zehn Cent." Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UNEP, sagte, die Welt sei "nicht bereit, sich an die derzeitigen klimatischen Bedingungen anzupassen, geschweige denn an das, was eine Überschreitung von 1,5 Grad mit sich bringt".

Anpassungsgeld ist die am wenigsten abstrakte Position in jedem Klimahaushalt. Es bezahlt Deiche und Dämme, dürreresistente Nutzpflanzen und Häuser, die Stürmen standhalten.

Warum das Versprechen der Verdreifachung die Lücke nicht schließt

Ein Versprechen liegt bereits auf dem Tisch. Auf der COP30 in Brasilien im vergangenen Jahr forderten die Länder Anstrengungen, die Anpassungsfinanzierung bis 2035 zu verdreifachen.

Verdreifacht käme das Geld auf 85.000.000.000 bis 120.000.000.000 Dollar pro Jahr. Das hängt davon ab, wie der Beschluss von COP30 gelesen wird. Er deckt 20 bis 29 Prozent der Rechnung von 305.000.000.000 Dollar. Auch ein früheres Versprechen wurde verfehlt. Auf der COP26 in Glasgow 2021 sagten die reichen Länder zu, die Anpassungsfinanzierung gegenüber dem Niveau von 2019 bis 2025 auf 40.000.000.000 Dollar pro Jahr zu verdoppeln. Die Zuflüsse von 2024 blieben darunter.

Die Ausgabe von 2025 des UNEP-Berichts bezifferte den Bedarf auf bis zu 365.000.000.000 Dollar pro Jahr bis 2035, bei Anpassungszuflüssen von 35.000.000.000 Dollar im Jahr 2024. Die Bedarfszahl für 2026 ist niedriger. Das Verhältnis zu den Zuflüssen ist es nicht.

Der Bericht nennt für 2026 deutliche Warnsignale. Sie reichten von extremer Hitze und Waldbränden in Europa bis zu katastrophalen Gletscherfluten in Nepal.

In Afrika geht es um die Tagesordnung, nicht nur ums Geld

Geld ist in Antalya nur die Hälfte des Streits. Die andere Hälfte ist die Frage, ob der Gipfel darüber reden darf.

Die African Group of Negotiators will einen eigenen Tagesordnungspunkt unter Artikel 9.1 des Pariser Abkommens. Diese Klausel verpflichtet die Industrieländer, finanzielle Mittel bereitzustellen. Nana Dr Antwi-Boasiako Amoah, der die Gruppe leitet, sagte, ein solcher Punkt existiere heute nicht. "Es gibt derzeit keinen Tagesordnungspunkt innerhalb der UNFCCC, der Raum für die Diskussion öffentlicher Finanzierung bietet", sagte er der bird story agency. Er rechnet mit Widerstand der reichen Regierungen: "Es ist wahrscheinlich, dass sie die Annahme der Tagesordnung wegen der Aufnahme dieses Punktes ablehnen."

Schon den Punkt am Leben zu halten, wäre ein Ergebnis. "Ihn für ein Gespräch zu erhalten, wäre für uns ein großer Erfolg", sagte Amoah.

Den Hintergrund bildet der Deal von COP29 in Baku 2024. Die Länder vereinbarten mindestens 300.000.000.000 Dollar pro Jahr an Klimafinanzierung für Entwicklungsländer bis 2035. Das liegt innerhalb eines breiteren Ziels von 1.300.000.000.000 Dollar, das auch privates Kapital einschließt. Das Ziel von 300.000.000.000 Dollar erlaubt öffentliche und private Mittel. Deshalb bleiben die Bedingungen der Auszahlung umstritten. Die Entwicklungsländer brachten ein Arbeitsprogramm zur Klimafinanzierung auf die Tagesordnung der Konferenz. Die Industrieländer würden sich lieber auf den Zugang zu bestehender Finanzierung und eine breitere Geberbasis konzentrieren, so die Analyse von Carbon Brief zu rund 100 Dokumenten.

Die Geber bewegen sich in die andere Richtung

Der Druck kommt, während die Geberbudgets schrumpfen. Das Vereinigte Königreich kürzte seinen Beitrag zum Green Climate Fund kürzlich um 50 Prozent.

Die Vereinigten Staaten sind sowohl aus dem Loss and Damage Fund als auch aus dem Green Climate Fund ausgetreten. Der Fonds für Verluste und Schäden wurde 2023 geschaffen. Er hat nur rund 800.000.000 Dollar an Zusagen angezogen.

Shama Obaed Islam, Staatsministerin für Auswärtige Angelegenheiten von Bangladesch, sagte am 2. November, Dhaka werde auf der COP31 bei den Industrieländern auf Zuschüsse statt Kredite drängen. "Obwohl Bangladeschs Beitrag zu den globalen CO2-Emissionen nahezu vernachlässigbar ist, gehören wir letztlich zu denen, die die Folgen tragen", sagte sie.

Die Kapitalkosten verschärfen das Problem. Erneuerbare Projekte in Entwicklungsländern können in der Finanzierung mehrere Male teurer sein als ähnliche Projekte in reicheren Volkswirtschaften, so Selwin Hart. Er ist Sonderberater der Vereinten Nationen für Klimaschutz und gerechten Übergang.

Das Investitionsbild ist in ähnlicher Weise schief. Schwellen- und Entwicklungsländer außerhalb Chinas, in denen fast zwei Drittel der Weltbevölkerung leben, erhielten 2025 nur 18 Prozent der globalen Investitionen in saubere Energie.

Was in Antalya als Nächstes passiert

Die Türkei ist Gastgeber, Australien führt die Verhandlungen im Rahmen einer gemeinsamen Präsidentschaft. Murat Kurum, Minister der Türkei für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimawandel, ist designierter Präsident. Australiens Klima- und Energieminister Chris Bowen ist Präsident der Verhandlungen.

Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs ist für den 11. und 12. November angesetzt. Die Aktionsagenda der türkischen Präsidentschaft ruht auf 10 Prioritätsbereichen und 6 globalen Umsetzungszielen, darunter die Steigerung der weltweiten Elektrifizierungsrate auf 35 Prozent bis 2035.

Nichts davon ist das Geld. Die erste Prüfung kommt, wenn die Tagesordnung angenommen wird und der Punkt der African Group bestehen bleibt oder nicht.

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Quellen

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  1. 01Climate adaptation aid must rise tenfold: UNEN
  2. 02Climate Action from Geneva to Antalya | UN Climate Change Conference COP31EN
  3. 03Overshoot Demands a New Era of Adaptation, Loss & Damage, and Climate JusticeEN
  4. 04Africa Heads to COP31 Fighting for Climate Finance and Control of its ResourcesEN
  5. 05Interactive: Who wants what at the COP31 climate change summitEN
  6. 06COP31: Q&A: 'We suffer the consequences more, then pay more to finance the response'EN
  7. 07COP31: Can the Antalya summit bridge the global climate finance divide?EN
  8. 08COP31: Bangladesh to highlight climate resilience, seek grantsEN
  9. 09COP31 focuses on climate finance and implementation gaps at UN summit in TürkiyeEN
  10. 10COP31: Environment MEPs set out priorities ahead of Antalya climate summit - PubAffairs BruxellesEN
  11. 11COP31 Begins in Bonn: Key Aspects of the Climate Negotiations Leading Up to the Antalya Summit - BBVAEN
  12. 12After the compromise: Australia’s COP31 blueprint for the Pacific - Lowy InstituteEN
  13. 13COP31 in Antalya: India Confronts $1.3 Trillion Climate Finance GapEN
  14. 14COP31 2026: Key agenda, themes and what to expect from the UN Climate Summit - CNBC TV18EN
  15. 15A climate summit at a crossroads: Can COP31 turn years of promises into real actionEN
  16. 16EBRD sets COP31 climate finance agenda in TürkiyeEN
  17. 17Upcoming COP31 summit crucial to turning climate ambitions into global action, ECB chief saysEN
  18. 18Africa: COP31 Explained - What's At Stake At This Year's UN Climate Summit?EN
  19. 19Whats at Stake at COP31, This Years UN Climate Summit?EN
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  21. 21COP31 to Focus on Climate Finance and ActionEN
  22. 22Blue Wave Not Climate Related, But Critical To Clean Energy & Electric VehiclesEN
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  27. 27What Women in Indonesia and Malaysia Want From Research on Climate and HealthEN
  28. 28128,000-year-old ice in Tibet could rewrite climate historyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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