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Google schaltet Schulen die Suche ab, die KI-Funktionen in der Suche ablehnen

Schulen, die Google Search ohne AI Overviews nutzen wollen, verlieren die Suche ab Anfang 2027. Das hat Google am Dienstag mitgeteilt und die Regelung damit verteidigt, sie gebe Schulen „mehr Wahl, nicht weniger“. Zuvor hatten Politiker sie als Erpressung bezeichnet.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Google schaltet Schulen die Suche ab, die KI-Funktionen in der Suche ablehnen

Was Google tatsächlich geändert hat

Ab Anfang 2027 sind Gemini, Gemini Notebook und Google Search für Konten von Schülerinnen und Schülern der Klassen K-12 standardmäßig ausgeschaltet. Schulleitungen müssen jede der drei Funktionen einzeln aktivieren. Die Änderung gilt vom Kindergarten bis zum Ende der weiterführenden Schule.

Chris Phillips, Googles Vizepräsident für Bildung, sagte der New York Times, „Search und KI sind tief miteinander verwoben“. Eine Schule, die KI blockiere, nehme ihren Schülerinnen und Schülern deshalb die Suche ganz: Sie „werden keinen Zugang zur Suche haben und eine Nachricht ihrer Schule sehen, die besagt, dass sie nicht verfügbar ist“. NBC News berichtete, Schulen könnten Search ohne die Gemini-Produkte freischalten, doch die von KI erzeugten Zusammenfassungen blieben darin enthalten. Eine Version der Suche ohne KI bietet Google nicht an.

The Decoder berichtete, Google habe kurz zuvor KI-Funktionen in Classroom für Schulen mit Gemini-Zugang standardmäßig eingeschaltet. Das löste den Widerstand aus, den das Unternehmen nun zurücknimmt.

Der Widerstand

Senator Bernie Sanders nannte die Regelung „Erpressung“.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani schrieb in den sozialen Medien, Google „versuche, seine Monopolmacht zu nutzen, um KI in unsere öffentlichen Schulen zu zwingen“. Er fügte hinzu: „Kein Unternehmen sollte die Macht haben, vorzuschreiben, wie wir unsere Kinder unterrichten.“ Die frühere FTC-Vorsitzende Lina Khan sagte, der Schritt zeige „die Gefahr, einem unregulierten Monopolisten die Kontrolle über einen wesentlichen Dienst zu überlassen“. Senator Richard Blumenthal sagte, Google sei „mehr daran gelegen, Gemini in Schulen zu drängen, als Schülerinnen und Schülern zum Erfolg zu verhelfen“. Er und Senator Josh Hawley hatten im vergangenen Monat eine Untersuchung zu Googles Vorstoß für KI in Klassenzimmern eingeleitet.

Google antwortete später am Tag mit einem Beitrag auf X. Die Regelung solle Schulen „mehr Wahl, nicht weniger“ geben, hieß es dort. Schulleitungen könnten eine, zwei oder alle drei der Dienste einzeln einschalten.

Common Sense Media stufte Googles AI Overviews für Kinder und Jugendliche als „unannehmbares Risiko“ ein.

Warum sich Suche und KI nicht trennen lassen

Google betrachtet AI Overviews und den AI Mode als untrennbar von der klassischen Suche. CNBC berichtete, AI Overviews seien im Mai 2024 als Suchfunktion eingeführt worden. Der AI Mode, im vergangenen Jahr gestartet, bringe Chatbot-Funktionen direkt in die Ergebnisse.

Darin liegt der Kern des Streits. Schulen bekommen kein Suchfeld mit KI-Zusatz, weil die KI inzwischen das Produkt ist.

Guided Learning und das Opt-in-Menü

Google kündigte die Änderung zusammen mit Guided Learning an, einem Modus, der Schülerinnen und Schüler durch die Schritte eines Problems führt, statt die Antwort vorzugeben. Er ist jetzt weltweit in Classroom verfügbar, im November startet ein Pilotprojekt an ausgewählten Schulen in den USA. Schulen, die Search aktivieren, erhalten eine von zwei Versionen: vollständige AI Overviews und KI-Chat oder Guided Learning.

Google erklärt, vor der Änderung Schulen, Lehrkräfte, Forschende und politische Entscheidungsträger konsultiert zu haben.

Wer davon profitiert

DuckDuckGo reagierte schnell. Die auf Datenschutz ausgerichtete Suchmaschine veröffentlichte Anleitungen, wie eine Schule ihre Standard-Suchmaschine wechselt. Ihr Vorstandsvorsitzender Gabriel Weinberg rief Schulen auf, sich „für Hilfe an uns zu wenden“. Ihr Leiter für öffentliche Angelegenheiten, Kamyl Bazbaz, wurde deutlicher: „Kindern KI aufzuzwingen: so verhält sich ein Monopolist, wenn er glaubt, die Menschen seien machtlos. Beweist Google das Gegenteil.“

Die Lücke ist real. Google hat nach eigenen Angaben rund 50.000.000 Chromebooks in Schulen im Einsatz, Classroom hat weltweit mehr als 150.000.000 Nutzerinnen und Nutzer. DuckDuckGo meldete Anfang des Jahres, seine App-Installationen seien um 30% gestiegen, weil Nutzer sich gegen Googles KI-Suche wehrten. Das Unternehmen betreibt außerdem eine eigene Seite, noai.duckduckgo.com, auf der KI-Antworten, KI-Bilder und KI-Vorschläge abgeschaltet sind. Für Millionen Schülerinnen und Schüler, die Chromebooks und Google-Bildungswerkzeuge nutzen müssen, ist ein anderer Suchanbieter keine einfache Lösung, berichtete TechCrunch. DuckDuckGos Argument: Anders als Google erlaube es, die KI-Funktionen in den Einstellungen für Suche und Browser abzuschalten.

Wie es weitergeht

Google will den Schulen in den kommenden Monaten vor dem Start Anfang 2027 Details mitteilen. Los Angeles Unified prüft nach Angaben von WIRED noch die möglichen Folgen. New York City und Los Angeles hatten ihre KI-Nutzung für Schülerinnen und Schüler bereits im September eingeschränkt. Los Angeles wollte Google Search ohne AI Overviews behalten, doch Google lässt das nicht zu, so The Decoder.

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Quellen

28
  1. 01Google Tries to Walk Back Controversial School AI Policy Following Political BacklashEN
  2. 02Google will let schools skip AI tools, but they have to give up search, tooEN
  3. 03Google faces backlash for plan that would turn off Search for schools that restrict AIEN
  4. 04Google responds to political backlash over removing search from schools that ban AIEN
  5. 05Google will let schools disable its AI tools, but not without sacrificing SearchEN
  6. 06Schools that turn off Google's AI will lose search too starting in 2027EN
  7. 07Google: Internetsuche gibt es für Schulen nur, wenn KI-Tools freigegeben sindDE
  8. 08Google Is Forcing AI Overviews in Classrooms. Schools Are Searching for a Way OutEN
  9. 09DuckDuckGo pitches itself to schools amid backlash over Google's AI policyEN
  10. 10UK Officials Said AI Would Add £400 Billion to the Economy. That Figure Mainly Came From GoogleEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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