BYD setzt Frankreich auf die Liste für sein zweites Europa-Werk
BYD hat Frankreich auf die Liste für sein zweites Montagewerk in Europa gesetzt, sagte Executive Vice President Stella Li am 12. Oktober 2026. Für einen Standort in Frankreich hat BYD weder eine Investitionssumme noch eine Kapazitätszahl oder einen Starttermin veröffentlicht [4][5].

Frankreich kommt auf die Liste
Li sagte, der Standort in Frankreich werde nicht der letzte sein. Sie sprach beim Pariser Autosalon mit dem Sender BFM. BYD werde „versuchen, ein zweites und ein drittes Werk in Europa zu haben“, nachdem das ungarische Werk anläuft [3][5]. Dieses Werk soll noch in diesem Jahr die Produktion aufnehmen [3][5].
Eine endgültige Investitionsentscheidung hat BYD nicht getroffen. Für einen Standort in Frankreich gibt es weder eine Investitionssumme noch eine Kapazitätszahl oder einen Starttermin [4][5].
Li nannte die wettbewerbsfähigen Strompreise in Frankreich als Grund für das Interesse von BYD [5]. Montagewerke brauchen viel Energie für Lackierung, Teilebearbeitung und den Betrieb der Anlagen. Strompreise und Versorgungssicherheit sind deshalb zentrale Kriterien bei der Standortwahl [5]. Bloomberg berichtete im Mai, Frankreich sei aus demselben Grund ein längerfristiges Ziel [2].
Li beschrieb das Ziel in lokalen Kategorien. „Ich möchte, dass die Menschen in Frankreich denken, BYD sei ein französisches Unternehmen“, sagte sie [3][9].
Warum ein Werk in Europa zählt
Ein Werk in der EU würde BYD erlauben, Autos hinter der Zollmauer des Bündnisses zu bauen. Die EU erhebt auf in China gebaute Elektroautos zusammen 27% Zoll, darunter 17% Ausgleichszoll, und belegt chinesische EV-Importe seit 2024 mit Abgaben [3][7]. Entwurfsregeln würden weiter gehen: Der Industrial Accelerator Act schlägt eine Lokalisierungsschwelle von etwa 70% für Subventionen und öffentliche Beschaffung vor [7]. Im Februar stand diese Zahl im Vorschlag noch in eckigen Klammern [7].
Der Handelsdruck erfasst inzwischen auch Hybride. China und die EU verständigten sich am 8. und 9. Oktober darauf, chinesische Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Exporte zu begrenzen [3][5].
Die EU kündigte an, die Einfuhren chinesischer Hybride auf 350.000 pro Jahr zu deckeln, weniger als die Hälfte des derzeitigen Niveaus [3]. Das chinesische Handelsministerium legte für die Regelung die 302.000 Einheiten von 2025 zugrunde. Die Zahl 350.000 veröffentlichte es nicht; ausländische Medien berichteten sie unter Berufung auf EU-Beamte [5]. Reuters meldete, die Regelung treffe BYD am härtesten, als größten chinesischen Hybrid-Exporteur nach Europa [4]. Li sagte am 12. Oktober, sie habe die Einzelheiten noch nicht [3][5].
Li beschrieb den Vorstoß als langfristig. BYD habe eine „langfristige Verpflichtung gegenüber Europa“ und werde dort „massiv investieren“, sagte sie BFM [3].
Die Verkaufsbasis hinter dem Werk
Die Basis in Frankreich ist klein, wächst aber schnell. BYD ließ im ersten Halbjahr 2026 in Frankreich 13.935 Pkw zu, 136% mehr als ein Jahr zuvor, nach Firmenzahlen [9].
In der weiteren Region sind die Zahlen größer. BYD ließ im ersten Halbjahr 2026 in der EU, der EFTA und Großbritannien 174.144 Fahrzeuge zu und überholte damit erstmals Teslas 170.351, nach Daten der ACEA [7]. Der Marktanteil in der EU stieg von 1,0% auf 2,4% [7]. Das Händlernetz steht bereits: rund 115 Vertretungen in Frankreich im Juli, betrieben mit Gruppen wie Bymycar, Emil Frey und Bodemer [9]. Im Ausland verkaufte BYD in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 1.162.260 Fahrzeuge, 85,72% mehr als im Vorjahr [6].
Die Unternehmensleitung hat ihre Ziele zweimal angehoben. BYD strebt nun 1.900.000 bis 2.000.000 Auslandsverkäufe im Jahr 2026 an. Das Ziel liegt über den 1.500.000, die im März genannt wurden, und diese wiederum über den 1.300.000 vom Januar, laut einer Notiz der Deutschen Bank [7].
BYD lieferte im September 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, 16,98% mehr als im Vorjahr, doch die Neunmonatssumme von 3.131.576 lag 3,94% niedriger [4]. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Li, das Unternehmen wolle die Beschäftigtenzahl in Europa bis 2030 über 40.000 treiben, nachdem kurzfristig 10.000 erreicht seien [4].
Werke kaufen statt bauen
Alfredo Altavilla ist BYD-Berater für Europa und früherer Manager bei Fiat Chrysler. Im September sagte er in Turin, BYD werde auf längere Sicht drei Montagewerke und eine Batteriefabrik in Europa brauchen [6][7]. Den zweiten Montagestandort wolle BYD bis Ende dieses Jahres wählen, mit Vorliebe für den Kauf und die Sanierung einer bestehenden Anlage statt eines Neubaus [6][7]. Spanien und Frankreich sind die führenden Kandidaten [6].
„Italien bleibt Plan B“, sagte Altavilla [6].
Im Mai verhandelte BYD fortgeschritten über den Kauf stillgelegter Werke von Stellantis und anderen europäischen Herstellern, und Li nannte damals Italien als Kandidaten [1][2]. Li sagte, BYD bevorzuge volles Eigentum statt geteilter Arrangements, und nannte die alleinige Kontrolle „einfacher“ [2]. Stellantis hat das schon einmal getan: Der Konzern vertiefte seine Verbindung mit Leapmotor und gab der Marke zwei spanische Werke [2].
Die BYD-Aktie notierte am 19. Oktober bei EUR 8,38, 22% unter dem Jahresanfang und nicht weit vom 52-Wochen-Tief von EUR 8,03 [4].
Wie es weitergeht
BYD dürfte den zweiten europäischen Montagestandort bis Ende dieses Jahres festlegen [6][7]. Die Produktion im ersten Europa-Werk von BYD in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 starten [3][5]. Li sagte außerdem, BYD werde in den nächsten zwei Jahren mehr Händler akkreditieren, um sein Vertriebsnetz zu lokalisieren [5].
Frankreich bleibt nur ein Kandidat. BYD hat keinen Standort, keine Investitionssumme und keine Beschäftigtenzahl genannt [4][5].
Quellen
16- 01BYD Plant Talks In Europe Put Capital And Growth Trade Offs In FocusEN
- 02BYD eyes Stellantis plants as European expansion acceleratesEN
- 03China's BYD says Eyeing France for New Auto PlantEN
- 04BYD's Fangchengbao Hits 600,000 Sales as France Factory Talks and Hybrid Export Caps Take ShapeEN
- 05BYD considers France as a top candidate for its new European factoryJA
- 06BYD needs 3 assembly plants and 1 battery factory for long-term European expansion, adviser saysEN
- 07BYD Wants Three European Car Plants and a Battery Factory, Adviser SaysEN
- 08Chinese carmaker BYD considers opening a factory in FranceEN
- 09BYD's Robot Patent and ATTO 8 Debut Cut Through a Bruising Home MarketEN
- 10The New York Times is in talks to buy Letterboxd for around $330 millionEN
- 11Virtual power plants can help avoid overbuilt grid if AI boom goes bustEN
- 12France plans internet tax of 0.055 Euro per gigabyte downloadedEN
- 13A Michigan utility’s iffy plan to trap CO2 from its new gas plantsEN
- 14Kazakhstan Eyes Ambitious 2035 Goal for 2 Nuclear Power PlantsEN
- 15Cyberattack disrupts blood storage refrigeration systems in FranceEN
- 16Launch HN: Momentic (YC W24) – Agents that catch bugs by using your appEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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