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Green Climate Fund steckt 140 Millionen US-Dollar Baukapital in Wasserstoff im südlichen Afrika

Der Green Climate Fund hat 140 Millionen US-Dollar an katalytischer Finanzierung für Climate Investor Three genehmigt. Climate Fund Managers bestätigte den Beschluss am 3. November. 84 Millionen US-Dollar gehen an den südafrikanischen SA-H2 Fund, 56 Millionen US-Dollar an den SDG Namibia One Fund.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 26
Green Climate Fund steckt 140 Millionen US-Dollar Baukapital in Wasserstoff im südlichen Afrika

Die Genehmigung über 140 Millionen US-Dollar

Der Green Climate Fund hat auf seiner 46. Vorstandssitzung in Songdo, Südkorea, katalytische Finanzierungen von 140 Millionen US-Dollar genehmigt. Die Sitzung lief vom 26. bis 29. Oktober 2026. Climate Fund Managers bestätigte die Genehmigung am 3. November. 84 Millionen US-Dollar gehen an die Construction Equity Tranche des südafrikanischen SA-H2 Fund. Die übrigen 56 Millionen US-Dollar erhält der SDG Namibia One Fund, aufgeteilt in 15 Millionen US-Dollar für die Development Tranche und 41 Millionen US-Dollar für Baukapital. Die Development Bank of Southern Africa ist die GCF Accredited Entity für die Southern African Industrial Decarbonisation Facility, die das Programm führt.

Das ist Baukapital, kein Zuschuss für eine Machbarkeitsstudie. Projekte in Namibia und Südafrika können in Richtung Bau gehen, statt in einer Entwicklungswarteschlange zu stehen. Welchen Preis ein künftiger Käufer für den Wasserstoff dieser Anlagen zahlt, ist nicht öffentlich.

Der Umfang reicht über Wasserstoff hinaus. Das Programm umfasst die Produktion von grünem Wasserstoff, grünem Ammoniak und grünem Methanol sowie Arbeiten an Branchen, die sich nur schwer dekarbonisieren lassen.

Namibias Pipeline wird voller

CMMZE Energy Namibia hat Ende September 2026 eine endgültige Investitionsentscheidung für ein grünes Wasserstoff- und Ammoniakprojekt in Henties Bay über 17 Milliarden Namibia-Dollar getroffen. Laut Unternehmen soll die Anlage jährlich 35.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. In weiteren Verarbeitungsschritten werden daraus 210.000 Tonnen grüner Ammoniak. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie unabhängig vom Hauptstromnetz läuft. Eine Anlage für erneuerbare Energien vor Ort liefert den Strom. CMMZE bezeichnet den Küstenstandort als direkten Ladepunkt für CMM-Schiffe, die Ammoniak zu Zielen in der Europäischen Union bringen.

Das Projekt von Hyphen Hydrogen Energy ist auf dem Papier größer. Die Entwicklung im Tsau //Khaeb Nationalpark bei Lüderitz wird auf etwa 10 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll nach vollständigem Ausbau rund zwei Millionen Tonnen grünen Ammoniak erreichen. Die erste Phase sieht 3,5 GW erneuerbare Erzeugung und 1,5 GW Elektrolysekapazität vor.

Das Daures Green Hydrogen Village in der Region Erongo entwickelt seine zweite Phase als Anlage für grünen Ammoniak und Düngemittel im kommerziellen Maßstab. Ob eine dieser Anlagen ihre Nennkapazität erreicht, hängt von der Finanzierung ab und davon, ob Käufer langfristige Verträge unterschreiben. Beides ist offen.

Die Nachfrageseite ist die schwache Seite

Der Global Hydrogen Compass 2026 des Hydrogen Council zählt 130 Milliarden US-Dollar zugesagte Investitionen in sauberen Wasserstoff über mehr als 570 Projekte. Das entspricht 6,9 Millionen Tonnen jährlicher Produktionskapazität. Nur etwa 1,7 Millionen Tonnen dieser Kapazität sind in Betrieb. Verbindliche Abnahmeverträge decken rund 4,2 Millionen Tonnen pro Jahr ab. Die zugesagte Kapazität liegt damit deutlich vor der vertraglich gesicherten Nachfrage. Die afrikanischen Projekte oben fügen dieser Schlange weiteres Angebot hinzu.

Europas Planer haben sich in dieselbe Richtung bewegt. Der Entwurf von ENTSOG zur Bewertung vom Oktober 2026 senkte die Annahme zur Wasserstoffnachfrage 2030 von 620 TWh auf 335 TWh, 46% unter der Bewertung von 2024. Die Annahme für 2040 fiel um 33%, von 1.929 TWh auf 1.296 TWh.

Physische Lieferungen laufen den kommerziellen voraus. RWE und seine Partner teilten am 4. August 2026 mit, erneuerbarer Wasserstoff aus der Inbetriebnahme in Lingen sei im etwa 120 Kilometer entfernten Chemiepark Marl angekommen. Die Mitteilung nannte keine empfangene Menge, keinen gezahlten Preis und keinen Hinweis darauf, welche bestehende Wasserstoffproduktion verdrängt wurde. Marl nutzt seit Jahrzehnten Wasserstoff, eine zweite Quelle schafft also für sich genommen keine neue Nachfrage nach einem teureren Einsatzstoff. Ein klareres Signal ist der 15-Jahres-Vertrag von RWE, ab 2030 jährlich etwa 30.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff an die Raffinerie Leuna von TotalEnergies zu liefern, zu einem nicht genannten Preis.

Peking zahlt für Kunden, Berlin zahlt für Rohre

Chinesische Behörden kündigten im Oktober ein Programm für fünf regionale Städtecluster an, mit Anreizen der Zentralregierung von bis zu 8 Milliarden Yuan, etwa 1,1 Milliarden US-Dollar. Jeder Cluster kann über vier Jahre bis zu 1,6 Milliarden Yuan erhalten, gebunden an den Ausbau der Wasserstoffnutzung in Industrieprozessen, Brennstoffzellenfahrzeugen und zugehöriger Infrastruktur. Peking zahlt für die Nachfrage, und das Design zielt direkt auf den Engpass. Der Hydrogen Council nennt China den weltweit größten Markt für zugesagte Kapazität an erneuerbarem Wasserstoff, mit mehr als der Hälfte des globalen Gesamtvolumens.

Deutschland hat mehr für Rohre ausgegeben. Sein genehmigtes Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 Kilometer, mit erwarteten Investitionskosten von 18,9 Milliarden Euro, zu großen Teilen umgewidmete Erdgasleitungen. Das sind genehmigte Pläne und erwartete Kosten, kein gebautes Netz mit unterschriebenen Kundenverträgen.

Für Namibia weisen die beiden Modelle in verschiedene Richtungen. Der Plan von CMMZE setzt auf europäische Abnahme, mit eigenen Schiffen, die Ammoniak zu Zielen in der EU bringen. Europas Nachfrageannahmen wurden gerade gesenkt. Das macht diese Abnahme unsicherer, als der Schifffahrtsplan vermuten lässt.

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Quellen

26
  1. 01Climate Fund Managers Secures Approval for USD 140 Million from GCF to Advance Industrial Decarbonisation in Southern AfricaEN
  2. 02Green Climate Fund Approves US$140 Million For Green Hydrogen Projects In Namibia And South AfricaEN
  3. 03N$17b Henties green hydrogen project cements ambitionsEN
  4. 04China's hydrogen strategy offers new industrial opportunities for OmanEN
  5. 05Germany's Hydrogen Pipeline Reached Marl. Its Market Still Needs to Add Up.EN
  6. 06Electrolyzer Market to Reach USD 65.8 Billion by 2036 at 24.6% CAGR as Green Hydrogen Investments Accelerate - openPR.comEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

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Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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