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Guinea-Bissau lehnt US-finanzierte Hepatitis-B-Impfstudie formell ab

Der Ministerrat von Guinea-Bissau hat am 16. Oktober eine von den USA finanzierte Hepatitis-B-Impfstudie formell abgelehnt. Das sagte die Mitinitiatorin Christine Stabell Benn Ars Technica. Damit endet ein Projekt über 3,2m Dollar, das bei 7.000 Neugeborenen die Geburtsdosis zurückhalten wollte.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20265 Min. LesezeitQuellen 12
Guinea-Bissau lehnt US-finanzierte Hepatitis-B-Impfstudie formell ab

Christine Stabell Benn, eine der Leiterinnen der Studie, sagte Ars Technica, der Ministerrat von Guinea-Bissau habe am 16. Oktober „formell seine Ablehnung der Studie bekräftigt“. Sie bedauere die Entscheidung, respektiere aber das Recht der Regierung zu entscheiden, ob Forschung stattfinden darf.

Drei Tage nach dieser Entscheidung durchsuchte die Polizei am Montag, dem 19. Oktober, die Büros des Bandim Health Project und beschlagnahmte Hepatitis-B-Impfstoffdosen, berichtete Ars Technica. Die Regierung hat die Impfstoffe der Forscher jetzt in ihrer Hand. Gesundheitsminister Quinhin Nantote hatte die Genehmigung der Studie bereits bestritten und dem Guardian gesagt, Berichte über einen Fortgang des Projekts seien „nicht einmal im Entferntesten wahr“. In einem LinkedIn-Beitrag vom 21. Oktober schrieb Frederik Schaltz-Buchholzer, es sei „nun klar“, dass die Studie „in Guinea-Bissau nicht weiterverfolgt wird“ und dass „uns die notwendige staatliche Genehmigung nicht erteilt wurde“.

Das Design der Studie

Das Protokoll sah vor, 14.000 Säuglinge aufzunehmen und bei 7.000 in den ersten sechs Lebenswochen die Hepatitis-B-Impfung zurückzuhalten, berichtete Streamline Feed. Diese Verzögerung entspricht der derzeitigen Praxis in Guinea-Bissau, wo der Impfstoff wegen Zugangsproblemen erst nach sechs Wochen empfohlen wird. Das Land plant für 2028 eine Geburtsdosis für alle.

Die WHO empfiehlt eine erste Dosis so bald wie möglich nach der Geburt, am besten innerhalb von 24 Stunden, gefolgt von mindestens zwei weiteren Dosen. In einer Erklärung vom Februar nannte die Organisation die Studie „unvereinbar mit anerkannten ethischen und wissenschaftlichen Grundsätzen“ und erklärte, keine der beiden Bedingungen, die einen Arm ohne Behandlung rechtfertigen, scheine erfüllt. Die WHO teilte mit, die Geburtsdosis verhindere 70 bis 95 Prozent der Übertragung von der Mutter auf das Kind, und mehr als 115 Länder hätten sie in ihren nationalen Impfplänen.

Paul Offit, Impfstoffexperte am Children's Hospital of Philadelphia, nannte die Hypothese „fantasievoll“. Es gebe „keine Belege dafür, und es ergibt biologisch keinen Sinn“, sagte er, und das Geld solle besser in die Impfung von Kindern fließen. Henrik Støvring, ein dänischer Forscher, der mitveröffentlicht hat, dass frühere Bandim-Ergebnisse fragwürdig sind, stellte die Einwilligung infrage: „Wenn sie sich für die Teilnahme entscheiden, haben ihre Kinder eine 50-prozentige Chance auf den Impfstoff. Bleiben sie draußen, liegt die Chance bei 0 Prozent. Wie kann man da von einer nicht erzwungenen informierten Einwilligung sprechen?“

Finanzierung und der Zuschuss vom Dezember

Die Studie sollte 1,6m Dollar von den CDC und weitere 1,6m Dollar von privaten Partnern erhalten, darunter die Pershing Square Foundation und die Bluebell Foundation, womit das Projekt 3,2m Dollar umfasste. Die CDC kündigte die Förderung im Dezember an: einen unaufgeforderten Zuschuss von 1,6m Dollar an eine Forschungsgruppe der University of Southern Denmark. Im Oktober flammte die Empörung erneut auf, nachdem ein Bericht von Rolling Stone, auf den sich Ars Technica beruft, meldete, CDC-Mitarbeiter hätten das Budgetbüro der Behörde Ende September angewiesen, 1,6m Dollar für die Studie zurückzulegen. Das Geld sollte aus Programmen für globale Gesundheitssicherheit kommen. Das Department of Health and Human Services, dem die CDC untersteht, antwortete nicht auf die Anfrage von Ars Technica. Die CDC beantwortete die Fragen des Guardian nicht, ob ihre Mittel nun für die Impfung aller Neugeborenen eingesetzt würden.

Die Studie war im Januar ausgesetzt worden, nachdem ihr Design bekannt geworden war und international für Empörung gesorgt hatte. Yap Boum von Africa CDC sagte damals vor Journalisten, „die Studie wurde abgesagt“, während ein Vertreter des HHS dem Guardian sagte, sie „werde wie geplant fortgesetzt“. Guinea-Bissau erklärte im Januar, es behalte den aktuellen Impfplan bei, bis die Geburtsdosis für alle Neugeborenen eingeführt sei, heißt es in einem Schreiben, das der Guardian einsehen konnte.

Die Forscher

Forscher des Bandim Health Project hatten die Studie entworfen: Schaltz-Buchholzer, Stabell Benn und Peter Aaby. Sie gingen davon aus, dass Lebendimpfstoffe wie BCG gegen Tuberkulose einen allgemeinen Sterblichkeitsvorteil bringen könnten und dass eine nicht lebende Hepatitis-B-Impfung daneben diesen Effekt abschwächen könnte. Stabell Benn und Aaby sind wegen Vorwürfen der „Fälschung“ und des „wissenschaftlichen Fehlverhaltens“ im Zusammenhang mit früheren Impfstoffforschungen Gegenstand von Ermittlungen dänischer Behörden. Ihre Studien wurden von Impfgegnern verbreitet, und Robert F. Kennedy Jr., der US-Gesundheitsminister, hat sie wiederholt gelobt.

Wie es weitergeht

Die WHO erklärte, sie sei bereit, Guinea-Bissau bei der Verabreichung der Geburtsdosis innerhalb von 24 Stunden zu unterstützen, bei der vorgeburtlichen Untersuchung auf Hepatitis-B-Oberflächenantigen, bei der Kühlkettenlogistik und bei der Schulung von Gesundheitspersonal.

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Quellen

12
  1. 01Controversial US-backed vaccine trial in African newborns halted - The GuardianEN
  2. 02Statement on the planned hepatitis B birth dose vaccine trial in Guinea-Bissau - World Health Organization (WHO)EN
  3. 03Controversial US study on hepatitis B vaccines in Africa 'cancelled' - The GuardianEN
  4. 04Outrage grows as CDC reportedly poised to fund "unethical" vaccine trial - Ars TechnicaEN
  5. 05Guinea-Bissau Halts Controversial US-Funded Hepatitis B Vaccine Trial for NewbornsEN
  6. 06US-backed vaccine trial on babies canceled after international outcry - Ars TechnicaEN
  7. 07Cops raid office of RFK Jr. allies planning "unethical" vaccine trial on babies - Ars TechnicaEN
  8. 08Guinea-Bissau stops controversial US-funded vaccine trial on newborns - PunchEN
  9. 09Guinea-Bissau says it has not approved hepatitis B vaccine trial in newborns - Reuters via Yahoo NewsEN
  10. 10Controversial US-backed vaccine trial in African newborns haltedEN
  11. 11STAT+: In China, a flood of controversial clinical trials slows to a trickleEN
  12. 12VirtualTrialHarness: Coordinating Agentic Operationalization of Virtual Trial Protocols Across Complex Clinical SchemasEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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