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Inflation in der Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent, höchster Stand seit drei Jahren

Die jährliche Inflation in der Eurozone ist im Oktober von 3,8 Prozent im September auf 4,0 Prozent gestiegen. Das zeigte die Schnellschätzung von Eurostat am 4. November. Es ist der höchste Stand seit drei Jahren, getrieben von einem Anstieg der Energiepreise um 20,8 Prozent.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 19
Inflation in der Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent, höchster Stand seit drei Jahren

Die Energiepreise lagen im Oktober 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert, nach 18,9 Prozent im September. Das ist die höchste Jahresrate unter den Hauptkomponenten, wie Eurostat mitteilte. Belga berichtete, die Beschleunigung im Oktober hänge mit einem Sprung der Ölpreise zusammen. Die Gesamtinflation erreichte 4,0 Prozent, den höchsten Wert seit September 2023.

Die Inflation bei Dienstleistungen stieg leicht von 3,2 auf 3,3 Prozent. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um 1,6 Prozent nach 1,3 Prozent im September, unverarbeitete Lebensmittel um 4,6 Prozent. Bei Industriegütern ohne Energie kletterte die Rate von 1,1 auf 1,2 Prozent.

Die Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, blieb bei 2,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat legte der harmonisierte Verbraucherpreisindex um 0,4 Prozent zu.

EZB prüft Schritt im Dezember

Der Wert stützt nach Einschätzung von ING die Erwartung, dass die EZB auf ihrer letzten Sitzung des Jahres im Dezember die Zinsen erneut anhebt. Die gedämpfte Kerninflation deute jedoch darauf hin, dass dies der letzte Schritt im Zyklus sein könnte.

Mit 4,0 Prozent liegt die Inflation doppelt so hoch wie das mittelfristige Ziel der EZB von 2 Prozent. Sie hat es acht Monate in Folge übertroffen. Die Umfrage unter professionellen Prognostikern der EZB vom 30. Oktober hob die Inflationserwartung für 2027 um 0,4 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent an, vor allem wegen höherer Energiepreise und ihrer indirekten Wirkungen.

ING zufolge hängt der Verlauf der Gesamtinflation stark vom Krieg im Nahen Osten und von den Ölpreisen ab. Die Bank nannte eskalierende Spannungen in der Region, steigende Ölpreise und niedrige Gasspeicher vor dem Winter als Risiken für die Verbraucherpreise. Da die Nachfrage der Verbraucher schwach sei, dürften Unternehmen Schwierigkeiten haben, höhere Kosten weiterzugeben. Das spreche eher für sinkende Margen als für breite Preissteigerungen.

Mitgliedstaaten driften auseinander

In Deutschland fiel die Rate von 3,3 auf 2,8 Prozent, in Spanien von 5,0 auf 4,9 Prozent. Frankreich bewegte sich in die andere Richtung, von 3,4 auf 3,8 Prozent. Italien sprang von 4,2 auf 5,6 Prozent. Litauen verzeichnete mit 6,1 Prozent die höchste Rate unter den 21 Ländern der Eurozone, gefolgt von Bulgarien mit 6,0 Prozent. Griechenland und Italien lagen gleichauf bei 5,6 Prozent. Malta hatte mit 2,3 Prozent den niedrigsten Wert, danach folgten Deutschland mit 2,8 Prozent und die Slowakei mit 2,9 Prozent.

Zwischen der höchsten und der niedrigsten nationalen Rate liegt damit eine Spanne von 3,8 Prozentpunkten. Diese Lücke ist für eine Zentralbank von Bedeutung, die einen Leitzins für 21 Länder festlegt.

Wie es weitergeht

Jack Allen-Reynolds, Ökonom bei Capital Economics, sagte laut Belga, die indirekten Wirkungen höherer Energiekosten auf die Lebensmittelpreise seien derzeit noch sehr begrenzt. Die Energieinflation dürfte im November etwas nachlassen, wenn die Preise nahe dem aktuellen Niveau bleiben. Die Wirkung höherer Energiekosten werde sich in den kommenden Monaten jedoch deutlicher in den Lebensmittelpreisen niederschlagen.

Die vollständigen Oktoberzahlen von Eurostat werden am 18. November veröffentlicht, vor der Dezember-Sitzung der EZB. Da die Gesamtinflation doppelt so hoch liegt wie das Ziel und die Energiepreise weiter steigen, wird diese Veröffentlichung zeigen, ob sich der Anstieg auf andere Preise ausbreitet.

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Quellen

19
  1. 01Eurozone inflation rises to 4 pct in October: EurostatEN
  2. 02Eurozone October Inflation Brings ECB Closer To December HikeEN
  3. 03Eurozone annual inflation climbs to 4% in October on energy surgeEN
  4. 04Cyprus Inflation Estimated at 5.4% in October, Above Euro Area AverageEN
  5. 05Eurozone annual inflation climbs to 4% in October on energy surgeEN
  6. 06Eurozone inflation rises to 4% in OctoberEN
  7. 07Inflation in eurozone rises to its highest level in three years in OctoberEN
  8. 08Eurozone inflation accelerates as energy prices surgeEN
  9. 09Malta Records One Of Eurozone's Lowest Inflation Rates As European Average Climbs To 4%EN
  10. 10Euro Nears 1.1250 on US Political Shift & Hot InflationEN
  11. 11Inflation increases to 3.2 percent in July - Centraal Bureau voor de Statistiek | CBSEN
  12. 12Inflation 3.3 percent in August, according to flash estimate - Centraal Bureau voor de Statistiek | CBSEN
  13. 13Inflation 2.8 percent in December, according to flash estimate - Centraal Bureau voor de Statistiek | CBSEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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