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EZB-Umfrage sieht Einlagenzins im Dezember 2026 bei 2,75%, nach 2,50% aktuell

Die Oktober-Umfrage unter Währungsanalysten der EZB, veröffentlicht am 30. Oktober, sieht den medianen Einlagenzins im Dezember 2026 bei 2,75%, nach 2,50% derzeit. Eine Senkung erwarten die Befragten erst 2028.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 14
EZB-Umfrage sieht Einlagenzins im Dezember 2026 bei 2,75%, nach 2,50% aktuell

Die Umfrage deutet auf eine Anhebung im Dezember

Zwischen dem 12. und 14. Oktober antworteten 69 Analysten auf die Umfrage. Für Dezember liegen die Prognosen am 25. wie am 75. Perzentil bei 2,75%. Das spricht für eine starke Konzentration auf eine Anhebung um 25 Basispunkte, ohne Einigkeit. Der Median bleibt danach bis September 2027 und für das vierte Quartal jenes Jahres bei 2,75%. Zinssenkungen erscheinen im Median erst 2028, bei 2,50% im ersten Halbjahr und 2,25% zum Jahresende.

Für die der Umfrage nächste Sitzung lag die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines unveränderten Zinses bei 85,6%, gegenüber 13,9% für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Für die darauffolgende Sitzung stieg die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte auf 77,6%.

Die Umfrage ist keine offizielle EZB-Prognose und bindet den Rat der Europäischen Zentralbank nicht. Ihr Gremium rechnet mit einer Straffung, nicht mit einer Lockerung: Bei einem für das Quartal erwarteten Wachstum von 0,3% verteuern die hohen Zinsen Investitionen und Kredite.

Die Zinspause im Oktober und die Inflation

Die EZB ließ am 29. Oktober 2026 alle drei Zinssätze unverändert. Der Einlagenzins lag bei 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65%, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90%.

Zuvor hatte sie am 10. September 2026 um 25 Basispunkte angehoben, wirksam zum 16. September, was den Einlagenzins auf 2,50% brachte. Bereits im Juni 2026 hatte die EZB die Zinsen erhöht, die erste Anhebung seit etwa drei Jahren. Lagarde sagte, die Inflation dürfte längere Zeit deutlich über dem Ziel bleiben, und verwies auf den Konflikt in Westasien. Die Projektionen der EZB-Fachleute vom September sahen die Gesamtinflation 2026 bei 3%, 2027 bei 2,5% und 2028 bei 2,1%. Der Quartalspfad der Umfrage liegt kurzfristig höher: Im Median erwarten die Analysten den HVPI im vierten Quartal 2026 bei 3,9%, fallend auf 2,1% im vierten Quartal 2027 und 2,0% ab Anfang 2028. Der Kern-HVPI soll von 2,5% im vierten Quartal 2026 auf 2,7% Anfang 2027 steigen. Gemessen am EZB-Ziel von 2% ist das eine langsame Rückkehr.

Brzeski: Die Richtung ist eine Anhebung

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt für die Eurozone bei ING, sagte, die Richtung für die nächste Sitzung sei klar. Er beschrieb sie als eine Zinserhöhung.

Er argumentierte, in der europäischen Wirtschaft seien kaum indirekte oder Zweitrundeneffekte sichtbar. Bei stabiler Kerninflation könne die EZB es vermeiden, auf einen energiegetriebenen Anstieg der Gesamtpreise überzureagieren. Höhere Anleiherenditen seit September haben die Finanzierungsbedingungen in ganz Europa verschlechtert und der Notenbank einen Teil ihrer restriktiven Arbeit abgenommen. Brzeski sagte, die EZB habe wohl eine sehr hitzige Debatte geführt, was Lagarde auf ihrer Pressekonferenz bestätigte.

Lagardes Abgang fällt auf dieselbe Entscheidung

Lagarde teilte dem Rat der Europäischen Zentralbank und dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, am 29. Oktober 2026 mit, dass sie am 7. Februar 2027 zurücktreten wird.

Die Ankündigung kam am selben Tag wie die Zinspause. Brzeski nannte den Zeitpunkt, nur wenige Stunden vor einer geldpolitischen Ankündigung, recht ungewöhnlich. Lagarde sagte auf ihrer Pressekonferenz, sie wolle mehr Freiheit, persönliche Ansichten zu äußern. Wer auch immer die Nachfolge antritt, erbt einen Rat, der in diesem Jahr zweimal angehoben hat und von dem das Umfragegremium erwartet, dass er im Dezember erneut anhebt.

Wie es weitergeht

PKO BP erwartet eine Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember. Eine Rückkehr zu Senkungen sieht die Bank nur in einem günstigen Szenario Ende 2027, also früher als der Median der Umfrage, der einen Rückgang erst 2028 zeigt.

Vor ihrer Dezember-Entscheidung erhält die EZB neue Daten und eine aktualisierte Inflationsprojektion. Die Notenbank teilt mit, sie lege sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad fest und entscheide von Sitzung zu Sitzung.

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Quellen

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  1. 01ECB Rate Forecast: Analysts See December Increase to 2.75% - CEO MagazynEN
  2. 02European Central Bank hikes deposit rate to 2.5%, Lagarde says outlook remains uncertainEN
  3. 03Brzeski: Lagarde Sends "Clear Signal...Direction of Travel" Leads to December Rate HikeEN
  4. 04[News Terms in 5 Minutes] What is the ECB's Deposit Facility Rate?JA
  5. 05Decisions taken by the Governing Council of the ECB (in addition to decisions setting interest rates)EN
  6. 06Here are four key takeaways from Europe's central banks' final rate decisions of 2025 - CNBCEN
  7. 07ECB keeps rates on hold; new forecasts show the ‘good place’ is the right place - ing thinkEN
  8. 08Comment: The ECB's surprise 25bp cut (Update)EN
  9. 09UPDATE - IFR Comment: The ECB's 25bp cut, symmetrical corridorEN
  10. 10 Upgrade to an OLED display for only $269 at Walmart — Acer's 27-inch Nitro gaming monitor has a superfast 240Hz refresh rate and crisp WQHD resolution EN
  11. 11How Do Artificial Agents Make Decisions in Light of Visual Data?EN
  12. 12Risk Control Certifies Rates, Not Magnitudes: An Audit of Selective Fetal BiometryEN
  13. 13Apple Intelligence to roll out on iPhones in China in December with Alibaba backingEN
  14. 14Price hikes aren’t all that’s at stake in FirstEnergy Ohio’s rate caseEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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