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Fahrplan der Kommission: Ukraine soll 2027 sieben EU-Kapitel schließen

Am 4. November hat die Europäische Kommission einen Fahrplan vorgelegt. Danach soll die Ukraine 2027 sieben ihrer 33 EU-Beitrittskapitel schließen. Bisher ist kein einziges geschlossen. Premierminister Serhii Koretskyi hatte einen Tag zuvor dasselbe Ziel von sieben Kapiteln für die erste Hälfte des Jahres 2027 genannt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Fahrplan der Kommission: Ukraine soll 2027 sieben EU-Kapitel schließen

Was im Fahrplan steht

Der Fahrplan sieht vor, dass Kyjiw 2027 sieben der 33 Verhandlungskapitel schließt. Für Moldau, das parallel verhandelt, sind im selben Jahr 25 Abschlüsse vorgesehen.

Marta Kos, die Erweiterungskommissarin, knüpfte jeden Abschluss an die Rechtsstaatskriterien. Die Kommission erwarte, dass die Ukraine die Zwischenkriterien in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erfülle, sagte sie. Danach könnten die Kapitel geschlossen werden. Ein Kommissionsbeamter in Brüssel nannte einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2028 ehrgeizig. Dafür seien Reformen nötig, die das Tempo erhöhen, sagte er. Kos wollte keinen Termin für den Abschluss nennen. "Das kann ich noch nicht sagen", sagte sie. Je mehr Fortschritte die Ukraine mache, desto genauer lasse sich über den Zeitplan sprechen.

Die Ukraine hat 4 ihrer 6 Cluster eröffnet und noch kein einziges Kapitel geschlossen.

Kyjiw wehrt sich gegen das Wort Blockade

Kachka sagte Euronews in einem am 3. November veröffentlichten Interview, Ungarn erhebe keine neuen Einwände gegen die letzten beiden Cluster. "Ich halte das Wort 'Blockade' für irreführend", sagte er.

Hinter der Verzögerung stünden "keine inhaltlichen Forderungen, Meinungsverschiedenheiten oder Bedenken", sagte er. Budapest habe um mehr Zeit gebeten, um die Dokumente zu prüfen, auf denen die nächste Stufe beruht. Auf die Frage, ob der lange Streit über die Bildungsrechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien noch eine Rolle spiele, sagte Kachka, das Thema sei "bereits gelöst".

Diese Darstellung passt schlecht zum Verlauf des vergangenen Monats. Bei einer Sitzung von COELA, der Arbeitsgruppe Erweiterung des Rates der EU, am 27. Oktober verweigerte Ungarn die Zustimmung zu den Screening-Ergebnissen der Cluster 4 und 5.

Ein Diplomat sagte gegenüber European Pravda, die Position Ungarns habe sich nicht geändert. Ein anderer sagte, die erneute Aufnahme des Punktes auf die Tagesordnung sei politischer Druck auf Budapest. Ein echter Versuch, an diesem Tag eine Entscheidung zu erreichen, sei es nicht gewesen.

Vier Cluster offen, zwei eingefroren

Der Bereich Grundlagen wurde am 15. Juni 2026 gemeinsam mit Moldau eröffnet, die Außenbeziehungen folgten am 14. Juli. Die Cluster 2 und 3, Binnenmarkt und Wettbewerbsfähigkeit sowie Inklusives Wachstum, wurden am 13. Oktober eröffnet. Das geschah einen Tag, nachdem die Werchowna Rada das Gesetz Nr. 16.119 über die Bildungsrechte nationaler Minderheiten verabschiedet hatte. Zusammen umfassen die beiden Cluster 17 Kapitel.

Kos hatte im September dafür geworben. In einer Rede in Wicklow am 2. September sagte sie, die Ukraine habe die Arbeit für die Eröffnung der Cluster geliefert. "Wir sollten auch liefern", sagte sie.

Die beiden übrigen Cluster hängen seit dem Sommer fest. Ungarn verweigerte die Zustimmung zu den Clustern 4 und 5 bei den COELA-Sitzungen am 17. Juli, 22. Juli, 29. September, 20. Oktober und 27. Oktober. Cluster 4 umfasst Verkehr, Energie, transeuropäische Netze, Umwelt und Klima. Cluster 5 umfasst Landwirtschaft, Fischerei, Regionalpolitik und Haushaltsbestimmungen.

Wie es weitergeht

Koretskyi sagte am 3. November auf dem Euronews Enlargement Summit, Kyjiw rechne damit, die beiden verbleibenden Cluster noch vor Ende 2026 zu eröffnen. Außerdem erwarte er Anfang 2027 eine positive Bewertung der Zwischenkriterien. Als Prioritäten nannte er Justizreform, Korruptionsbekämpfung und öffentliche Verwaltung. Kyjiw und die Kommission hätten eine gemeinsame Taskforce eingerichtet, um die Arbeit zu beschleunigen, sagte er.

Irland, das derzeit den Vorsitz im Rat innehat, will die verbleibenden Cluster ebenfalls noch vor Ende 2026 eröffnen. Dafür ist die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten nötig.

Das erklärte Ziel der Ukraine bleibt der Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2028. Das Ziel von sieben Abschlüssen im Jahr 2027 hängt an Kriterien, die die Ukraine noch nicht erfüllt hat.

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Quellen

28
  1. 01Marta Kos did not give a timeline for completing Ukraine's EU accession negotiationsEN
  2. 02Ukraine Eyes 7 EU Chapter Closures in Early 2027EN
  3. 03Hungary is not blocking Ukraine's EU accession – Taras Kachka | Ukrainian NewsEN
  4. 04Kachka: Hungary has no new significant objections to Ukraine's EU accessionEN
  5. 05Ukraine's envoy to EU: Hungary has raised no new objections to negotiating clusters being opened for UkraineEN
  6. 06Hungary still blocks opening of Ukraine's EU accession negotiating clusters 4 and 5EN
  7. 07Kyiv Pushes to Open Final EU Accession Clusters by End of 2026 as Hungary ResistsEN
  8. 08EU Clusters for Dummies: Where Ukraine StandsEN
  9. 09EU enlargement commissioner expects all negotiating clusters for Ukraine to be opened soonEN
  10. 10Hungary blocks opening of new EU accession negotiating clusters for Ukraine and MoldovaEN
  11. 11Hungary blocks approval of screening results needed to open Clusters 2 and 3 for UkraineEN
  12. 12Hungary again blocks opening of EU accession clusters 2 and 3 for Ukraine - Українська правдаEN
  13. 13Hungary again blocks opening of clusters 2 and 3 for Ukraine - Українська правдаEN
  14. 14Vučić backs Ukraine's push for fast EU accession - The New Voice of UkraineEN
  15. 15EU to Open All Negotiation Clusters with Ukraine by November Despite Hungary’s BlockadeEN
  16. 16Battle Truck: A startup sandbox on wheels for Ukraine's front linesEN
  17. 17Alleviating Limited Effectiveness and Multi-Class Collapse in Deep Graph-level ClusteringEN
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  28. 28Ukrainian startup, GomSpace test satellite for future communications networkEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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