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Laos stoppt die Einfuhr von Verbrennern, und die EV-Rechnung zeigt nach China

Laos hat am 1. Juni 2026 die Einfuhr neuer Benzin- und Diesel-Pkw ausgesetzt. Electrek nennt das das aggressivste EV-Mandat der Welt. Mit der Nachfrage der Verbraucher hat die Politik fast nichts zu tun. Es geht um eine Kraftstoffrechnung, die in knapper Fremdwährung bezahlt wird.

AutoErklärtJonas WeberVeröffentlicht: 27. September 20268 Min. LesezeitQuellen 5
Laos stoppt die Einfuhr von Verbrennern, und die EV-Rechnung zeigt nach China

Electrek berichtete am 22. Juli, die Regierung von Laos habe die Einfuhr von Benzin- und Diesel-Pkw zum 1. Juni 2026 ausgesetzt. Das Verbot gilt bis zum Jahresende. Umgesetzt wird es vom Ministerium für Industrie und Handel. Weil keine Verbrenner mehr hereinkommen, sind die einzigen neuen Autos, die legal ins Land gelangen, elektrisch. Daher stammt die Zahl von "100% elektrisch" für Juni.

Das Verbot ist nicht vollständig. Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs, Baumaschinen, projektgebundene Lastwagen und andere Spezialfahrzeuge sind ausgenommen. Diesel fließt also weiter, wo das Land noch nicht elektrifizieren kann. Die Regel zielt auf Pkw, also auf das Segment, in dem es bereits bezahlbare elektrische Alternativen gibt.

Warum ein Verbot und keine Subvention

Laos tut das nicht für Klimaschlagzeilen. Electrek beschreibt die Logik als wirtschaftlich. Das Land läuft fast vollständig mit Wasserkraft und hat seine Exportstrategie darauf gebaut, Strom an die Nachbarn zu verkaufen. Doch jeden Tropfen Kraftstoff, den seine Autos verbrennen, muss es einführen. Diese Rechnung wird in Fremdwährung bezahlt, an der es in Laos chronisch mangelt. Jeder Benziner, der gegen ein Elektroauto getauscht wird, fährt mit heimischer Wasserkraft statt mit importiertem Diesel. Darum geht es.

Um Käufer in Richtung EV zu drücken, kombinierte die Regierung das Verbot mit Anreizen. Vollelektrische Fahrzeuge unter 50.000 Dollar erhalten eine vollständige Befreiung von der Verbrauchsteuer. Die Regierung senkte die Zulassungsgebühren für EVs. Transportunternehmen müssen bis Ende 2026 mindestens 10% elektrische Flotten betreiben. Im April unterzeichnete Laos eine Vereinbarung mit 27 öffentlichen und privaten Partnern zum Aufbau von Ladestationen, Batteriewechselstationen, einer zentralen digitalen Plattform und Finanzierungsprodukten. Das nationale Ziel sind 30% elektrische Fahrzeuge bis 2030.

Zwei Zahlen stechen gegen dieses Ziel hervor. Die Verbrauchsteuerbefreiung endet bei 50.000 Dollar. Diese Grenze schließt die meisten Premium-Elektroautos aus, deckt aber die chinesischen Modelle ab, die das untere Ende des Marktes beherrschen. Und die 10%-Flottenvorgabe gilt für Transportunternehmen, nicht für private Käufer. Die Regierung erwartet also, dass gewerbliche Betreiber das frühe Volumen tragen.

Der Nutznießer ist nicht der Verbraucher in Laos

Den Raum, den Verbrenner hinterlassen, füllt laut Electrek fast vollständig China. Chinesische EV-Exporte in die ASEAN-Staaten erreichten 1,2 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat, wobei Laos neben Kambodscha Rekordmengen meldete. Chinesische Marken und Vietnams VinFast über seine Taxiplattform Xanh SM haben bereits Fuß gefasst. Ein Verbot von Benzineinfuhren ist praktisch eine Subvention für jeden, der billige EVs verkauft. Derzeit sind das chinesische Hersteller.

Laos hat Autokäufer nicht überzeugt. Es hat die Alternative entfernt. Das ist etwas ganz anderes als das, was in Norwegen oder sogar in China passiert, wo EVs bei Preis, Leistung und Auswahl gewinnen.

Dieser Unterschied zählt. Ein Mandat, das funktioniert, indem es die Konkurrenz löscht, ist kein Beleg dafür, dass Verbraucher Elektroautos bevorzugen. Es ist ein Beleg dafür, dass die Regierung die Importrechnung für das größere Problem hält. Electrek merkt an, das Verbot funktioniere auf dem Papier. Es halte aber nur, wenn die Menschen die übrig gebliebenen Autos tatsächlich kaufen und laden können. In einem Land, in dem das Ladenetz dünn und die Einkommen niedrig sind, ist das eine offene Frage. Die Ausnahmen für Lastwagen und Maschinen zeigen, dass die Regierung weiß, dass sie nicht alles auf einmal umdrehen kann.

Es gibt auch ein Timing-Problem. Das Verbot gilt bis Ende 2026. Die Regierung hat sich also eine Frist gesetzt, um zu sehen, ob der mit der April-Vereinbarung finanzierte Ausbau der Ladeinfrastruktur Schritt halten kann. Wenn nicht, stehen Käufer vor einem Markt mit Elektroautos und ohne einfache Möglichkeit, sie zu betreiben.

Laos ist ein Sonderfall, die Richtung nicht

Electrek ordnet den Schritt von Laos in einen breiteren Trend ein. Der globale EV-Absatz erreichte im Juni 2 Millionen, Europa meldete einen Rekordmonat bei Batterie-Elektrofahrzeugen, und Chinas elektrische Schwerlastwagen überschritten 50% Marktdurchdringung. Kambodscha strich Anfang des Jahres die Zölle auf EVs. In ganz Südostasien behandeln Regierungen die Elektrifizierung als Energiesicherheit und nicht als grünes Schlagwort.

Die Ölpreise lagen zum Zeitpunkt des Schreibens wieder bei rund 90 Dollar pro Barrel, merkt Electrek an, und könnten jederzeit wieder fallen. Das Argument im Beitrag ist, dass Länder, die ihr Öl größtenteils importieren und keine heimische Fahrzeugproduktion zu schützen haben, darüber nachdenken sollten, wie sie sich unabhängig vom kurzfristigen Preis in diese Richtung bewegen.

Für europäische Leser zeigen zwei Datenpunkte aus demselben Dossier, wie anders die Mechanik woanders aussieht. Eine am 25. Juni veröffentlichte Analyse von Carbon Brief ergab, dass britische Verbraucher in den zwölf Monaten bis Mai 2026 516.490 neue Batterie-Elektrofahrzeuge gegen 504.010 neue Benziner kauften. Es war der erste Zwölfmonatszeitraum, in dem EVs die Benziner überholten. Die Zahlen basieren auf Daten des europäischen Automobilherstellerverbands, der Hybride getrennt von Benzinern und Diesel zählt, anders als die Kategorisierung des britischen SMMT.

Allein im Mai 2026 zeigen von Carbon Brief zitierte ACEA-Daten, dass die EV-Verkäufe um 34% im Jahresvergleich auf 43.931 stiegen, während Benziner um 14% auf 35.068 fielen. Hybride blieben mit 56.321 Einheiten die beliebteste Fahrzeugart in Großbritannien, aber ihre Verkäufe wuchsen nur um 2% im Jahresvergleich. Plug-in-Hybride stiegen um 24% auf 22.167. Die EU hatte einen ähnlichen Meilenstein bereits überschritten, mit mehr BEVs als Benzinern im Dezember 2025.

Weltweit bezifferte die Internationale Energieagentur das EV-Absatzwachstum 2025 auf 20%, wobei EVs auf eines von vier neuen verkauften Autos kamen, und prognostizierte für 2026 weitere 15% Wachstum.

Was Großbritannien stattdessen tut

Der britische Ansatz läuft in die entgegengesetzte Richtung zu Laos. Statt die Alternative zu verbieten, erhebt die Regierung eine Abgabe auf die elektrische Option. The Independent berichtete am 20. Juli, dass ein Pay-per-Mile-System für Elektrofahrzeuge im April 2028 startet, nach einer umfangreichen Konsultation. Fahrer vollelektrischer Autos zahlen 3 Pence pro Meile; Besitzer von Plug-in-Hybriden zahlen 1,5 Pence pro Meile. Beide Werte liegen unter den 6 Pence pro Meile, die Fahrer von Benzin- und Dieselfahrzeugen über die Kraftstoffsteuer zahlen.

Das eVED-System berechnet eine Vorauszahlung auf Basis der geschätzten Fahrleistung. Die Kosten lassen sich monatlich nach Art der bestehenden Vehicle Excise Duty verteilen. Am Ende jedes Jahres übermitteln Fahrer einen tatsächlichen Kilometerstand, abgeglichen mit einem Wert, der bei der jährlichen MOT oder bei neueren Fahrzeugen etwa zum zweiten oder dritten Zulassungsjubiläum abgelesen wird. Ein offener Saldo wird beglichen oder über die folgenden 12 Monate verteilt.

Eine Besteuerung danach, wann und wo man fährt, wurde ausgeschlossen, aber EV-Besitzer zahlen eVED auch bei Fahrten ins Ausland. Die Regierung erklärte, sie begrüße eine Untersuchung zu Telematikdaten an Bord, die den Kilometerstand in Echtzeit übermitteln würden, und betonte zugleich, das sei derzeit keine Politik.

Vicky Edmonds von der Electric Vehicle Association England sagte dem Independent, der Schritt "funktioniere für Fahrer immer noch nicht". Sie fügte hinzu, das Gesamtsystem bleibe zu komplex, riskiere, Menschen um Geld zu bringen, und gebe Fahrern keine Sicherheit. Die BVRLA, im selben Beitrag zitiert, warnte, der Vorschlag riskiere, frühe Nutzer zu bestrafen und dem weiteren Regierungsauftrag zum Beschleunigen des Umstiegs auf Elektromobilität zu widersprechen. Branchenrückmeldungen deuten darauf hin, dass er die Akzeptanz dämpfen könnte, besonders weil er für Fahrzeuge gilt, die bereits auf der Straße sind.

Zwei Prototypen, eine Frage

Wo das Ladenetz dünn ist, versuchen manche, die Notwendigkeit dafür zu beseitigen. Die Clemson University stellte am 6. August den Deep Orange 17 vor, einen Prototypen mit integrierter Solarfläche, der mit dem Forschungs- und Entwicklungsteam von BMW entwickelt wurde und an einem typischen Tag im Stadtverkehr mehr Energie erzeugen als verbrauchen soll. Mehr als 1.700 Photovoltaikzellen sind in die Außenflächen des Fahrzeugs integriert, gebaut mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, damit sie auch bei teilweiser Verschattung Strom erzeugen.

Der Prototyp wiegt 1.212 Pfund (550 Kilogramm), etwa ein Viertel des Gewichts vieler ähnlich großer Serienfahrzeuge, und nutzt ein Multimaterial-Chassis aus Baustahl, Aluminium, Kohlenstofffasern und 3D-gedruckten Metallverbindungen. Bei Modellbedingungen in Greenville, Frankfurt, Madrid und Mumbai und angenommenen 12 Meilen (20 Kilometern) täglichem Arbeitsweg berechnete das Team, dass das Fahrzeug genug überschüssige Solarenergie erzeugte, um über alle vier Standorte hinweg durchschnittlich 31 Meilen (50 Kilometer) zusätzliche Reichweite zu liefern. Stephan Augustin von BMW nannte es ein Projekt, das das Unternehmen seit Jahren verfolgen wollte; Teammitglied Harsh Manghnani sagte, die Forschung in einem funktionierenden Prototypen bestätigt zu sehen, sei erfüllend gewesen.

Es ist ein Studentenprojekt, kein Produkt, und Clemson sagt ausdrücklich, dass es ein Prototyp ist. Aber die Frage, die es behandelt, ob ein Auto seinen eigenen Energieverbrauch ausgleichen kann, ohne von öffentlicher Ladeinfrastruktur abzuhängen, ist dieselbe Frage, auf die Laos gerade seinen Pkw-Markt gesetzt hat. Anderswo bietet das Projekt Open Vehicle Monitoring System einen Open-Source-Weg zur Datenseite dieses Problems, mit Live-Überwachung von Ladezustand, Temperaturen, Reifendrücken und diagnostischen Fehlerzuständen, Warnungen bei Ladeabbrüchen, Batteriezellenausfällen oder möglichem Diebstahl sowie Kontrolle über den Ladevorgang und die Klimatisierung, je nach Fahrzeugintegration.

Das Dekret von Laos ist in Marktbegriffen klein. Seine Bedeutung liegt in der Rechnung: Wenn Strom heimische Wasserkraft ist und Benzin in knappen Dollar gekauft wird, wirkt ein Verbot des Benziners nicht mehr radikal. Electreks Einschränkung bleibt bestehen. Ein Verbot hält nur, wenn die Menschen kaufen und laden können, was übrig ist, und die zweite Hälfte von 2026 ist der Zeitraum, in dem das getestet wird.

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Quellen

5
  1. 01This country went 100% electric vehicles overnight with a drastic approachEN
  2. 02Analysis: UK sales of electric vehicles just overtook petrol cars for the first timeEN
  3. 03UK confirms pay-per-mile tax start date for electric vehicle driversEN
  4. 04Clemson University unveils Deep Orange 17, a solar-integrated, energy-positive electric vehicleEN
  5. 05Open Vehicle Monitoring System | Open VehiclesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Jonas Weber

Jonas Weber

Sport, Auto und Reisen

Jonas Weber schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Verbandsstatistiken, Herstellerangaben und eigene Recherchen vor Ort. Bei Ligaspielen prüft er Spielberichte gegen die offiziellen Datenbanken und gleicht Torschützen sowie Einsatzzeiten ab. Im Automobilbereich vergleicht er technische Daten aus Pressemappen mit unabhängigen Tests, im Reisenressort wartet er auf die saisonalen Streckenfreigaben und spricht mit Veranstaltern. Privat verfolgt er Ligastatistiken, diskutiert über den Videobeweis und spielt selbst Amateurbasketball. Zahlen, die er nicht belegen kann, veröffentlicht er nicht.

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