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Marvell kauft Lumentum für 115 Milliarden Dollar, während KI-Rechenzentren auf Licht setzen

Marvell übernimmt den Optikkomponentenhersteller Lumentum in einer reinen Aktientransaktion im Wert von 115 Milliarden Dollar, wie EE Times am 3. November 2026 berichtete. Die Wette: KI-Rechenzentren werden ihren schwersten Verkehr über Licht statt über Kupfer leiten.

TechnologieErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 19
Marvell kauft Lumentum für 115 Milliarden Dollar, während KI-Rechenzentren auf Licht setzen

Marvell setzt 115 Milliarden Dollar auf Licht

Lumentum bringt Hochleistungslaser, optische Transceiver, optische Circuitschalter und die Fertigung von Verbindungshalbleitern mit. Marvell-Chef Matt Murphy beschreibt den Kauf als architektonischen Wandel. "Die KI-Infrastruktur durchläuft einen grundlegenden architektonischen Wandel hin zur optischen Konnektivität, und daraus entsteht eine Chance, wie sie nur einmal in einer Generation vorkommt", sagte er. Marvell hatte bereits Celestial AI gekauft, um sein Angebot an optischen Interconnects zu stärken. Die beiden Geschäfte liegen auf gegenüberliegenden Seiten derselben Verbindung. Marvell entwirft die DSPs, Switches und kundenspezifischen Beschleuniger, die in optischen Transceivern stecken. Lumentum liefert die Laser, mit denen diese Transceiver elektrische Signale in Licht umwandeln.

Warum das wichtig ist: Jeder große KI-Cluster erreicht einen Punkt, an dem Signale den Netzwerkchip als Elektrizität verlassen und in einem Transceiver zu Licht werden. Wer die Laser und die Schalttechnik besitzt, besitzt einen knappen Teil der Lieferkette. Käufer von KI-Netzwerktechnik bekommen ein stärker vertikal integriertes Marvell, das mit Broadcom konkurriert. Sie bekommen zugleich weniger unabhängige Laserlieferanten, mit denen sie gegeneinander verhandeln können. Der Zeitplan für den Abschluss und eine mögliche regulatorische Prüfung sind weiterhin unbekannt.

Der Engpass, auf den der Deal zielt

In Cloud-Netzen sitzt der Engpass an der Übergabestelle. Netzwerkkarten auf Siliziumbasis geben Signale an lasergetriebene Transceiver weiter. Eine engere gemeinsame Auslegung der elektrischen und der optischen Signalkette könnte Latenz und Stromverbrauch senken.

Lumentum-Chef Michael Hurlston beziffert die Chance auf 550 Milliarden Dollar. Nicht jeder hält den Preis für angemessen. Axel Rudolph ist leitender technischer Analyst bei der IG Group. Er sagte Reuters, Anleger fragten zu Recht, ob Marvell zu viel zahle und sich auf einmal zu viel zumute. Der Deal läuft vollständig über Aktien, sodass Lumentum-Aktionäre am Ende einen Anteil am fusionierten Unternehmen und an dessen Ausführungsrisiko halten.

Was Marvell bereits liefert

Der Deal baut auf Hardware auf, die Marvell schon verkauft. Im März 2026 erweiterte das Unternehmen sein Portfolio optischer DSPs für 1.600.000.000.000 Bit pro Sekunde. Es teilte mit, seine Ara-Plattform werde in Massenstückzahlen an Kunden weltweit ausgeliefert. Im September 2026 zeigte es optische Technologien in 2-nm-Fertigung, darunter PAM4 mit 400 G pro Lane. Diese zielen auf Datenzentren-Konnektivität mit 3.200.000.000.000 Bit pro Sekunde.

Auch die Konkurrenz gibt Geld aus. Im März 2026 kündigte Nvidia eine Investition von 2.000.000.000 US-Dollar in Coherent an, um Optikforschung und Fertigung in den Vereinigten Staaten auszubauen. Coherent stellte im September 2026 seine PhotonLink-Plattform für co-packaged und near-packaged Optics vor. Bei co-packaged Optics sitzt die Lichtquelle direkt neben dem Switch-Chip und nicht an der Frontblende. Ein großer Teil der versprochenen Stromeinsparung kommt von dieser Platzierung.

Prognosen und was sie auslassen

Die Prognosen für die Branche gehen weit auseinander. Ein Bericht setzt optische Interconnects bis 2033 auf 38.500.000.000 US-Dollar, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 12,3 Prozent über den gesamten Zeitraum. Ein anderer Bericht prognostiziert den Markt für photonisches Rechnen bis 2036 auf 23.600.000.000 US-Dollar bei einer jährlichen Wachstumsrate von 43,3 Prozent.

Die beiden Berichte decken unterschiedliche Bereiche ab. Der eine erfasst optische Interconnects, der andere photonisches Rechnen. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar. Keine ist eine Revision der anderen.

Optisches Rechnen bekommt einen Test im Rack-Maßstab

Die Advanced Research and Invention Agency teilte am 3. November 2026 mit, sie werde Lumai-Iris-Inferenzserver in ihrem Scaling Inference Lab einsetzen. Sie werden die erste optische Inferenzplattform in diesem Labor sein. CommonAI CIC betreibt das Labor. Das Labor testet Rechentechnik der nächsten Generation an realen Arbeitslasten in einem kommerziellen Rechenzentrum. Es nutzt Standardstromversorgung, Standardkühlung und Standard-Rackintegration. ARIA ist ein öffentlicher Forschungsförderer in Großbritannien. Ein Gesetz des Parlaments hat sie geschaffen.

Lumai sagt, seine Technologie könne den Stromverbrauch von Rechenzentren um 90 Prozent senken. Sie könne zudem 50-mal höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten liefern. Außerdem könnten seine Server die Gesamtbetriebskosten auf etwa ein Zehntel herkömmlicher GPU-Architekturen drücken.

Das sind Angaben des Herstellers, solange das Labor keine Ergebnisse veröffentlicht. David Lewis ist Chief Science and Technology Officer bei ARIA. Er sagte, Lumais Technologie sei die reifste optische Rechenplattform, die die Agentur bewertet habe. Lumai-Chef Xianxin Guo sagte, nicht die Nachfrage begrenze heute, wie schnell KI ausgerollt werden könne, sondern der Strom.

ARIA zitiert eine Schätzung. Würde man den Rechenanspruch eines führenden KI-Labors allein mit herkömmlichen Beschleunigern erfüllen, käme innerhalb von fünf Jahren eine Infrastrukturrechnung von 100.000.000.000.000 Dollar zusammen. Dieselbe Schätzung setzt den zusätzlichen Energiebedarf über 1.000 GW. Das ist eine Projektion, keine Messung. Es ist auch die Art von Zahl, die eine Stromeinsparung von 90 Prozent eher im Rack-Maßstab prüfen lässt als in einer Präsentationsfolie.

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Quellen

19
  1. 01Marvell Snaps Photonics Chipmaker Lumentum to Bolster AI ConnectivityEN
  2. 02ARIA's Scaling Inference Lab Deploys Lumai's Optical Compute TechEN
  3. 03US Optical Interconnect Market Gains Momentum as AI Data Center Projects Accelerate Next-Generation Connectivity InvestmentsEN
  4. 04Optical Interconnects Market to Reach US$38.5 Billion by 2033, Growing at a CAGR of 12.3%EN
  5. 05Photonic Computing Market Size, Share, Trends, and Industry Analysis - Global Forecast to 2036EN
  6. 06IEEE Computer Society Chapter Offers Webinars With Industry ExpertsEN
  7. 07Anthropic is still grappling with the economics of computeEN
  8. 08Quint Computing raises €9.1M to scale quantum computing technologyEN
  9. 09AI Image Enhancement Improves Detection Of Flip-Chip Interconnect Defects (MCL, PVA TePla, ASE)EN
  10. 10Quantum Interconnects Link Two 120-Qubit Processors (IBM Research)EN
  11. 11 OpenAI considers rebranding data centers to 'AI compute campuses" as data center backlash intensifies EN
  12. 12Quint Computing Raises €9.1M to Advance Fault-Tolerant Quantum ComputingEN
  13. 13Solving the Interconnect Challenge in Modern Robotics: How 3M Is Engineering for Motion, Density, and UptimeEN
  14. 14Circumventing the Computational Hardness of Computational ArbitrageEN
  15. 15Cross-Interface Authorization for AI Computer-Use AgentsEN
  16. 16Intel Says 300mm InP Photonics Fab Is Unmatched [2026] - shattered.ioEN
  17. 17TeamViewer Flaw Lets Remote Computers Attack Users Who Connect to Control ThemEN
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  19. 19Kazakhstan Expands Compute for Its AI FutureEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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