Nandy ordnet Prüfung des Sky-Deals mit ITV an
Die britische Kulturministerin Lisa Nandy hat am 4. November 2026 eine Prüfung im öffentlichen Interesse zu Skys Kauf des Medien- und Unterhaltungsgeschäfts von ITV für 1,6 Milliarden Pfund angekündigt. Als Gründe nennt sie Medienvielfalt und Meinungsfreiheit. Die Regulierer sollen bis zum 27. Januar 2027 berichten.

Die Ankündigung leitet eine Prüfung ein und ist keine Entscheidung, den Deal zu blockieren. Die Competition and Markets Authority (CMA) prüft Wettbewerbs- und Zuständigkeitsfragen, Ofcom bewertet Medienvielfalt, Meinungsfreiheit und die Verteilung der redaktionellen Kontrolle. Nach den Berichten beider Behörden an Nandy kann sie den Vorgang für eine genauere Untersuchung an die CMA verweisen.
Was Sky kaufen würde
Sky hatte im Juli zugesagt, das Medien- und Unterhaltungsgeschäft von ITV für bis zu 1,6 Milliarden Pfund zu übernehmen, einschließlich der frei empfangbaren ITV-Fernsehsender und des Streamingdienstes ITVX. ITV Studios, die Produktionssparte hinter „I'm a Celebrity... Get Me Out of Here!“ und „Mr Bates vs The Post Office“, bleibt vom Verkauf ausgenommen. Sky gehört zum US-Telekomkonzern Comcast. Die Unternehmen stellen den Zusammenschluss als größeres britisches Medienunternehmen dar, das gegen globale Streamingplattformen wie Netflix und Disney+ besser bestehen könne. Sky erklärte, die Identität von ITV, die Pflichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die getrennten redaktionellen Stimmen von Sky News und ITV News zu schützen. ITV nannte die Intervention einen „major milestone“ im regulatorischen Verfahren und kündigte volle Kooperation mit CMA, dem Department for Digital, Culture, Media and Sport und Ofcom an.
Nandys Bedenken
Nandy hatte den Schritt am 15. Oktober angedeutet und erklärt, sie neige zu einer Intervention aus Gründen des öffentlichen Interesses. Vor der Ankündigung prüfte sie nach eigenen Angaben Stellungnahmen beider Unternehmen. Die Ankündigung erfolgte nach dem Enterprise Act 2002. Die Regierung sorgt sich, ob die Übernahme die Zahl unabhängiger Stimmen in den britischen Nachrichten verringern, die Kontrolle über große Medienunternehmen bündeln und das Angebot vielfältiger, hochwertiger Fernseh- und Streaminginhalte beeinträchtigen könnte.
Nandy plant zudem ein Gesetz, das die Prüfung im öffentlichen Interesse auf Abrufangebote ausweitet. Streamingdienste kämen damit in einen Rahmen, der bisher auf den Rundfunk ausgerichtet ist. Die bestehende Regelung solle so geändert werden, dass sie für Abrufprogramme gilt, „im Einklang mit modernen Sehgewohnheiten und meinen besonderen Bedenken zu dieser Fusion“.
Kosten und nächste Schritte
Die Unternehmen erwarten bis zum Ende des dritten Jahres nach Abschluss Einsparungen von rund 200 Millionen Pfund pro Jahr, vor allem in Marketing, Technologie und Inhaltebetrieb. Die Vereinbarung umfasst außerdem eine fünfjährige Programmlieferung an ITV Studios im Wert von 2,1 Milliarden Pfund. Damit hat die Produktionssparte eine Einnahmequelle, nachdem die Sender die Gruppe verlassen. Der Vorgang bleibt nach Skys Angaben bei der Ankündigung von der regulatorischen Genehmigung und weiteren üblichen Bedingungen abhängig.
CMA und Ofcom müssen Nandy bis zum 27. Januar 2027 berichten. Danach entscheidet sie, ob sie den Deal für eine genauere CMA-Untersuchung weiterleitet. Das Parlament werde informiert, sobald die Ergebnisse der Regulierer geprüft sind, teilte die Regierung mit. Die Behörden müssen abwägen, ob die möglichen Vorteile des Zusammenschlusses die Risiken einer gebündelten Eigentümerschaft und eines gebündelten Einflusses auf britische Medien überwiegen.
Quellen
29- 01UK Culture Secretary formally intervenes in Sky's £1.6 billion ITV dealEN
- 02UK Orders Probe of Sky's £1.6 Billion ITV Deal Over Media Competition ConcernsEN
- 03Nandy intervenes in Sky's £1.6 billion ITV ventureEN
- 04Sky's £1.6bn ITV deal faces government review over news independenceEN
- 05UK orders media plurality review of £1.6bn Sky-ITV dealEN
- 06ITV figures due amid probes into broadcaster's £1.6bn deal with SkyEN
- 07ITV stock faces regulatory review of Sky's GBP 1.6 billion dealEN
- 08Fox wraps up its $22 billion Roku dealEN
- 09Microsoft Winding Down Oracle Deal to Rent AI Cloud CapacityEN
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