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OpenAIs freiwilliges Netz-Versprechen lässt die Stromrechnung der Rechenzentren offen

OpenAI hat ein unverbindliches Programm gestartet, um den Strombedarf seiner künftigen US-Rechenzentren zu senken, wenn das Netz belastet ist. Data Center Dynamics berichtete am 3. November. Das Unternehmen nennt es ein Ziel, keine festgelegte Politik.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
OpenAIs freiwilliges Netz-Versprechen lässt die Stromrechnung der Rechenzentren offen

Ein großes Rechenzentrum lässt sich in 18 bis 24 Monaten bauen. Der Netzausbau dauert vier bis 10 Jahre, so eine im Oktober 2026 veröffentlichte Analyse von Ember. Freiwillige Zusagen und Stromerzeugung vor Ort können einen Teil der Spitze abtragen. Zwei Dinge bleiben offen: wie viel Kapazität sie abdecken, und wer die neuen Leitungen bezahlt.

Ein freiwilliges Versprechen eines sehr großen Abnehmers

OpenAI rechnet damit, dass die US-Rechenzentrumskapazität bis 2030 mehr als 100GW erreichen wird. Das Unternehmen will mit Versorgern, Regulierern und politischen Entscheidern zusammenarbeiten. Es will bis zu 1GW flexible Nachfragereaktion bereitstellen. Die Vereinbarungen sollen je nach Standort unterschiedlich ausfallen, heißt es.

Als Modell verweist das Unternehmen auf seinen Vertrag mit Georgia Power. Dort hat sich OpenAI verpflichtet, die vollen Kosten der Infrastruktur zu tragen, die für die Versorgung seines Rechenzentrums nötig ist.

Kim Greene ist Chairman, President und CEO von Georgia Power. Sie sagte, Rechenzentren würden "mehr zahlen, damit Familien und kleine Unternehmen weniger zahlen".

Die Bauruhr passt nicht dazu

Irland zeigt, wie schnell die Last ankommt. Dort machen Rechenzentren bereits etwa 19% der Spitzennachfrage aus. Das waren im Januar 2025 geschätzt 1,1GW von 6GW Systemspitze. Ember erwartet, dass dieser Anteil bis 2030 auf 24% steigen könnte, mit einem Rechenzentrumsbedarf von 1,6GW bei einer Spitze von 6,5GW.

Die Abweichung ist physisch, nicht verwaltungstechnisch.

Ein großes Rechenzentrum kann 200MW bis 500MW Kapazität brauchen.

Lastverlagerung ist der kleine Hebel

Embers Zahlen legen nahe, dass Lastverlagerung der kleinere Hebel ist. Ember schätzt, dass sich theoretisch etwa 6,5% der weltweiten Rechenzentrumskapazität verlagern ließen. Nach einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 48% sind praktisch rund 3% verfügbar. In Irland könnte Lastverlagerung die Spitzennachfrage bis 2030 um etwa 100MW senken. Das sind 1,5% der erwarteten Spitze.

Stromerzeugung vor Ort bringt mehr. Ember kommt zu dem Ergebnis, dass Erzeugung und Speicher hinter dem Zähler fast fünfmal so viel Netzentlastung bringen könnten.

Zwei große Rechenzentren in Texas kommen zusammen auf eine erwartete Last von 5,6GW. Eine Verlagerung könnte ihren Bedarf in Belastungsphasen um etwa 0,55GW senken, gegenüber bis zu 2,7GW aus Erzeugung vor Ort.

Das Geld fließt in die Hardware

GE Vernova hat sich bereit erklärt, Trench Group für 9.000.000.000 US-Dollar zu kaufen, um die Kapazität seines Segments Electrification zu erweitern, berichtete Yahoo Finance am 29. Oktober 2026. Der Deal bringt die Fertigung von Hochspannungsnetzausrüstung ins eigene Haus, darunter Fertigungskapazität für 765 Kilovolt. Das Electrification-Segment von GE Vernova umfasst Transformatoren, Schaltanlagen und Netztechnik.

Der Abschluss wird für Ende 2027 erwartet. Barmittel und Schulden finanzieren den Deal.

Was ein schneller Ausbau einbringt

Spanien liefert eine Schätzung, was ein schneller Ausbau erneuerbarer Energien einbringt. UNEF, der spanische Photovoltaikverband, schätzt, dass Solarstrom die Großhandelskosten für Strom zwischen Januar 2025 und Juni 2026 um 17.020.000.000 Euro gesenkt hat. Ohne Solarstrom lägen die durchschnittlichen Day-Ahead-Preise nach seiner Rechnung 86% höher. Der erfasste Wert lag bei 60,2 Euro/MWh gegenüber modellierten 112 Euro/MWh.

Auf Photovoltaik im Versorgungsmaßstab entfielen 14.230.000.000 Euro der Einsparungen. Eigenverbrauch brachte 2.790.000.000 Euro. Die Summe teilt sich in 10.860.000.000 Euro im Jahr 2025 und 6.160.000.000 Euro im ersten Halbjahr 2026.

UNEF schätzt, dass jeder in Solar-PV investierte Euro 8 Euro an Großhandelspreisersparnis bringt. Der Vorbehalt zählt. Die Analyse deckt nur den Day-Ahead-Großhandelsmarkt ab, ohne Regelenergie, Engpässe und Terminkontrakte. Sie lässt sich nicht direkt auf Haushaltsrechnungen übertragen.

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Quellen

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  2. 02Behind-the-meter generation could deliver five times more grid relief than data center load shiftingEN
  3. 03GE Vernova (GEV) Agrees $9 Billion Grid Equipment Deal To Expand ElectrificationEN
  4. 04Solar PV cuts Spain's electricity costs by €17.02 billion over 18 monthsEN
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  28. 28Fortum Executive Calls for Clear Investment Signals and Strong EU Carbon Pricing to Drive ElectrificationEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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