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OpenAIs freiwilliges Netzversprechen trifft auf die harten Zahlen der Rechenzentrumsnachfrage

OpenAI hat am 3. November das Grid Protectors Program gestartet, ein unverbindliches Programm, das bis zu 1 GW flexible Nachfragesteuerung aus US-Rechenzentren liefern soll. Zugleich prognostiziert das Unternehmen für 2030 eine landesweite Rechenzentrumskapazität von über 100 GW.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20264 Min. LesezeitQuellen 8
OpenAIs freiwilliges Netzversprechen trifft auf die harten Zahlen der Rechenzentrumsnachfrage

OpenAI hat sein Grid Protectors Program am 3. November vorgestellt. Der Plan ist unverbindlich: Er soll den Strombedarf an den US-Rechenzentrumsstandorten des Unternehmens senken, wenn das Netz unter Druck steht. Rechtlich bindend ist daran nichts.

Das Unternehmen nennt die Vereinbarungen eine "Ambition" und keine festgelegte Politik. Wo die Last abgeworfen würde und was passiert, wenn die Ziele verfehlt werden, hat es nicht gesagt.

Für Versorger und Regulierer liegt der ganze Streit im Abstand zwischen einem Versprechen und einem Vertrag. Die Studie von Ember zu neun Märkten vom Oktober 2026 beziffert ihn. In Irland entfallen auf Rechenzentren bereits etwa 19% der Spitzenlast: 1,1 GW von 6 GW Spitzenlast im Januar 2025. Ember erwartet, dass dieser Anteil bis 2030 auf 24% steigt, bei einer Rechenzentrumslast von 1,6 GW gegenüber einer Systemspitze von 6,5 GW. Ein großer Standort braucht 200 MW bis 500 MW und lässt sich in 18 bis 24 Monaten bauen. Der Netzausbau dauert dagegen vier bis zehn Jahre.

Lastverschiebung bringt wenig

Lastverschiebung ist die billige Lösung, und Ember hält sie für klein. Cloud-, Unternehmens- und Inferenzlasten, die niedrige Latenz brauchen, werden 2030 etwa 87% der globalen Rechenzentrumskapazität ausmachen.

Nach Embers Annahmen könnten theoretisch nur etwa 6,5% der globalen Kapazität verlagert werden, und rund 3%, wenn man die durchschnittliche Auslastung von etwa 48% einrechnet. In Irland sind das bis 2030 etwa 100 MW oder 1,5% der prognostizierten Spitzenlast. Andere Märkte liegen zwischen 0,1% und 0,6%. Eigenerzeugung und Speicher vor Ort könnten fast fünfmal so viel Entlastung bringen, mit möglichen Reduktionen von bis zu 2,7 GW in Texas, wie pv magazine am 3. November berichtete.

OpenAI gibt die US-Rechenzentrumskapazität bis 2030 mit über 100 GW an. Das Unternehmen will bis zu 1 GW flexible Nachfragesteuerung bereitstellen. Es verweist außerdem auf einen Vertrag mit Georgia Power, nach dem es die vollen Kosten der Infrastruktur trägt, die für die Versorgung eines Rechenzentrums nötig ist. Kim Greene, Vorstandsvorsitzende von Georgia Power, sagte damals laut Data Center Dynamics: "Data centers are paying more so families and small businesses can pay less."

Leitungen, Transformatoren und die Warteschlange

Die Netzbetreiber bewegen sich ohnehin auf der Angebotsseite. National Grid vereinbarte Ende Oktober den Kauf von 29,5 Hektar in Dorman Point in Teesside, neben einem geplanten KI-Rechenzentrum. Auf dem Gelände könnte die größte Umspannanlage Großbritanniens entstehen. The Guardian berichtete am 1. November über den Deal und berief sich auf Sky News; zitiert wurde der Bürgermeister des Tees Valley, der die mögliche Kapazität mit bis zu 3,2 GW angab. Matt Pearce, bei National Grid für Grundstücke zuständig, sagte, der Deal "reflects the constructive work between all those involved to enable this vital infrastructure". Ben Houchen, Bürgermeister des Tees Valley, sagte Sky News, das größte Problem beim Bau eines Rechenzentrums sei, "getting enough power to the site quickly".

Die Ausrüster schließen sich zusammen, um diesen Ausbau zu stemmen. GE Vernova vereinbarte die Übernahme von Trench Group für 9.000.000.000 US-Dollar, wie Yahoo Finance am 29. Oktober berichtete; der Abschluss wird für Ende 2027 erwartet.

Billigere Erzeugung senkt dieselbe Rechnung von der anderen Seite. Der spanische Solarverband UNEF schätzt, dass Solar-PV die Großhandelsstromkosten zwischen Januar 2025 und Juni 2026 um 17.020.000.000 Euro gesenkt hat. Ohne Solar hätten die durchschnittlichen Day-Ahead-Preise bei 112 Euro/MWh statt bei 60,2 Euro/MWh gelegen, 86% höher, heißt es in der Studie, die OMIE-Marktdaten mit einem modellierten Szenario ohne Solar vergleicht. Auf Freiflächenanlagen entfielen 14.230.000.000 Euro der Einsparungen und auf Eigenverbrauch 2.790.000.000 Euro. UNEF weist darauf hin, dass sich die Zahl nicht direkt in Haushaltsrechnungen übersetzt, weil sie nur den Day-Ahead-Markt abdeckt.

Nachfrage kann auch Fixkosten verteilen. Eine RMI-Studie zu 24 Bundesstaaten plus Washington, D.C. ergab, dass eine breitere Verbreitung von Wärmepumpen die Strompreise für Haushalte im Schnitt um 13% senken könnte, weil sich die Netzkosten auf mehr Kilowattstunden verteilen, wie Canary Media am 28. Oktober berichtete.

Häfen machen denselben Tausch mit Diesel. Katoen Natie betreibt zwei vollelektrische Mobilhafenkräne in Antwerpen, Teil einer Flotte von sechs Kränen, die jährlich bis zu 500.000 Liter Diesel ersetzen soll, wie CleanTechnica am 31. Oktober berichtete.

Resilienz ist der andere Posten. Ivan Geliukh, Strategiechef von DTEK, schrieb in einem Beitrag, den SportsPro am 2. November veröffentlichte, Russland habe im vergangenen Jahr rund 4.500 Angriffe auf das Energiesystem der Ukraine geführt. 484 Mitarbeiter des Unternehmens seien getötet worden, bei der Arbeit oder bei der Verteidigung des Landes. Die Teams von DTEK hätten seit 2022 mehr als 56.000.000 Mal die Stromversorgung ukrainischer Haushalte wiederhergestellt, schrieb er. Das Unternehmen bewege sich auf ein stärker dezentrales System zu, fügte er hinzu, weil keine Infrastruktur vollständig vor Angriffen sicher gemacht werden könne.

Nichts davon klärt den Zeitplan. Ein Standort lässt sich in unter zwei Jahren fertigstellen; die Umspannanlage, die ihn versorgt, nicht.

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Quellen

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  1. 01OpenAI launches 'Grid Protectors Program' to reduce data center electricity demand when the US grid is under strainEN
  2. 02Behind-the-meter generation could deliver five times more grid relief than data center load shiftingEN
  3. 03National Grid to site biggest substation in UK near planned Teesside datacentreEN
  4. 04GE Vernova (GEV) Agrees $9 Billion Grid Equipment Deal To Expand ElectrificationEN
  5. 05Solar PV cuts Spain's electricity costs by €17.02 billion over 18 monthsEN
  6. 06More heat pumps would actually be good for the grid, researchers findEN
  7. 07Antwerp's Electric Cranes Can Handle More Than Today's CargoEN
  8. 08On the pitch and on the grid, Ukraine is not waiting for the war to end and is asking the world to invest in itEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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